Draufsicht auf einen Laptop, auf dem jemand tippt, daneben stehen ein Teller mit Keksen und eine Kaffeetasse (Foto: Imago, Panthermedia)

Datenschutz Cookies - wie wir im Internet verfolgt werden

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Finden Sie das nicht auch gespenstisch? Sie besuchen eine Internetseite und bekommen Werbung für genau die Produkte angezeigt, nach denen Sie kürzlich gesucht haben. Schuld daran sind u.a. Cookies. Wir erklären, was sie tun und warum das nicht immer schlimm ist.

Was sind Cookies?

Cookies sind kleine Textdateien, die eine Internetseite auf Ihrem Computer oder Handy speichert, wenn Sie sie besuchen. Darin können Informationen stehen wie z.B. der verwendete Browser, E-Mail-Adresse, Name, Telefonnummer oder die auf der Seite ausgewählte Sprache. Das macht das Surfen komfortabler, macht Sie als Besucher aber auch eindeutig erkennbar. Wenn Sie das nächste Mal diese Seite besuchen, weiß sie, wer Sie sind und welche Einstellungen Sie bevorzugen. Mit Cookies können die Betreiber von Webseiten aber auch ganz andere Ziele verfolgen.

Die Bezeichnung "Cookies" leitet sich aus dem Programm "fortune cookie" ab, das nach dem Zufallsprinzip einen Spruch oder ein Zitat erzeugt. "Fortune cookie" ist Englisch und heißt Glückskeks.

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Gute und böse Cookies

"Gute" Cookies sind sinnvoll, weil sie für das komfortable Surferlebnis auf einer Internetseite wichtig sind. Darin kann z.B. festgehalten werden, was in den Warenkorb gelegt wurde oder wie die Login-Daten lauten. Dann muss sich der Nutzer nicht bei jedem Besuch der Seite neu anmelden. Auch persönliche Einstellungen auf der Seite kann sich das Cookie "merken". Damit verfolgt Sie der Seitenbetreiber in der Regel nicht und gibt auch keine Daten an Dritte weiter.

Junge Frau beim Onlineshopping auf einem Laptop (Foto: Imago, Jochen Tack)
Imago Jochen Tack

"Böse" Cookies können das Surfverhalten des Nutzers im Internet nachverfolgen. Deswegen nennt man sie Tracking-Cookies. Tracking ist Englisch und heißt "verfolgen". Solche Cookies werden oft dauerhaft auf dem Computer gespeichert und müssen manuell gelöscht werden. Aus den Daten können Interessenprofile gebildet werden. Diese Informationen werden gerne von Unternehmen genutzt, um passende Werbung auf den Seiten anzubieten. Auch US-Konzerne wie Google und Facebook leben vom Sammeln solcher Daten. Außerdem können staatliche Behörden wie Polizei oder Geheimdienste ein Interesse daran haben zu sehen, welche Seiten jemand im Internet aufruft.

Wie schütze ich mich vor unliebsamen Cookies?

  • Cookies regelmäßig löschen: Das können Sie in den Einstellungen jedes Browsers und auch auf dem Smartphone machen. Am besten stellen Sie Ihren Browser so ein, dass er beim Schließen die Cookies automatisch löscht.
  • Cookies von Drittanbietern sperren: Auch das steckt in den Browser-Einstellungen. Sie können dort auch alle Cookies sperren. Das ist aber nicht zu empfehlen, da viele Webseiten dann nicht mehr richtig funktionieren.
  • Add-ons im Browser verwenden: Add-ons sind Erweiterungen für den Browser, die man sich zusätzlich installieren muss. Solche Erweiterungen können z.B. regelmäßig Cookies auf dem Computer löschen oder das Tracking sogar komplett blockieren (Werbe- oder Tracking-Blocker).

Da die Cookies von Dritten in den Einstellungen der meisten Browser so leicht gesperrt werden können, binden immer mehr Unternehmen ihre Dateien als Erstanbieter-Cookies direkt in die Seiten ein. Dadurch können sie leider nicht mehr gesperrt werden, wenn man Drittanbieter-Cookies ausschließt. Eine Lösung ist, Cookies zwischendurch immer wieder mal zu löschen oder bestimmte Erweiterungen für den Browser zu nutzen (z.B. Neat URL).

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR4 Rheinland-Pfalz

Ausblick: Warum Cookies eigentlich ein "alter Hut" sind

Cookies lassen sich leicht sperren und löschen. Einige Unternehmen versuchen daher schon seit längerem, sich von Cookies unabhängig zu machen. Sie setzen zusätzlich andere Techniken ein, um die Internetnutzer zu erkennen und zu "verfolgen". Hier zwei Beispiele:

  • EverCookies: Mit dieser Technik werden unabhängig von den normalen Cookies weitere Markierungen im Browser gesetzt, um den Besucher wiederzuerkennen, z.B. in Bildern. Damit können sogar gelöschte Tracking-Cookies wiederhergestellt werden. Solche Markierungen können auch im Zwischenspeicher des Browsers abgelegt werden, dem sogenannten Cache. Beim erneuten Besuch einer Internetseite werden sie dann ausgelesen. Um dem zu entgehen, sollten Sie u.a. regelmäßig den Browser-Cache löschen.
  • Fingerprinting: Über den Internetbrowser können viele Informationen ausgelesen werden - z.B. das verwendete Betriebssystem, die Bildschirmauflösung und vieles andere mehr. Je individueller das System und seine Einstellungen sind, desto stärker hebt sich der Anwender von der Masse der Internetnutzer ab. Er hat einen eindeutigen Fingerabdruck. Dadurch ist er aber auch leichter identifizierbar und kann so besser verfolgt werden - auch ganz ohne Cookies. Wie gut Sie im Netz erkennbar sind, können Sie auf dieser Internetseite selbst überprüfen (englischsprachig). Mittlerweile bietet sogar der Browser Mozilla Firefox eine Funktion, die das Fingerprinting verhindern soll.

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