Miniaturfigur einer alten Frau mit Rollator steht neben mehreren Euro-Geldstücken (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Tipps für die Finanzierung So wird das altersgerechte Zuhause gefördert

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Sie möchten solange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben? Dann sollten Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus so umbauen lassen, dass Sie auch im Alter gut zurechtkommen. Dafür gibt es staatliche Fördergelder.

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet Investitionszuschüsse oder vergünstigte Darlehen für den altersgerechten Umbau von Wohnungen und Häusern. Gefördert wird auch der Erstkauf von gerade umgebauten Immobilien. Auch Mieter können Finanzmittel beantragen, wenn sie Immobilien modernisieren, barrierefrei gestalten oder mit intelligenter Haustechnik ausstatten wollen. Für diesen Fall empfiehlt die KfW, eine Modernisierungsvereinbarung mit dem Vermieter abzuschließen.

Zuschuss: Was wird gefördert und wie sind die Konditionen?

Alte Frau im Rollstuhl am Eingang einer Duschkabine (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Der rollstuhlgerechte Umbau der Dusche wird gefördert. picture-alliance / dpa -

Mit dem Investitionszuschuss werden viele verschiedene Umbauten gefördert, die das Haus oder die Wohnung barrierefrei machen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau übernimmt zehn Prozent der Kosten, wenn man selbst mindestens 2.000 Euro investiert. Der maximale Zuschuss liegt bei 6.250 Euro je Objekt. Dafür muss man das Eigenheim aber auch so umbauen, dass es komplett barrierefrei ist und dem KfW-Standard "altersgerechtes Haus" entspricht. Der Investitionszuschuss wird direkt bei der KfW beantragt (auch online möglich).

Beispiele für geförderte Maßnahmen:

  • Entfernen von Barrieren an Zugängen zu Haus oder Wohnung z.B. mit einer Rampe zur Überbrückung von Treppenstufen
  • Einbau von breiteren Türen, damit z.B. Rollstühle gut durchkommen
  • intelligente Türschlösser, die man per Zahlencode oder sogar per App öffnen kann
  • helle Beleuchtung rund ums Haus
  • nachträglicher Einbau eines Aufzugs im Haus oder eines Treppenlifts
  • Umgestaltung des Badezimmers (z.B. ebenerdiger Eingang für die Dusche, Modernisierung von Waschbecken, Badewannen etc.)
  • Einbau von Bediensystemen wie z.B. automatische Rolläden
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation wie z.B. Gegensprechanlagen

Eine Liste aller Maßnahmen, die gefördert werden, finden Sie auf der Homepage der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Kredit: Was bekommt man und worauf muss man achten?

Alternativ zum Investitionszuschuss können Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau auch einen Kredit für den barrierefreien Umbau von Immobilien beantragen. Auf diesem Wege sind bis zu 50.000 Euro pro Haus oder Wohnung möglich. Das Lebensalter des Antragstellers spielt keine Rolle.

  • Den Kredit können alle bekommen, die "barrierereduzierend und einbruchsichernd" umbauen oder umgebauten Wohnraum kaufen.
  • Der Zinssatz beträgt 0,75 Prozent und wird für 5 Jahre festgeschrieben.
  • Mit dem Kredit werden die gleichen Umbaumaßnahmen gefördert wie mit dem Investitionszuschuss (siehe oben).
  • Der Kredit muss über die Hausbank beantragt werden.
  • Vorher sollte man einen Plan aufstellen, was genau gemacht werden soll. Hierzu kann man sich z.B. von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beraten lassen.
  • Man darf mit den Arbeiten erst anfangen, wenn man die Zusage erhalten hat.

Statt bei der KfW können Sie auch einen Kredit bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) beantragen. Hier ist er ein bisschen teurer als bei der KfW, dafür ist der Zins aber auf 10 Jahre festgeschrieben. Diesen Kredit kann man jedoch nur beantragen, wenn man eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreitet. Für ein Ehepaar liegt diese aktuell bei gut 34.000 Euro im Jahr.

Zuschuss durch die Pflegekasse

Neben der KfW-Förderung zahlt auch die gesetzliche Pflegekasse Zuschüsse für den Umbau zum barrierefreien Zuhause. Voraussetzung: Eines der Haushaltsmitglieder ist pflegebedürftig und in einen Pflegegrad eingestuft. Dann können Sie bei Ihrer Pflegeversicherung bis zu 4.000 Euro Zuschuss "für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen" bekommen. Wohnen mehrere Pflegebedürftige zusammen, kann jeder für sich den vollen Förderbetrag erhalten. Der Zuschuss muss vor Baubeginn mit einem Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse beantragt werden.

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