STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Abstand halten, Hände waschen, das sind die wichtigsten Tipps in Zeiten der Coronakrise. Bei der Hygiene oft vernachlässigt werden Handydisplays und Computertastaturen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:05 Uhr
Sender
SWR2

Viele Menschen sind jetzt im Homeoffice, das Smartphone , der Laptop sind jetzt die wichtigsten Arbeitsgeräte. Aber während wir Hände regelmäßig waschen, unsere Kleidung, unser Geschirr etc. bleibt das Handy und auch die Computertastatur meist außen vor.

Auch Handys sollten zur Vermeidung einer Ansteckung mit Coronaviren regelmäßig gereinigt werden. (Foto: Imago, imago images/Eibner Europa)
Auch Handys sollten zur Vermeidung einer Ansteckung mit Coronaviren regelmäßig gereinigt werden. Imago imago images/Eibner Europa

Reinigung von Smartphones wird oft vernachlässigt

Tatsächlich spielen Smartphones in den meisten Tipps zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus kaum eine Rolle. Dabei könnte es durchaus sinnvoll sein, die Geräte regelmäßig zu säubern.

Die Hände waschen wir seit Corona häufiger also sonst, aber unser Handy bleibt oft tagelang ungereinigt. Bisher wurden zwar keine Coronainfektionen nachgewiesen, bei denen die Übertragung über unbelebte Flächen also auch Smartphones geschehen sind, - ganz einfach, weil die Viren auf trockenen Oberflächen generell eigentlich nicht sehr lange überleben können.

Wegen der Coronapandemie arbeiten derzeit viele Menschen im Homeoffice. Regelmäßiges Händewaschen ist derzeit besonders wichtig. Alltagsgegenstände können im Prinzip auch Keime übertragen. (Foto: Imago, imago images/Hans Lucas)
Wegen der Coronapandemie arbeiten derzeit viele Menschen im Homeoffice. Regelmäßiges Händewaschen ist derzeit besonders wichtig. Alltagsgegenstände können im Prinzip auch Keime übertragen. Imago imago images/Hans Lucas

Schmierinfektionen über Smartphones denkbar

Völlig ausgeschlossen ist eine Schmierinfektion über das Handy aber nicht- wenn vor allem, weil das Handy oft ans Gesicht gehalten wird. Laut einer vorab veröffentlichten Studie aus den USA kann das Coronavirus immerhin bis zu 72 Stunden auf Oberflächen aktiv bleiben.

Die größte Gefahr einer Ansteckung besteht immer noch über die direkte Übertragung von Keimen durch Niesen oder Husten.  (Foto: Imago, imago/Panthermedia)
Die größte Gefahr einer Ansteckung besteht immer noch über die direkte Übertragung von Keimen durch Niesen oder Husten. Eine Übertragung von Keimen über Gegenstände ist jedoch theoretisch denkbar. Imago imago/Panthermedia

Die Reinigung von Handys geht eigentlich ganz leicht

Über 50 mal am Tag nehmen wir im Durchschnitt unser Handy in die Hand. Wir nutzen es in der Bahn und auf der Toilette, wir halten es uns ans Gesicht. Aber wie oft reinigen wir es ?

Die wichtigsten Tipps für die Reinigung von Handydisplays und Computertastaturen

  • Reinigung mit einem Mikrofasertuch. Diese Methode ist einfach aber effektiv. Auch im trockenen Zustand saugen Mikrofasertücher viel Fett auf. Mit kreisenden Bewegungen und wenig Druck lassen sich so Fingerabdrücke und Wischer ganz einfach entfernen. Noch besser ist es, wenn man die Tücher leicht anfeuchtet, das entfernt noch mehr Erreger.
  • Achtung bei Geräten mit Kunststoff-Display: Auf keinen Fall scharfe Reinigungsmittel, Glasreiniger oder Alkohol benutzen. Diese können der Kunststoffoberfläche des Touchscreens schaden oder sie stumpf machen. Das gilt auch für fertige Bildschirmreinigungstücher.
  • Eine Displayschutzfolie anbringen: Eine Schutzfolie beugt nicht nur Kratzern im Display vor, sondern lässt sich auch leicht wechseln. Das entfernt auch Keime und andere Erreger. Außerdem lässt sich die Schutzfolie feucht abwischen. Gerade in Cremes und Makeups fühlen sich Bakterien wohl, die beim Telefonieren ganz leicht auf das Display wandern.
  • Ältere Geräte mit Zahnstocher oder Wattestäbchen reinigen: Vor allem alte Geräte haben noch Ritzen und Rillen. Da erfüllen Wattestäbchen und Zahnstocher gute Dienste. Dabei sollte man allerdings nicht in den kupfer- oder goldfarbenen Anschlüssen herumstochern! Da kann schnell etwas kaputt gehen.
Ein Mikrofasertuch kann bei der Reinigung von Smartphones bereits gute Dienste leisten. (Foto: Imago, imago images / Panthermedia)
Ein Mikrofasertuch kann bei der Reinigung von Smartphones bereits gute Dienste leisten. Imago imago images / Panthermedia
  • Auch Tastaturen von Laptops oder Desktopcomputern sollten regelmäßig einer Reinigung unterzogen werden, besonders die Zwischenräume. Druckluftsprays reinigen zwar die Zwischenräume, aber Viren werden damit nicht beseitigt und schlimmstenfalls noch weiter verteilt.
  • Im Fachhandel (wenn er noch offen hat) gibt es spezielle Reinigungs-Knetmasse. Diese lässt sich entsprechend gut formen, kommt in kleine Lücken und an der klebrigen Oberfläche bleiben Krümel und Staub hängen. Außerdem hat sie eine antibakterielle Wirkung und tötet sogar Erreger ab.
  • Auch bei Tastaturen leisten Mikofasertücher in Kombination mit speziellen Reinigungsflüssigkeiten oder -Sprays meist gute Dienste. Alternativ kann mandafür auch spezielle Tastatur-Reinigungstücher verwenden.

Doch warum der ganze Aufwand?

Handys von Krankenhausmitarbeitern oft mit Keimen belastet

Niest einer im Büro übers Handy auf dem Tisch und man nimmt es schnell ans Ohr, dann ist der Übertragungsweg und die Übertragungszeit kurz. Also schadet regelmäßige Reinigung nicht. Eine aktuelle Studie - des Journal of Hospital Infection belegt, dass vor allem die Geräte von Krankenhausmitarbeitern teilweise multiresistente Keime enthielten.

Aber auch in einer Kontrollgruppe von normalen Menschen wurden von Streptokokken bis hin zu E. coli diverse Erreger festgestellt. Allerdings: Viele der entdeckten Keime begegnen uns ohnehin im Alltag, Smartphone hin oder her. Also schadet regelmäßige Reinigung nicht.

In Arztpraxen und Krankenhäusern wird wegen der Gefahr einer Infektion mit Coronaviren viel auf Hygiene geachtet - nur nicht bei Smartphones. (Foto: Imago, imago)
In Arztpraxen und Krankenhäusern wird wegen der Gefahr einer Infektion mit Coronaviren viel auf Hygiene geachtet - nur nicht bei Smartphones. Imago imago
STAND
Quelle
SWR Wissen
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG
Quelle
SWR Wissen