Digitaler Nachlass Wohin mit den Spuren im Netz?

Haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, was im Erbschaftsfall mit Ihren Daten passieren soll, die im Internet gespeichert sind? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren digitalen Nachlass regeln!

Hand eines alten Menschen bedient einen Laptop  Mann liest ein handgeschriebenes Testament  Liste mit Passwörtern (Foto: SWR, Model Foto: Colourbox.de - Montage: SWR)
Model Foto: Colourbox.de - Montage: SWR

Um es Ihren Erben leichter zu machen, sollten Sie sich frühzeitig um Ihren digitalen Nachlass kümmern. Das heißt, Passwörter für E-Mail-Konten, Online-Geschäfte oder soziale Netzwerke müssen schriftlich hinterlegt werden.

Sinnvoll ist es auch, diese Daten verschlüsselt auf einem USB-Stick zu speichern und diesen an einem sicheren Ort aufzubewahren, rät Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Den Ort und den Schlüssel für diese Aufzeichnungen sollten Sie am besten einer Person Ihres Vertrauens mitteilen.

Daten aufstöbern

Wenn Sie selbst Erbe eines nicht geregelten digitalen Nachlasses sind, müssen Sie herausfinden, welche Online-Konten der Angehörige besitzt und welche Zugangsdaten den Zugriff erlauben. Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz empfiehlt, den Rechner des Verstorbenen zu durchsuchen, in Mails oder in abgespeicherten Dokumenten könne man da durchaus fündig werden.

Für den Zugang zu digitalen Konten verlangen viele Unternehmen die Sterbeurkunde oder sogar den Erbschein. Der kostet allerdings Geld und bedeutet, dass man das Erbe insgesamt anerkennt, so Barbara Steinhöfel. Die Expertin rät deswegen hier zur Vorsicht.

Vorsorge auch im Krankheitsfall

Auch im schweren Krankheitsfall ist es wichtig, dass eine Person Ihre Daten verwalten kann. Dafür sollten Sie eine Liste mit allen Benutzernamen Ihrer Online-Dienste (E-Mail, Onlineshops, Facebook, etc.) und die entsprechenden Passwörter notieren.

Digitaler Nachlassverwalter

Es gibt auch Unternehmen, die den digitalen Nachlass für Familien regeln. Davon rät Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz ab. Damit gebe man vertraute Informationen an Dritte weiter und wisse nicht, wo die Daten noch gespeichert würden. Besser sei auf jeden Fall, Hilfe aus der eigenen Familie zu nehmen, so die Expertin.

Mehr Informationen rund um das Thema "Digitaler Nachlass" finden Sie auf der Seite der Silver Tipps.

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