Landwirte protestieren mit ihren Traktoren gegen die Agrarpolitik (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

21. Januar 2020 in Nieder-Olm SWR4 Klartext - Landwirte unter Druck

Sie fühlen sich schlecht behandelt, unter Wert bezahlt und werden wegen Nitratwerten und Kunstdünger auch noch als Umweltsünder angeprangert: Die Landwirte sind in Aufruhr. Zu Recht? Reden Sie mit bei SWR4 Klartext!

Bauern, Proteste und die Umwelt

Tausende Traktoren und Trecker rollten Ende 2019 durch Berlin, Hannover, Wiesbaden oder Mainz. Seit einem Jahr stehen am Straßenrand grün angemalte Kreuze – sichtbare Zeichen des Protests gegen die Agrarpolitik in Brüssel, Berlin und den Bundesländern. Die Bauern fühlen sich schlecht behandelt, unter Wert bezahlt und wegen Nitratwerten und Kunstdünger auch noch als Umweltsünder an den Pranger gestellt. Neue Bauern-Initiativen nehmen Fahrt auf: „Land schafft Verbindung“ nennt sich selbst eine „Bewegung“.

Viel Arbeit, geringe Einkommen – noch weniger Wertschätzung?

Immer weniger Landwirte ernähren immer mehr Menschen. In Deutschland gibt es noch knapp 270.000 bäuerliche Betriebe. 2007 waren es noch rund 50.000 mehr. Der Trend geht zu immer größeren Einheiten, damit überhaupt noch etwas übrigbleibt, von dem die Bauern leben können. Schon heute sind die Hälfte des Gewinns Gelder aus Brüssel – die sogenannten Agrarsubventionen.

Ein Landwirt steht auf einem vertrockneten Feld, auf dem nur wenige Maispflanzen wachsen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Zusätzliche Probleme für die Bauern: Dürre oder Unwetter in Folge des Klimawandels Picture Alliance

Vom Ernährer zum Sündenbock?

Der Agrarmarkt ist seit Jahrzehnten in Schieflage. Für die Ernährung geben die Menschen in Europa immer weniger ihres verfügbaren Einkommens aus. Lebensmittel sollen aber im Überfluss und hoher Qualität vorhanden sein. Um dies zu erreichen, gehen die Bauern bis an die Grenzen des Machbaren – teils auch des Erlaubten.

Podiumsdiskussion mit Landwirten, Experten und Umweltschützern

Über Bauernproteste und das Verhältnis von Agrarwirtschaft und Umwelt diskutiert Moderator Thomas Meyer mit Landwirten, dem rheinland-pfälzischen Agrarminister Volker Wissing (FDP), Umweltschützern und dem Umweltjournalisten Werner Eckert vom SWR. Das Publikum in der Ludwig-Eckes-Festhalle in Nieder-Olm darf gerne mitreden.

Die Veranstaltung findet am Rande der 71. Agrartage Rheinhessen statt, die vom 20. bis 24. Januar 2020 in Nieder-Olm ausgetragen werden. Bei der Messe kommen Landwirte, Winzer und Obstbauern zusammen, um sich weiterzubilden und auszutauschen.

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