Osteopathie kann helfen So kriegen Sie Rückenschmerzen in den Griff

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Menschen mit Rückenleiden können Pillen gegen die Schmerzen schlucken. Eine andere Möglichkeit kann sein, sich osteopathisch behandeln zu lassen. Was bringt das?

Frau hält sich mit beiden Armen am Rücken (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Rückenschmerzen sind in der Bevölkerung sehr verbreitet. Thinkstock -

Osteopathie - eine qualifizierte Ausbildung

Mit Hilfe manueller Techniken, also der Arbeit mit den Händen, regt ein Osteopath die Selbstheilungskräfte im Patienten an. Hauptbehandlungsgruppe sind Menschen mit Knochen- und Gelenkschmerzen. Aber die Osteopathie kann noch viel mehr. Voraussetzung dafür: gut ausgebildete Ärzte. Alfred Galeazzi, ärztlicher Osteopath an der Loreley-Klinik Oberwesel: "Sie müssen sich dafür auf eine lange Ausbildung und nach der eigentlichen Ausbildung auf eine praktische Qualifizierung gefasst machen. Das heißt, Sie müssen lernen, die Zeichen, die der Körper in seinen verschiedenen Systemen, seiner Vernetzung zeigt, lesen zu lernen. Dies ist nicht einfach und erfordert einen anderen Zugang zum Menschen, wie sie das sonst in der Medizin gelernt haben."

Palpation - das richtige Gefühl in den Händen

Gelernt haben Osteopathen, wie das Muskel-Skelett-System, die inneren Organe und das Nervensystem zusammenwirken. Zum Beispiel bei Kopfschmerz. Kopf und Magen sind eng verbunden über den Vagus-Nerv. Hier kommen die Hände des Osteopathen ins Spiel, in der so genannten Palpation: "Palpation heißt, dass sie über die Tastmöglichkeiten, die sie schulen in ihren Händen, in der Lage sind, die Kopf- und die Magenregion zu untersuchen und auch eine Verbindung herzustellen zwischen beiden."

Ganzheitliche Behandlung aller Körperregionen

Die Finger des Therapeuten spüren die in Unordnung geratenen Energieschwingungen des Körpers und beseitigen Störungen. Medikamente können verringert werden oder ganz wegfallen. Patientin Kerstin Bachtler, seit ihrem 15. Lebensjahr von Knie- und Hüftschmerzen geplagt, landete bei einer Osteopathin, weil ihr die Orthopäden nur Spritzen gaben:

"Also die Behandlung ging dann immer so vor sich, dass die Osteopathin bei den Füßen begann mit langsamen Druckgriffen, dass sie ihre Hände erst einmal auf die Gelenke legte und eine Weile dort ließ. Und dadurch veränderte sich bei mir im Körper schon etwas - hatte ich das Gefühl. Und das setzte sich dann so fort über die Knie, die Hüfte, den Brustkorb bis zum Kopf. Am Kiefer hat sie auch gearbeitet und alles hat sich dadurch verändert."

Mitarbeit bei der Behandlung ist gefragt

Altersgrenzen gibt es bei der Osteopathie keine. Der Patient muss allerdings mitarbeiten, betont Alfred Galeazzi von der Loreley-Klinik Oberwesel: "Die Osteopathie ist keine rein passive Methode. Sie legen sich nicht hin, fühlen sich wohl und werden behandelt. Es ist mit dem Faustpfand verbunden, dass sie auch was tun müssen."

Osteopathie - für manche ein kleines Wunder

Sprich: sein Stressverhalten, oft sein Lebensmuster ändern. Osteopathie, das betonen die Ärzte, sei keine Zauberei, sondern gebe dem Körper Anstöße zur Selbstheilung. Für Kerstin Bachtler jedoch bleibt sie ein kleines Wunder: "Denn ich bin ja fast mein Leben lang immer mit diesen Schmerzen rum gelaufen und hatte akute Schmerzen, eigentlich 20 Jahre lang. Und jetzt bin ich schmerzfrei. Ich jogge sogar wieder und zwar heftig und genieße es sehr. Und dafür bin ich sehr dankbar! Für mich fühlt sich das nach einer ganz umfassenden Heilung an."

Weitere Informationen

Noch mehr Informationen über Osteopathie können Sie bei der Deutschen Gesellschaft für manuelle Medizin in Boppard erhalten (Tel: 06742/800 10). Hier erhalten Sie auch Auskünfte zu Osteopathen in Ihrer Region.

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