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SWR4 Klartext 14. Mai 2019 in Trier Wohnungsnotstand - wird Wohnen unbezahlbar?

Horrende Mieten, teure Grundstücke: Wohnen und Bauen wird für viele zunehmend unerschwinglich. Können wir uns das bald nicht mehr leisten? Darüber haben wir mit Experten in Trier gesprochen. Auf dem Podium saßen u.a. Prof. Karsten Tichelmann von der TU Darmstadt, Michael Mätzig vom Städtetag Rheinland-Pfalz und Marc Ferder vom DGB Rheinland-Pfalz.

Die Kosten fürs Wohnen explodieren

3 ZKB - verzweifelt gesucht

Wohnungsnot

Die Suche nach einer passenden Mietwohnung ist in manchen Städten zum reinen Glücksspiel geworden. Auch ein Baugrundstück ist nur noch in abgelegenen Regionen erschwinglich. Die Mieten und die Kosten für das Eigenheim stiegen seit vorigem Jahr so stark wie seit langem nicht. Insbesondere kleinere Wohnungen sind Mangelware und daher oft überteuert. Die Preiszuwächse betreffen genauso den Neubau und die Sanierung von Mehrfamilienhäusern – bei dann nochmals steigenden Wohnungsmieten.

Wohnungsmangel: Viele Forderungen auf dem Tisch

Ein Drittel des verfügbaren Einkommens für das Dach über dem Kopf: Kein Wunder, dass der Wohnungsnotstand in diesem Jahr zum großen Wahlkampfthema wird. Folgendes wird gefordert:

  • Demonstrationen in vielen Städten und Bürgerinitiativen fordern, dass mehr, familienfreundlich und preisgünstig gebaut werden soll.
  • Gewerkschaften und Mieterbund fordern seit langem "faire Mieten" und mehr sozialen Wohnungsbau.
  • Grünen-Chef Robert Habeck fordert die Enteignung von großen Wohnungsfirmen. Sein Vorstoß wurde von SPD, Union und Liberalen als "falscher Weg" gebrandmarkt.

Zum Wohnungsmangel trägt auch bei, dass viele kommunale Wohnungs-Gesellschaften und Bauträger ihren Bestand vor Jahren drastisch reduziert haben. Aus günstigen Wohnungen wurden daher oftmals teure.

Bestehende Wohnungen besser nutzen

Gut 5.000 private Übernachtungsangebote von Rheinland-Pfälzern waren bis Mitte September 2018 auf der Internetplattform Airbnb registriert. Der durchschnittliche Übernachtungspreis lag bei 62 Euro.

Bestehende Wohnungen sollen besser als bisher genutzt werden. In den Städten nahm die Untervermietung von Wohnungen an Touristen auf Zeit zuletzt immens zu ("AirBnB"). Vielen Wohnungsbaupolitikern ist das ein Dorn im Auge - auch in Trier. In Rheinland-Pfalz wurde im April ein Gesetzentwurf über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum auf den Weg gebracht. Ein erster Schritt, den der Eigentümerverband "Haus & Grund" kritisiert, weil damit keine einzige Wohnung gebaut und stattdessen nur mehr Bürokratie geschaffen werde.

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