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Die WHO warnt, viele Menschen könnten kaum zwischen Mythen und Fakten rund um das neue Coronavirus unterscheiden. Deshalb startet nun eine Infokampagne in den sozialen Medien.

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Sendedatum
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16:05 Uhr
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SWR2

Die Weltgesundheitsorganisation WHO entkräftet zahlreiche Mythen rund um das Coronavirus. Auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien geht die WHO auf häufig gestellte Fragen ein.

Hier die wichtigsten Fakten:

Was nicht gegen eine Ansteckung mit dem neuen Coronavirus hilft:

  • Das Einatmen von Feuerwerksrauch oder Gas
  • Das regelmäßige Benutzen von Nasentropfen
  • Der Verzehr von Knoblauch gegen die Infektion
  • Der Verzehr von Sesamöl oder auch die Nutzung von Sesamöl zur Desinfektion gegen das Virus.
  • Die Grippeschutzimpfung hilft nicht, da das Coronavirus aus Wuhan noch zu neu ist. An einem Impfstoff wird aber intensiv geforscht.
  •  Antibiotika helfen ebenfalls nicht. Sie wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren.
  • Es gibt zur Zeit noch keine speziellen Medikamente zur Prävention und Behandlung. Diejenigen, die sich infiziert haben, sollten sich aber behandeln lassen, um die Symptome zu lindern.
So klärt die WHO Mythen und Falschinformationen rund um die Infektion mit dem Coronavirus auf. (Foto: WHO)
So klärt die WHO Mythen und Falschinformationen rund um die Infektion mit dem Coronavirus auf. WHO

Wie der Virus offenbar nicht übertragen wird

Häufig wird gefragt, ob Haustiere wie Hunde und Katzen das neue Coronavirus verbreiten können. Die WHO schreibt, dass es keine Belege dafür gibt, dass Haustiere wie Hunde und Katzen mit dem Coronavirus aus China infiziert sind. Die WHO rät aber grundsätzlich dazu, sich die Hände zu waschen, nachdem man ein Haustier berührt hat.

Hunde und Katzen in Deutschland sind nicht infiziert und können daher den Virus nicht übertragen.  (Foto: Imago, imago images / Westend61)
Hunde und Katzen in Deutschland sind nicht infiziert und können daher den Virus nicht übertragen. Imago imago images / Westend61

Ungefährlich ist auch das Annehmen von Briefen oder Päckchen aus China. Schließlich überlebt das Virus nicht lange auf solchen Objekten, so die WHO.

Gibt es Menschen, die gefährdeter sind als andere?

Zunächst mal können sich Menschen aller Altergruppen infizieren. Besonders gefährdet sind nach bisherigen Erkenntnissen ältere Menschen über 65 Jahre und Menschen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel Asthma, Diabetes oder Herzkrankheiten. Sie können leichter an dem Virus erkranken. Am wenigsten schwer betroffen sind gesunde Kinder unter 10 Jahren, direkt gefolgt von Heranwachsenden.

Was man tun kann:

  • Alle sollten sich durch gute Hygiene schützen. Die WHO rät unter anderem zum regelmäßigen Händewaschen, auch wenn die Hände nicht sichtbar dreckig sind. Dabei können viruzide Desinfektionsmittel genutzt werden.
  • Abstand halten zu Menschen, die krank wirken und niesen oder husten.
Erkrankte sollten die sogenannte Husten- und Nies-Etikette einhalten. (Foto: Imago, imago images / Panthermedia)
Erkrankte sollten die sogenannte Husten- und Nies-Etikette einhalten. Imago imago images / Panthermedia
  • Außerdem sollte die sogenannte Husten- und Nies-Etikette eingehalten werden: Erkrankte sollten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen und das dann in einen geschlossenen Abfalleimer werfen.

Wie läuft die Ansteckung?

Menschen können sich gegenseitig anstecken. Normalerweise infiziert man sich über Tröpfchen, das heißt, wenn man zum Beispiel direkt angehustet wird.

Möglich sind auch sogenannte Schmierinfektionen. Dabei werden Erreger über eine Kette von Berührungen weitergereicht.

Dabei ist es auch möglich, sich bei Menschen anzustecken, die zwar infiziert sind, aber noch keine Krankheitssymptome haben.

Coronaviren können bei Menschen Erkältungen auslösen. Das neue Coronavirus kann in schwren Fällen auch zu einer Lungenentzündung führen. (Foto: Imago, imago images / Science Photo Library)
Coronaviren können bei Menschen Erkältungen auslösen. Das neue Coronavirus kann in schweren Fällen auch zu einer Lungenentzündung führen. Imago imago images / Science Photo Library

Wie sind die Symptome einer Infektion mit dem neuen Coronavirus?

Die häufigsten Symptome bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind Fieber und trockener Husten. Im schlimmsten Fall kann es auch zu einer Lungenentzündung kommen.

20 Prozent der Infizierten erkranken so schwer an covid 19, dass sie in einer Klinik behandelt werden müssen. Die Zahlen derer, die daran sterben, ist schwer zu berechnen. Es kursieren viele unterschiedliche Zahlen. Das reicht von 0,7 Prozent bis hin zu 15 Prozent der Infizierten. Dabei hängt es offenbar auch davon ab, wie gut ein Gesundheitssystem für den Ansturm von vielen Kranken gerüstet ist.  

In den meisten Fällen werden die Infizierten wieder gesund.

Was nutzen Atemschutzmasken  

Atemschutzmasken nutzen vor allem dann, wenn infizierte Menschen sie tragen. Auch Patienten, die als Verdachtsfälle eingestuft werden, sollten eine mehrlagige Mund-Nasen-Maske tragen, rät das Robert-Koch-Institut. Eine Infektion von außen können die meisten Atemschutzmasken aber nur sehr schlecht abwehren.

Fahrgäste in Singapur tragen Atemschutzmasken. Sie hoffen sich damit vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Doch die Schutzwirkung ist verschwindend gering.  (Foto: Imago, imago images / Olaf Schuelke)
Fahrgäste in Singapur tragen Atemschutzmasken. Sie hoffen sich damit vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Doch die Schutzwirkung ist verschwindend gering. Imago imago images / Olaf Schuelke

So reagieren die sozialen Medien auf Corona-Lügen

Facebook will Posts löschen, die von Gesundheitsbehörden als gefährdend eingeschätzt werden. Hier waren unter anderem unsinnige oder hochgefährliche Tipps zur Vorsorge verbreitet worden.

Google hat angesichts zahlreicher Fake News seine Suchergebnisliste für das neue Coronavirus angepasst. Vor den normalen Suchergebnissen wird zunächst eine Linksammlung der Weltgesundheitsorganisation mit Verhaltenstipps angezeigt.

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