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Rettungsdienst nicht immer passend Die richtige Stelle für die schnelle Hilfe

Wenn der Rettungswagen gerufen wird, geht es um schnelle Hilfe. Tatsächlich werden die Sanitäter aber immer öfter wegen Banalitäten angefordert. Wann sollte der Rettungsdienst gerufen werden und welche Alternativen gibt es für den Notruf?

Wie rufe ich den Rettungsdienst?

Für den Rettungsdienst gibt es eine Notrufnummer, die europaweit gilt: 112. Diese Telefonnummer ist kostenfrei und kann auch vom Handy ohne Vorwahl gewählt werden. Über diese Nummer kann medizinische Hilfe, aber auch die Feuerwehr angefordert werden.

Wann sollte der Rettungsdienst gerufen werden?

"Die 112 muss gewählt werden, wenn es lebensgefährlich wird", so DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. "Dazu gehören z.B. schwere Unfälle, Vergiftungen, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kreislaufkollaps, schwere Atemnot oder starker Blutverlust." Dazu gehört aber z.B. nicht, wenn man sich in den Finger geschnitten oder leichtes Fieber hat. In solchen Fällen sollte man sich an den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden.

Wann kommt ein Notarzt mit?

Ob ein Notarzt mit an den Unfallort kommt, entscheidet die Rettungsleitstelle aufgrund des Notrufs. Unter der 112 fragt geschultes, oft mehrsprachiges Personal alle wichtigen Informationen ab. Was ist wo geschehen? Welche Verletzungen oder Erkrankungen liegen vor? Wer meldet den Notfall? "Es gibt Standards, bei denen immer ein Notarzt mitgeschickt wird", sagt Petra Wagner von der Redaktion Landespolitik des SWR. "Dazu gehört zum Beispiel Bewusstlosigkeit."

Was darf ein Rettungssanitäter und was nicht?

Rettungssanitäter sind dafür ausgebildet, in lebensbedrohlichen Notfällen zu helfen. Das heißt, sie können Notfallmaßnahmen durchführen, im ganz schlimmen Fall auch Maßnahmen zur Wiederbelebung. Sie dürfen aber z.B. keine Spritzen geben. Beispiel Hexenschuss: "Eine Bekannte hatte sich in diesem Fall eine schmerzstillende Spritze erhofft", erzählt Petra Wagner. Diese durften die Sanitäter dann aber nicht geben und wollten die Patientin daher zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus mitnehmen. "Wir sind keine mobilen Hausärzte", sagen Rettungssanitäter über sich selbst.

Welche Alternativen gibt es zum Notruf?

Ein Arzt am Telefon

Unter 116 117 ist immer ein Arzt erreichbar

In allen nicht lebensbedrohlichen Fällen ist zunächst der Hausarzt zuständig. Außerhalb der Praxiszeiten können sich Betroffene an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 ist rund um die Uhr jemand erreichbar. "Die 116 117 ist keine Notrufnummer im eigentlichen Sinne", sagt der DRK-Bundesarzt. "Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist der richtige Kontakt beispielsweise bei hohem Fieber in der Nacht oder einer akuten Magenverstimmung am Wochenende, wenn man normalerweise zum Hausarzt gehen würde."

Wenn sie noch mobil sind, können Patienten außerhalb der Sprechzeiten ihres Hausarztes auch eine Bereitschaftsdienstzentrale in ihrer Nähe aufsuchen. Die kassenärztliche Vereinigung bietet hierfür eine Suchfunktion im Internet an.

Für wen ist ein Hausnotruf geeignet?

Gerade für ältere, kranke oder behinderte Menschen kann auch ein Hausnotrufsystem in Frage kommen. In diesem Fall installiert ein Wohlfahrtsverband wie das Deutsche Rote Kreuz ein Notrufsystem in der Wohnung des Betroffenen. Hierüber kann dieser 24 Stunden lang auf Knopfdruck Kontakt zu einem fachkundigen Ansprechpartner aufnehmen. Das sorgt für Sicherheit zuhause und kann für Familienangehörige eine Entlastung sein, wenn sie in Urlaub sind. Die Kosten hierfür übernehmen oft das Sozialamt oder die Pflegeversicherung.

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