Oleander richtig gießen, zurückschneiden und durch Stecklinge vermehren: Oleander Gebüsch mit vielen Blüten (Foto: Imago, IMAGO / Eberhard Thonfeld)

Oleander – richtig gießen, zurückschneiden und durch Stecklinge vermehren

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Oleander sind echte Klassiker als Kübelpflanzen für Balkon und Terrasse. SWR4 Gartenexperte Volker Kugel gibt Tipps zum Düngen, Gießen und zur Vermehrung durch Stecklinge.

Wie gießt man Oleander richtig?

Grundsätzlich gilt: Oleander braucht im Sommer zuverlässig Wasser und Dünger. Deshalb regelmäßig gießen, am besten mit leicht kalkhaltigen Leitungswasser. Und stellen Sie den Topf in einen Untersetzer mit einem hohen Rand, der das überschüssige Gießwasser auffangen kann.
Gießen Sie spätestens, wenn die Erde oben drei bis vier Zentimeter tief abgetrocknet ist. Das kann auch nach Regenschauern noch der Fall sein, weil das Wasser oft gar nicht in den Topf gelangt.

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Wie düngt man Oleander?

Gerade in kühlen, feuchten Sommern, die das Wachstum der Triebe fördern, braucht der Oleander ausreichend Dünger. Jetzt im Sommer sollten Sie jede zweite Woche eine Portion handelsüblichen Flüssigdünger ins Gießwasser geben und vergießen.

Die unterschiedlichen Sorten werden alle auf die gleiche Weise gepflegt, da macht die Blütenfarbe keinen Unterschied.

Oleander richtig gießen, zurückschneiden und durch Stecklinge vermehren: großer Oleander im Blumentopf auf einer Terrasse (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance/ dpa | Matthias Schrader)
Oleander kann auch im Kübel stattlich werden. picture-alliance/ dpa | Matthias Schrader

Wie schneidet man Neutriebe zurück?

Was in diesem Jahr besonders zu beachten ist: Bei dem eher kühlen und feuchten Wetter wachsen die Triebe sehr stark. Werden die weichen Neutriebe zu lang, können sie leicht absterben. Hier sollten Sie mit der Schere eingreifen: Schneiden Sie sehr lange Neutriebe um etwa die Hälfte zurück, damit die Triebe sich besser verzweigen und kräftiger werden. Dort bilden sich nächstes Jahr dann prächtige Blüten. Und wer Lust hat, kann aus dem Schnittgut neue Oleanderpflanzen kultivieren.

Oleander richtig gießen, zurückschneiden und durch Stecklinge vermehren: weißer Oleander (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/A. Jagel | A. Jagel)
Weiße Oleanderblüten sind besonders hübsch und nicht ganz so verbreitet wie ihre rosa Verwandten. picture alliance / blickwinkel/A. Jagel | A. Jagel

Wie vermehrt man Oleander aus Stecklingen?

Das ist wirklich ganz einfach - und jetzt ist die optimale Zeit dafür: Nehmen Sie einen abgeschnittenen Trieb ohne Blütenansatz und schneiden Sie ihn auf etwa 15 Zentimeter Länge zurück. Ideal ist, wenn das Stück drei Blattpaare hat. Das unterste Blattpaar wird abgestreift und der Steckling dann in einen Topf mit Anzuchterde gesetzt. Danach immer leicht feucht halten. Sie können für zwei Wochen eine Plastiktüte mit kleinen Löchern als "Minigewächshaus“ darüberstülpen.
Die ersten Wurzeln bilden sich nach etwa zwei bis drei Wochen und bald treibt der kleine Oleander in den Blattachseln, also an der Stelle, an der das Blatt am Stiel sitzt, neue Triebe. Durch Bewurzelungspulver auf Algenbasis (im Gartencenter erhältlich) wird das Anwachsen unterstützt.

Tipp: Setzen Sie in einen zehn-Zentimeter-Topf jeweils drei Stecklinge. So ist der Anwachs-Erfolg fast garantiert und im nächsten Frühjahr können Sie die Jung-Oleander in jeweils einen 20-Zentimeter-Topf umpflanzen, damit sie zügig weiter wachsen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Oleander durch Stecklinge vermehren

Anleitung Oleander schneiden und durch Stecklinge vermehren (Foto: SWR, Bastian Caspar)
Stark gewachsene Oleandertriebe ohne Blüten können problemlos zurückgeschnitten werden. Der Schnitt darf ruhig großzügig sein. Keine Sorge, im nächsten Jahr blühen die neuen Triebe wunderschön. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Das Schnittgut müssen Sie nicht entsorgen. Sie können daraus neue Oleander-Pflanzen ziehen. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Streifen Sie die unteren Blätter ab. Der Setzling hat eine optimale Länge, wenn noch drei Blätterpaare übrig sind. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Kürzen Sie lange Blätter auf die Länge der kurzen Blätter. So verdunstet der Steckling weniger Wasser. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Fertig ist der kompakte Steckling. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Wurzelaktivator auf Algenbasis aus dem Baumarkt regt das Wurzelwachstum an. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Tunken Sie den Steckling großzügig in das Algenpulver. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Stecken Sie den Steckling in Anzuchterde und drücken Sie ihn leicht an. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
In größeren Töpfen ist auch Platz für mehrere Oleanderpflänzchen. Eines zum Behalten und eines zum Verschenken. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Zur Wurzelbildung braucht der Steckling Feuchtigkeit. Wenn Sie das Pflänzchen nicht nur gießen, sondern auch mit Wasser besprühen, sorgen Sie für ein gutes Mikroklima. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Um die Feuchtigkeit zu halten, können Sie aus einem handelsüblichen Gefrierbeutel ein "Minigewächshaus" basteln. Stechen Sie ein paar Löcher in die Tüte, sodass sich darunter kein Schimmel bildet. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen
Das Minigewächshaus muss nicht hermetisch dicht sein. Nach zwei bis drei Wochen bilden die Stecklinge Wurzeln und können in eigene größere Töpfe umgepflanzt werden. Bastian Caspar Bild in Detailansicht öffnen

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SWR4 Gartenexperte Volker Kugel ist im Hauptberuf Direktor des Blühenden Barocks in Ludwigsburg und damit Chef einer der schönsten Gärten Deutschlands.  mehr...