Älteres Paar steht im Supermarkt mit einer Packung Eier in der Hand (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / imageBROKER -)

Im Supermarkt Checkliste für den klimafreundlichen Einkauf

AUTOR/IN

Wo kommt das Gemüse her? Wie sind die Lebensmittel verpackt? Mit welchem Verkehrsmittel fahre ich zum Laden? Klimafreundlich einkaufen heißt mehr als nur auf die Plastiktüte zu verzichten.

Das ist beim Einkaufen grundsätzlich wichtig

  • Anfahrt: Wenn möglich, kaufen Sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr ein. Wenn es das Auto sein muss, machen Sie lieber einen großen Einkauf statt viele kleine.
  • Einkaufstaschen: Verwenden Sie am besten wiederverwendbare Stofftaschen statt Plastiktüten. Für Obst und Gemüse gibt es ebenfalls passende Beutel. Einmal-Papiertüten sind ökologisch gesehen keine gute Alternative, weil für ihre Herstellung viele Ressourcen verbraucht werden. Auch Bioplastiktüten sind problematisch, weil sie von den Entsorgungsbetrieben oft nicht kompostiert werden können. Da die Produktion von Stoffbeuteln aus Baumwolle aufwändig ist, sollten sie nicht nur einmal verwendet werden.
  • Verpackungen: Kaufen Sie möglichst lose Ware statt verpackte. So vermeiden Sie unnötigen Verpackungsmüll. Versuchen Sie es auch mal in einem "Unverpackt"-Laden, wenn es einen in Ihrer Nähe gibt. Hier bringen Sie die Behälter selber mit und lassen sie auffüllen. Falls Sie auf dem Land wohnen, gibt es unverpackte Lebensmittel vielleicht im Hofladen beim Bauern um die Ecke.
  • Bio-Siegel: Weit verbreitet ist das EU-Bio-Siegel (nach EG-Öko-Verordnung). Besser sind jedoch Siegel von Anbauverbänden wie Bioland oder Demeter. Da sind die Anforderungen strenger. Vorsicht auch bei Bioware vom Discounter.
  • Fair Trade: Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Produkte ein Fair Trade-Siegel haben wie "Fairtrade" oder "GEPA fair" (wichtig z.B. bei Kaffee). Dadurch wird gewährleistet, dass die Produzenten angemessen bezahlt werden. Außerdem wird dadurch in vielen Fällen auch der Bio-Landbau gefördert.
Dauer

Obst und Gemüse

  • Selber zubereiten statt fertig kaufen: Machen Sie Obst- und Gemüsesalate lieber selbst und verzichten Sie nach Möglichkeit auf Fertigprodukte oder verzehrfertige "To Go"-Produkte. So überblicken Sie besser, was drin ist und haben immer frische Zutaten. Außerdem vermeiden Sie unnötigen Verpackungsmüll.
  • Bio ist besser: Kaufen Sie Obst und Gemüse möglichst nur aus ökologischem Anbau. Die sind nicht mit Pestiziden behandelt und auch sonst unter umweltfreundlicheren Bedingungen gewachsen. Auf diese Weise schonen Sie auch die Insektenwelt.
  • Regional und saisonal: Greifen Sie bevorzugt zu Produkten, die in der Region angebaut werden und die gerade Saison haben. Da sind die Transportwege meist deutlich kürzer und dadurch die CO2-Bilanz viel besser.
Frisches Obst und Gemüse (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
dpa Bildfunk -

Fleisch, Fisch, Eier und Käse

  • Seltener essen: Essen Sie so wenig tierische Lebensmittel wie möglich. Das betrifft Fleisch, Fisch, Käse und Eier. Die Herstellung tierischer Lebensmittel ist immer aufwändiger als die pflanzlicher und verbraucht dadurch mehr Ressourcen. Außerdem sind Tiere in Massentierhaltung nachweislich unter Dauerstress und müssen oft mit Medikamenten wie z.B. Antibiotika behandelt werden. Das kann sich negativ auf die Fleischqualität auswirken.
  • Bio ist besser: Greifen Sie auch bei tierischen Produkten lieber zu Bio-Ware mit einem entsprechenden Siegel. So stellen Sie sicher, dass kein gentechnisch verändertes Futter verwendet wurde, die Tiere aus artgerechter Haltung kommen und der Fisch nicht aus überfischten Gewässern.
  • Frisch statt verpackt: Kaufen Sie Wurst, Fleisch und Käse lieber an der Frischetheke statt zu verpackter Ware zu greifen. Das hilft Verpackungsmüll zu reduzieren.

Getränke

  • Mehrweg statt Einweg: Kaufen Sie Mehrweg- statt Einwegflaschen. Diese werden wiederverwendet statt entsorgt. Vorsicht: Eine Pfandflasche ist nicht automatisch Mehrweg! Mehrwegflaschen erkennen Sie an dem Symbol "Blauer Engel" oder "Mehrweg - für die Umwelt" mit dem blauen Kreis.
  • Wasser aus dem Hahn: Trinken Sie Leitungswasser statt Mineralwasser aus Flaschen. Wenn Sie es lieber mit Kohlensäure mögen, kaufen Sie sich ein Sprudelgerät. Zum einen fällt das Schleppen der Wasserkästen weg, zum anderen werden an das Leitungswasser in Deutschland hohe Qualitätsanforderungen gestellt, sodass sie es bedenkenlos trinken können.
  • Keine Wegwerfbehälter: Nutzen Sie für Ihren Kaffee oder Tee zum Mitnehmen lieber einen Thermobecher statt Wegwerfbehälter. In einigen Läden bekommen Sie sogar einen Rabatt, wenn Sie Ihren eigenen Becher mitbringen. Der Verbrauch von Einweg-Kaffeebechern ist in Deutschland immer noch viel zu hoch.
Kaffee wird aus einer Maschine in einen Mehrweg-Kaffeebecher gefüllt (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
dpa Bildfunk -

Kosmetik und Reinigungsmittel

  • Verzicht auf Chemie und Synthetik: Kaufen Sie vorzugsweise Naturkosmetik. Dadurch ist sichergestellt, dass die Produkte natürliche Bestandteile enthalten und für die Herstellung keine Tierversuche nötig sind. Leider enthält Naturkosmetik manchmal auch Mikroplastik. Informieren können Sie sich in einem Einkaufsratgeber des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.).
  • Ökosiegel: Achten Sie bei Wasch- und Reinigungsmitteln auf Zertifizierungen wie z.B. das "EU-Ecolabel", "Blauer Engel", "Ecocert oder Ecogarantie".
  • Hausmittel: Probieren Sie auch mal alte Hausmittel wie z.B. Soda oder Zitronen- und Essigsäure. In vielen Fällen machen die genauso gut sauber. Der Umwelt ersparen Sie dadurch eine Menge Chemie.
AUTOR/IN
STAND