Eine Frau steht mit einem Arzt vor einem Schaubild mit einem Herzen (Foto: Imago/ Stock& People - Jochen Tack)

Stau im Körper Warum unsere Gefäße so wichtig sind

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Viele Menschen möchten gesund bleiben und tun einiges dafür. Die Gefäße stehen dabei selten im Mittelpunkt des Interesses. Dabei haben sie eine wichtige Aufgabe im Körper.

Überlebenswichtige Gefäße

Unserem Herzen schenken wir viel Aufmerksamkeit, an unsere Gefäße denken wir selten. Dabei sind unsere Blutadern (Venen und Arterien) die überlebenswichtigen Haupttransportwege unseres Körpers. 30.000 Millionen haben wir davon. Würden sie nicht altern, könnten wir Menschen weit über hundert Jahre alt werden. Weit verzweigt über den ganzen Körper pumpt das Herz über unsere Gefäße Blut und Nährstoffe bis in die letzte kleine Zelle. Wie bei einer Wasserversorgung leiten die Arterien "frisches", also sauerstoffreiches Blut in unseren Körper, die Venen transportieren verbrauchtes, also kohlendioxidreiches Blut und Schadstoffe aus den Zellen ab. Und wie bei Leitungen kann es auch in diesem Verkehr Störungen, also Verstopfungen geben.

Blutkreislauf (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Wenn die Leitung verstopft ist

Die Gefäßmediziner oder Angiologen kennen zwei Formen von Beeinträchtigung: die verengenden, auch arterielle Verschlusskrankheiten genannt, und die erweiternden Gefäßerkrankungen. Bei jedem fünften Menschen über 65 sind die Gefäße verengt, Männer leiden häufiger darunter als Frauen. Im schlimmsten Fall führt die Arteriosklerose zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, beides lebensgefährliche Erkrankungen. Bei einem Infarkt wird durch den Verschluss der Gefäße ein Teil des Herzens nicht mehr richtig mit Blut versorgt, die Muskeln können nicht arbeiten, der Herzrhythmus gerät durcheinander. Das hat schwerwiegenden Folgen für den ganzen Körper, weshalb jede Minute bis zur medizinischen Versorgung zählt. Auch Thrombosen, also Blutgerinnsel, sind Folgen von verstopften Blutadern.

TÜV für die Aorta

Ein großes Schreckensgespenst ist das Aneurysma, eine Art Aussackung oder Erweiterung einer Hauptschlagader. Betroffen sind oft Gehirnarterien oder die Hauptschlagader, die Aorta. Reißt ein Aneurysma, entstehen innere Blutungen, die - nachvollziehbar – sehr gefährlich werden können. Ab dem 50. Lebensjahr legen die Gefäßmediziner jedem ans Herz, den Status seiner Gefäße überprüfen zu lassen. Diese Prüfung "auf Verdacht" wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Besenreiser und andere Ärgernisse

Frau beim Ausdauersport (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / Reportdienste -)
Ausdauersport ist gut für die Gefäße. picture-alliance / Reportdienste -

Besonders ältere Frauen, aber auch Männer klagen häufiger über ein Schweregefühl in den Beinen. Sie haben Krampfadern. Schuld an den dauerhaft erweiterten Venen ist eine angeborene Bindegewebsschwäche, das heißt, diese Veranlagung wird von Generation zu Generation weitergegeben. Schon die minimale Variante, die so genannten "Besenreiser", stellt für viele Frauen ein großes optisches Problem dar. Sie können aber auch zum medizinischen werden, zum Beispiel wenn Geschwüre oder Venenthrombosen daraus entstehen. Krampfadern lassen sich mit moderner Lasertechnik gut behandeln. Für die Gefäße gilt, was allgemein für unsere Gesundheit gilt: Unser Lebensstil kann entscheidend sein. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Ausdauersport und der absolute Verzicht auf die Zigarette. Unsere Gefäße werden es uns danken!

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