Bitte warten...
Mann schaut ungläubig auf sein Smartphone

Tipps gegen Fakenews Kann das wirklich wahr sein?

Die Katze wird im Einmachglas großgezogen, um ihren Körper in eine bestimmte Form zu bringen? Unglaublich! Durchs Netz geistern viele solcher Geschichten. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sind voll davon und auch über WhatsApp wird viel verbreitet. Leider ist manches nicht wahr. Was können wir noch glauben? Und wie erkennen wir, dass eine Nachricht falsch ist?

Was sind Fake News?

Definition aus dem Duden: "Fake News: in den Medien und im Internet, besonders in den Social Media, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen"

Der Begriff Fake News ist englisch und setzt sich aus zwei Worten zusammen: "Fake" heißt gefälscht und "News" steht für Nachrichten. Fake News sind also gefälschte Nachrichten bzw. Falschmeldungen. Der Begriff wird manchmal auch für Meldungen verwendet, die Fakten verdrehen und Bilder fälschen oder in einen anderen Zusammenhang stellen. Fake News werden in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter oder über Messenger wie WhatsApp oft sehr schnell verbreitet.

Beispiele für Fake News

Folgende Fake News wurden schon in sozialen Netzwerken gepostet. Möglicherweise ist auch Ihnen dazu ein Posting aufgefallen.

  • In einem Dorf in Oberbayern werden die Sommerferien verkürzt, um den Schulausfall wegen Schneefall auszugleichen.
  • Ein Vater darf mit seiner kleinen Tochter nicht ins Schwimmbad, weil muslimische Frauen im Bad sind.
  • Katzen werden in Einmachgläsern großgezogen, um sie in eine bestimmte Form zu bringen.

Das sind nur drei Beispiele für unzählige Fake News. Solche Meldungen fallen oft dadurch auf, dass sie überraschend sind, manchmal regelrecht schockierend und bei den Lesern Empörung auslösen. Die Urheber der Falschmeldungen verfolgen oft eine bestimmte Absicht. Sie möchten die Meinungsbildung beeinflussen, indem sie z.B. negative Stimmung gegen Flüchtlinge erzeugen oder die Glaubwürdigkeit von Politikern erschüttern. Immer wieder werden auch Manipulationsversuche bei politischen Wahlen befürchtet. Die Verbreitung von Fake News ist bei sozialen Netzwerken oder Messengern besonders gut möglich, weil eine große Zahl von Menschen erreicht werden kann. Manche versuchen damit auch Geld zu verdienen.

Nutzen Sie Faktenchecker

Auf verschiedenen Webseiten können Sie die Echtheit von Nachrichten im Internet überprüfen. Wenn Ihnen eine empörende Sensationsmeldung unterkommt, sollten Sie in einem ersten Schritt hier nachschauen. Je länger die Meldung bereits im Netz unterwegs ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Echtheit bereits geprüft wurde.

Faktenfinder der Tagesschau
Der "Faktenfinder" wird von den Machern von Tagesschau.de bereitgestellt und nimmt regelmäßig Behauptungen unter die Lupe, die in den Medien verbreitet werden. Die Macher bieten sogar ein Tutorial an, wie man Fake News erkennt.

Faktenchecker des Recherchenetzwerks Correctiv
Die Faktenchecker des gemeinnützigen Recherchenetzwerks "Correctiv" gehen Gerüchten nach und veröffentlichen ihre Rechercheergebnisse. Die Journalisten sehen in Falschmeldungen eine Gefahr für die Demokratie und gehen entsprechend sorgfältig bei der Prüfung vor.

Mimikama: Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch
"Mimikama" ist ein Verein, der über Internetmissbrauch aufklären möchte. Das Team besteht aus Ehrenamtlichen aus verschiedenen Ländern und will "Falschmeldungen entlarven, verdrehte Inhalte klarstellen und auf Nutzerprobleme reagieren". Jeder Besucher der Seite kann einen Fake melden.

Fake News-Karte Hoaxmap
Die "Hoaxmap" sammelt Falschmeldungen in Deutschland und benachbarten Ländern. Auf einer digitalen Karte können Sie sogar nach Bundesland, Ort oder Schlagworten wie Diebstahl oder Körperverletzung suchen. Hoax ist englisch und heißt auf Deutsch Schwindel oder Scherz.

Fakefinder des SWR
Der "Fakefinder" des SWR geht spielerisch an das Thema Fake News heran. Der Nutzer bekommt verschiedene Postings gezeigt, bei denen er selbst einschätzen soll, ob es sich um echte Nachrichten handelt oder nicht. Diese Vorgehensweise ist auch gut für Kinder geeignet.

Bildsuche mit TinEye
Bei "TinEye" können Sie prüfen, auf welchen Internetseiten ein Bild bereits veröffentlicht wurde. Das gibt auch Hinweise darauf, ob das Bild in anderen Zusammenhängen gepostet oder ob es gefälscht wurde. Einfach die Internetadresse des Bildes in die Suche eingeben oder ein Bild hochladen.

Schauen Sie sich Absender und Quelle genau an

Screenshot eines als Falschmeldung gekennzeichneten Facebook-Postings

Falschmeldung bei Facebook

Schauen Sie sich den Absender der Nachricht genau an. Handelt es sich um ein Facebook-Profil, sollte es einen Klarnamen und ein Impressum haben. Überprüfen Sie auch, was unter diesem Account noch alles gepostet bzw. geteilt wurde. Sind es hauptsächlich Sensationsmeldungen, die immer in eine bestimmte Richtung gehen oder mit denen der Absender Hetze betreibt, sind Zweifel angebracht. Wenn es Ihre Zeit erlaubt, suchen Sie auch nach mindestens einer zweiten Quelle für die Nachricht. Hierbei kann auch eine Suche in Nachrichtenportalen wie z.B. Google News hilfreich sein. Das von der EU geförderte Projekt "Saferinternet" bietet außerdem eine Checkliste an, wie Sie Online-Quellen am besten überprüfen können.

Bleiben Sie skeptisch

Grundsätzlich sollte man nicht alles sofort glauben, was im Internet und in sozialen Netzwerken verbreitet wird. Eine gesunde Skepsis kann nicht schaden. Fragen Sie sich bei jeder Nachricht: Wer verbreitet diesen Inhalt gerade jetzt und was will er möglicherweise damit bezwecken? Wenn Sie im ersten Affekt mit Empörung auf die Meldung reagieren und sie gleich teilen möchten, kann es vielleicht genau das sein, was der Absender auslösen will. Seien Sie bitte auch kritisch bei Fotos und Videos, denn auch die können heutzutage mit relativ einfachen Mitteln gefälscht werden.

Klicken Sie nicht jeden Link an

Wichtig: Wenn sich im Posting ein Link auf eine Internetseite verbirgt, klicken Sie diesen nicht gleich an. Es kann sein, dass der Link zu einer manipulierten Seite führt, auf der man sich ein Schadprogramm wie z.B. einen Trojaner einfangen kann. Bei eher zweifelhaften Absendern sollten Sie besonders vorsichtig sein. Dasselbe gilt für Internetlinks, die Sie per E-Mail oder über Messenger geschickt bekommen. Gefälschte E-Mails können manchmal täuschend echt aussehen, wie aktuell die imitierten Versandbestätigungen von Amazon.

Was tun Unternehmen und die Politik gegen Fake News?

Titelblatt der Zeitschrift India Today

Zeitschrift in Indien: WhatsApp als Waffe

WhatsApp schränkt mittlerweile das Weiterleiten von Nachrichten auf fünf Empfänger ein. Einer der Gründe: In Indien haben Gerüchte über angebliche Kindesentführer sogar schon zu Lynchmorden geführt. Diese Fake News haben andere Menschen an den Pranger gestellt und wurden über WhatsApp verbreitet. Auch Facebook hat angekündigt, verstärkt gegen Fake News vorzugehen und künftig auch Bilder und Videos zu prüfen. Dabei soll das deutsche Recherchenetzwerk "Correctiv" helfen.

Die EU-Kommission fordert von Online-Diensten wie Facebook und Google, mehr gegen Fake News zu unternehmen. Dabei sollten sie mit den Betreibern von Faktencheckern eng zusammenarbeiten. Die Politiker befürchten gerade mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai 2019 Beeinflussungsversuche über die sozialen Netzwerke. Übrigens: Jeder Facebook-Nutzer kann bei einem Posting die Rückmeldung geben, dass es sich seiner Meinung nach um eine Falschmeldung handelt.

Interessant: Bei einer Forschungsstudie in den USA hat sich herausgestellt, dass Ältere und Konservative öfter Fake News teilen. Nutzer im Alter von 65 Jahren oder älter teilen fast sieben Mal mehr Artikel von Falschmeldungen als 18- bis 29-Jährige. Die Autoren begründeten das Ergebnis mit der mangelnden digitalen Medienkompetenz älterer Menschen sowie mit einem schlechteren Erinnerungsvermögen.

Aktuell bei SWR4