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Wir sollen alle schön zu Hause bleiben, damit sich das Coronavirus nicht so ausbreitet. Aber wer geht dann einkaufen und den Hund ausführen? Und wer hilft Menschen, die in Quarantäne sind? Hier bekommen Sie Hilfe!

In der Not kommen Ideen - so auch im Westerwald. Björn Flick aus Oberroßbach und Christian Döring aus Obersayn sind alte Freunde. Dass man jetzt handeln muss, war beiden klar. Denn durch die Einschränkungen wegen des Coronavirus stellen sich viele Fragen - von der Hilfe beim Einkaufen bis zum Gassigehen mit dem Hund.

Hilfsangebote vom Einkaufen bis zur Kinderbetreuung

Die beiden Männer gründeten bei Facebook eine Gruppe mit dem Namen "Wäller helfen". Mittlerweile ist sie schon auf über 5.500 Mitglieder angewachsen. "Die Hilfsangebote sind überwältigend", sagt Björn Flick im Gespräch mit SWR4. Menschen bieten sich an einzukaufen oder Transporte mit dem Auto zu übernehmen, immer nach dem Motto "Wir Wäller schaffen das!". In Westerburg betreuen Arbeitskollegen wechselseitig ihre Kinder, damit jeder seine Schicht wahrnehmen kann. In Obersayn übernimmt jemand den Hund, damit die Kollegin auf der Rettungsleitstelle jetzt 12 Stunden arbeiten kann statt der üblichen acht Stunden.

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Ein neues Gefühl von Zusammengehörigkeit

So kommt bei allem Corona-Frust ein neues Gefühl von Zusammengehörigkeit auf. Die "Wäller" stehen zusammen, keiner soll einsam oder hilflos sein. Und wer kein Internet hat und kein Facebook? "Der kann sich an Kinder, Enkel oder junge Nachbarn wenden, die sich damit auskennen", sagt Björn Flick. Er ist sich sicher, dass diese Helfergruppe im Internet auch in den nächsten Tagen noch kräftig wachsen wird. Auch an anderen Orten entstehen Netzwerke für Nachbarschaftshilfe.

Koblenz: Einkaufshilfe für Risikogruppen

Philip Rünz aus Koblenz hat zusammen mit vier Freunden eine Initiative gestartet. Die Studenten möchten Menschen, die von einer Infektion mit dem Coronavirus besonders gefährdet wären, den Gang in den Supermarkt abnehmen. "Bis montags nehmen wir Anfragen aus Koblenz (inklusive Vororte) an und liefern ab dienstags die bestellten Lebensmittel direkt vor die Haustür. Die Bezahlung erfolgt unkompliziert und sicher in bar", schreibt Philip in einer E-Mail an SWR4.

Interessierte aus Koblenz und Vororten können die Helfer telefonisch erreichen unter der 0159 01170989 oder per E-Mail an studisgegencorona@gmail.com.

Ein Mann bringt einer Frau einen Korb voller frischer Lebensmittel nach Hause. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
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Kaiserslautern: Einkaufen, Nachhilfe und Kinderbetreuung

Ann Kristin Rahm und ihre Freunde haben bei Facebook eine Gruppe gegründet, um Menschen beim Einkaufen, bei der Nachhilfe oder bei der Kinderbetreuung  zu unterstützen. "Im Moment konzentriert sich das Ganze auf Kaiserslautern", schreibt die Initiatorin, "aber es wäre schön, wenn auch Mitglieder aus anderen Städten dazu kommen würden." Wichtig ist ihr auch, ältere Menschen zu erreichen, die keinen Internetzugang haben.

Wer dies liest, darf gerne folgende Telefonnummer an Interessierte aus Kaiserslautern und Umgebung weitergeben: 0176 70020392.

Weitere Angebote für Nachbarschaftshilfe in der Coronakrise

Vielerorts gibt es das lokale Netzwerk von nebenan.de, wo man sich einfach für seinen unmittelbaren Umkreis registrieren kann. Ebenso gibt es Facebookgruppen, WhatsApp- und Telegramgruppen.

Andere Angebote sammeln zentral Hilfsangebote und -anfragen, so etwa die Seite "Wir helfen". Hier kann man ohne Registrierung Hilfe finden oder anbieten. Oder man schaut auf der interaktiven Karte, wie viele Hilfsangebote es in seiner Region gibt.

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