Stechmücke sitzt auf menschlicher Haut und sticht (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)

Tipps zur Vorsorge So halten Sie sich Stechmücken vom Leib

Sie sind lästig, ihre Stiche jucken - und im schlimmsten Fall entzünden sie sich: Stechmücken können uns richtig quälen. Wir zeigen, wie Sie sich vor den Blutsaugern schützen.

Wenn Stechmücken Opfer suchen, reagieren sie vor allem auf Duftstoffe, den Körpergeruch und auch den Atem von Menschen. Das liegt am ausgeatmeten Kohlendioxid. Die Insekten riechen aber auch unseren Schweiß und den "Duftcocktail" auf unserer Haut: Ammoniak, Milchsäuren und Fettsäuren.

Verhaltensregeln zum Schutz vor Mückenstichen

  • Stellen Sie einen Ventilator auf: Für Stechmücken sind wir nichts anderes als ein Eiweißlieferant mit einer Dunstglocke voller herrlichster Gerüche außenherum. Ein Ventilator lässt diese Dunstglocke um uns verschwinden - und schon finden uns die Blutsauger viel unattraktiver.
  • Gehen Sie vor dem Schlafen oder vor der Grillparty unter die Dusche: Kaum etwas ist für Stechmücken so verführerisch wie menschlicher Schweiß. Durch die Dusche wird dieser weggespült. Zweitens wird der natürliche Körpergeruch durch das Duschen zumindest eine Zeit lang weniger intensiv. Je nach persönlichem Duftcocktail werden einige Mückenarten nämlich auch durch unseren Körpergeruch angezogen - ganz unabhängig vom Schweiß.
  • Wählen Sie die richtige Kleidung: In mehreren Experimenten zeigten bestimmte Mückenarten eine Vorliebe für dunkle Farben. Schwarz und marineblau kamen besonders gut an. Neben hellen Farben sind langärmelige Pullis, lange Hosen und Socken zu empfehlen - am besten aus dickeren Stoffen wie Leinen, durch die der Stechrüssel der Mücke nicht durchkommt.
  • Meiden Sie ab der Dämmerung die Nähe von stillen Gewässern: Hier wachsen die Mückenlarven heran. Schon bald nach dem Schlüpfen paaren sich die Insekten - und ab diesem Moment steigt das Risiko für Mückenstiche rapide an. Denn die Weibchen brauchen jetzt für die Entwicklung ihrer Eier Proteine und Eisen aus dem menschlichen Blut.
  • Lenken Sie Mücken durch getragene Socken ab: In einem Versuch hat sich gezeigt, dass Stechmücken kaum etwas so unwiderstehlich finden wie getragene Socken. Diese sollten Sie ab jetzt nicht direkt in die Wäschetonne schmeißen, sondern als Ablenkungsmanöver in der Nähe des Bettes platzieren.
  • Tragen Sie Mückenschutzmittel möglichst flächendeckend auf: Stechmücken lassen sich nicht durch eine Duftwolke aus Mückenschutzmittel abschrecken. Mit ihren ausgezeichneten Sinnen finden Mücken die noch so kleinste Lücke auf der Haut, die nicht besprüht wurde - und stechen zu. Gehen Sie daher beim Auftragen des Mittels besonders sorgfältig vor.
  • Ätherische Öle und die richtigen Pflanzen: Wir müssen nicht immer zur "chemischen Keule" greifen. Es gibt auch natürliche Methoden zur Abwehr von Stechmücken - z.B. die ätherischen Öle von Zitronenmelisse, Lorbeer und Lavendel auf der Haut oder Pflanzen wie Tomaten oder Katzenminze auf Balkon und Terrasse.

Was tun, wenn man gestochen wurde?

  • Wurde man gestochen, ist es am wichtigsten, den Juckreiz so weit zu lindern, dass man sich nicht kratzt. Denn erstens verschlimmert das Kratzen den Juckreiz und zweitens kann sich die aufgekratzte Stelle - zum Beispiel durch Dreck unter den Fingernägeln - infizieren. Entzündete Mückenstiche können zu schweren Komplikationen führen.
  • Um das lästige Jucken zu lindern und damit ein Kratzen zu vermeiden, können Hausmittel nützlich sein. Am wirksamsten ist es, zu kühlen - beispielsweise mit einem Eiswürfel, einem Kühl-Pad oder einer eiskalten Flasche. Auch eine Zitronenscheibe, Apfelessig oder eine halbe Zwiebel können den Juckreiz reduzieren.
  • Kühlende Gele mit pflanzlichen Wirkstoffen aus der Apotheke sorgen für Linderung.
  • Es werden auch Gele mit Antihistaminika gegen Insektenstiche angeboten. Laut Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest ist die therapeutische Wirksamkeit jedoch nicht belegt. Das die Gele bei Juckreiz trotzdem gut tun können, liege daran, dass sie auf der Haut verdunsten und dabei kühlen.
  • Ob es sinnvoll ist, eine Einstichstelle zu erwärmen, um den Juckreiz zu lindern, da sind sich die Experten uneins.
  • Vorsicht ist bei Allergikern geboten und wenn die Schwellung so stark wird, dass man Beschwerden hat, wenn man sich bewegt und/oder es heiß und schmerzhaft wird. Ein deutliches Warnzeichen ist auch Fieber – unter anderem, weil inzwischen auch in Europa tropisches Fieber von Stechmücken übertragen wird. Treten solche Symptome auf, sollte man sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.
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