Die Wahl bei uns Heimat - was tun gegen Landflucht?

Im kleinen Örtchen Ellern im Hunsrück erlebt man die perfekte Dorfidylle. Doch es gibt weder Post, noch Bäcker oder Kneipe. Was wird unternommen, damit die Einwohner bleiben? Unsere Moderatorin Anna Lena Dörr hat nachgeschaut, was man sich dort gegen Landflucht einfallen lässt.

Anna Lena Dörr in Ellern 1000 Euro für jedes Baby

Ein Kleinkind beim Krabbeltreff schaut in die Kamera (Foto: SWR, SWR - Foto: Anne Görler)
In Ellern im Hunsrück dreht sich alles um Kinder. SWR - Foto: Anne Görler Bild in Detailansicht öffnen
Die Kleinen haben einen eigenen Spielclub. SWR - Foto: Anne Görler Bild in Detailansicht öffnen
Die Gemeinde schenkt Eltern 1.000 Euro für jedes Baby. SWR - Foto: Anne Görler Bild in Detailansicht öffnen
Es gibt in Ellern tolle Spielplätze, das findet auch SWR4 Moderatorin Anna Lena Dörr. SWR - Foto: Anne Görler Bild in Detailansicht öffnen
In der Hunsrückgemeinde sind Kinder richtig willkommen. SWR - Foto: Anne Görler Bild in Detailansicht öffnen
Spielst du mit mir? SWR - Foto: Anne Görler Bild in Detailansicht öffnen

Welche Strategien hat die Politik gegen die Landflucht?

Die große Gesamtstrategie der Landesregierung gibt es nicht, weil das Thema gleichwertige Lebensverhältnisse eigentlich bei fast allen politischen Themen mitschwingt. Damit zum Beispiel der öffentliche Nahverkehr auf dem Land nicht auf der Strecke bleibt, wird gerade darüber diskutiert, Bus und Bahn zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen – damit die Kommunen weniger finanzielle Auflagen einhalten müssen und damit das Land mehr Geld beischießen könnte.

Ein Büro im Dorfgemeinschaftshaus

Die Idee der Dorf-Büros zum Beispiel ist da schon weiter, denn diese fördert das Land. Dorf-Büros sind Büro-Arbeitsplätze zum Beispiel im Dorfgemeinschaftshaus, die man mieten kann - zum Beispiel Selbstständige oder Leute, die weiter weg arbeiten. Dort im Dorf haben sie dann ein Büro, einen Computer mit schnellem Internet, einen Drucker und eine offizielle Adresse. Und sie ziehen im Idealfall eben nicht weg.

Mit schnellem Internet steht und fällt alles

Die wichtigste Strategie gegen die Landflucht ist ganz bestimmt ein zügiger Ausbau von schnellem Internet. Wenn Firmen auf dem Land nämlich digital abgehängt werden, dann fallen dort auch Jobs weg und die Leute ziehen weg. Damit das nicht passiert, werden mit Landes-, Bundes- und kommunalen Mitteln gerade Tausende Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Welche Partei nutzt den Begriff "Heimat" wie?

Die AfD hat schon sehr früh versucht, den Begriff Heimat zu nutzen und damit ein Gefühl zu bedienen. "Du, mein Rheinland-Pfalz" stand schon vor der Landtagswahl 2015 auf den Plakaten. Bei den anderen Parteien war das damals anders, da ging es eher sehr generell um frischen Schwung oder Vertrauen. Es entsteht der Eindruck, dass die anderen Parteien in diesem Punkt nachgesteuert haben. Auf den Kommunalwahlplakaten der CDU steht jetzt "Gemeinsam. Heimat. Gestalten". Die SPD-Abgeordneten im Landtag haben im vergangenen Sommer eine Tour durchs Land gemacht, die hieß: "Meine Heimat – unsere Zukunft".

Offenbar hat man gemerkt, dass die AfD mit dem Begriff Heimat einen Nerv getroffen hat. Dass die Leute sich vielleicht in komplizierten Zeiten auch einen Halt Zuhause wünschen – in der Heimat eben. Das haben auch die Grünen offenbar erkannt. Bei denen heißt es statt "Heimat" aber "Zuhause".

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