Hand mit Stift setzt auf einem Blatt Papier mit der Überschrift Patientenverfügung an (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Richtig vorsorgen Wie fülle ich eine Patientenverfügung aus?

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Was soll medizinisch getan werden, um Sie am Leben zu erhalten? Das legen Sie selbst in der Patientenverfügung fest. Damit Ihr Wille im Notfall auch durchgesetzt wird, muss sie richtig ausgefüllt werden. Wir geben Ihnen Tipps, worauf Sie dabei achten sollten.

Checkliste für die Patientenverfügung

Hier die wichtigsten Punkte im Überblick. Diese sind weiter unten näher erläutert.

  • Lassen Sie sich vor dem Ausfüllen fachmännisch beraten
  • Verwenden Sie offizielle Formulierungshilfen
  • Formulieren Sie die Verfügung verständlich und konkret
  • Erstellen Sie zusätzlich eine Vorsorgevollmacht

Was ist eine Patientenverfügung?

Die Patientenverfügung ist ein schriftliches Dokument, das eigenhändig unterschrieben werden muss. Darin legen Sie fest, in welchen Situationen Sie bestimmten medizinischen Maßnahmen zustimmen oder diese ablehnen. Die Verfügung wird angewendet, wenn Sie nicht mehr entscheidungsfähig sind und ihren eigenen Willen nicht mehr äußern können - z.B. wenn Sie im Koma liegen. In einer konkreten Behandlungssituation muss der Arzt prüfen, ob die Patientenverfügung zum Tragen kommt und sie dann ggfs. in Abstimmung mit den Angehörigen umsetzen.

Wo bewahre ich die Patientenverfügung auf?

Die Patientenverfügung sollte so aufbewahrt werden, dass Ärzte und Bevollmächtigte möglichst schnell und unkompliziert darauf zugreifen können. Am besten hinterlegen Sie das Dokument bei den engsten Angehörigen und eine Kopie beim Hausarzt. Sie sollten auch eine Karte bei sich haben, auf der vermerkt ist, dass eine Patientenverfügung vorliegt. Haben Sie eine Vorsorgevollmacht erstellt, sollten Sie auch den Namen des Bevollmächtigten bei sich führen.

Lassen Sie sich vor dem Ausfüllen beraten

Ärztliche Maßnahmen korrekt zu beschreiben ist für Laien ohne fachmännische Hilfe oft nicht möglich. Daher sollten Sie sich vor dem Verfassen einer Patientenverfügung beraten lassen. Das können Sie zum einen beim Hausarzt machen. Der kann helfen, die Formulierungen verständlich und konkret zu halten, weil er sich in der Fachsprache der Mediziner sehr gut auskennt. Zum anderen können Sie sich an Beratungsstellen wie z.B. die Unabhängige Patientenberatung Deutschland wenden, die in solchen Fragen viel Erfahrung haben.

Frau liest konzentriert eine Broschüre über Vorsorge (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Verwenden Sie Formulierungshilfen

Die Patientenverfügung ist gesetzlich geregelt. Daher stellt das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz Anleitungen bereit. Diese enthalten passende Formulierungen und können auf der Internetseite des Ministeriums heruntergeladen werden. Diese Textbausteine können Sie für Ihre Patientenverfügung genau so übernehmen. Außerdem finden Sie dort auch die Broschüre "Patientenverfügung" zum Download, die viele wichtige Informationen zum Thema enthält.

Beispiel für einen Textbaustein:

"In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich, dass alle lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen werden. Hunger und Durst sollen auf natürliche Weise gestillt werden, gegebenenfalls mit Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Ich wünsche fachgerechte Pflege von Mund und Schleimhäuten sowie menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege und das Lindern von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Unruhe und anderer belastender Symptome."

Formulieren Sie verständlich und konkret

Die Formulierungen in der Patientenverfügung sollten möglichst konkret sein. Sie sollten zum einen beschreiben, in welchen Situationen die Patientenverfügung gelten soll. Zum Beispiel "im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit". Zum anderen müssen Sie auflisten, welche Behandlungen Sie in diesen Situationen wünschen oder nicht. Zum Beispiel, ob Sie künstlich ernährt werden möchten.

Es reicht nicht aus, allgemein zu schreiben: "Ich lege auf lebensverlängernde Maßnahmen keinen Wert". So hat kürzlich auch der Bundesgerichtshof entschieden. Im konkreten Fall waren die Sätze in der Patientenverfügung so allgemein formuliert, dass sie unterschiedlich interpretiert werden konnten. Im Zweifel sollte ein Gericht aber versuchen herauszufinden, wie ein Patient entschieden hätte, wenn er noch selbst bestimmen könnte. So hat es der Bundesgerichtshof Ende März 2017 im Fall einer Frau entschieden, die seit mehreren Jahren im Wachkoma liegt.

Erstellen Sie zusätzlich eine Vorsorgevollmacht

Ihr Wille ist zwar in der Patientenverfügung eindeutig formuliert. Trotzdem wäre es besser, wenn jemand darauf achtet, dass dieser Wille in einer Notsituation auch durchgesetzt wird. Das können Sie mit einer Vorsorgevollmacht regeln. Diese Vollmacht kann der Ehepartner übernehmen, aber auch ein Familienangehöriger oder ein Vertrauter aus dem Freundeskreis. Auf jeden Fall sollte es jemand sein, dem Sie vertrauen und der diese Verantwortung auch übernehmen möchte.

Mit der Vorsorgevollmacht können Sie auch z.B. die Regelung Ihrer Postangelegenheiten und vieles andere auf den Bevollmächtigten übertragen. Viele Banken verlangen allerdings, dass für den Zugriff aufs Konto ein Extraformular ausgefüllt wird.

Achtung: Auch Ehepartner müssen sich gegenseitig schriftlich die Vorsorgevollmacht einräumen!

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