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Die Wahl bei uns ÖPNV - Mitnahmebank statt Personenbus

Auf dem Land zu wohnen ist für viele Menschen ein Traum. Vor allem für Leute mit Auto, denn Busse und Bahnen fahren oft selten. Bei vielen Verbindungen hapert es. Unsere Moderatorin Anna Lena Dörr hat sich aufgemacht nach Mehlingen im Landkreis Kaiserslautern. Im Test: der Busfahrplan.

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Anna Lena Dörr in Mehlingen

Von der Mitnahmebank ins Nachbardorf

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Wann fährt der Bus in Mehlingen in Rheinland-Pfalz? Moderatorin Anna Lena Dörr macht den Test und schaut, wie gut man dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorankommt.

Wann fährt der Bus in Mehlingen in Rheinland-Pfalz? Moderatorin Anna Lena Dörr macht den Test und schaut, wie gut man dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorankommt.

Dann ist erstmal warten angesagt. Der Bus kommt erst in einer Stunde!

Die Rettung für unsere Moderatorin: Von der Mitnahmebank geht's in den Nachbarort Enkenbach.

Vorteil der Mitnahmebank: Man bleibt nicht lange alleine. Von links nach rechts: Kai Ellenberger, Anna Lena Dörr, Tanja Denowell-Brentzel vom Verein "Mehlingen hilft" und die Ortsbürgermeisterin Monika Rettig.

Das klappt doch prima! Anna Lena freut sich über die Mitfahrgelegenheit.

Wie gut ist der ÖPNV im ländlichen Raum?

Grundsätzlich gilt: Je weniger dicht eine Gegend besiedelt ist, desto schwieriger ist es, den öffentlichen Nahverkehr zu organisieren. Natürlich ist das Ziel, dass jedes Dorf in Rheinland-Pfalz an den öffentlichen Verkehr angebunden ist. Das heißt nicht, dass dort immer Busse oder Bahnen im Zehn-Minuten-Takt verkehren. Aber die zuständigen Kreise und Zweckverbände wollen, dass es ein regelmäßiges Angebot gibt. Busse, die übers Land fahren, sollten so getaktet sein, dass man in der nächstgelegenen Stadt problemlos umsteigen kann. Aber das ist in vielen Regionen noch ein Problem.

Wen trifft es am meisten in Rheinland-Pfalz?

Am meisten betroffen sind natürlich immer die, die kein eigenes Auto haben oder nicht fahren können. Und das sind vor allem ältere Menschen und Schulkinder. Für ältere Menschen gibt es in Rheinland-Pfalz immer mehr Orte, in denen ein Bürgerbus fährt. Das sind kleine Busse mit bis zu zehn Sitzplätzen, die der Gemeinde gehören und von ehrenamtlich engagierten Bürgern gefahren werden. Das funktioniert wie ein Taxi. Man muss vorher anrufen und sie bringen dann den Fahrgast ans gewünschte Ziel. Rund 70 solcher Busse gibt es im Land inzwischen. Auch die oben beschriebenen Mitnahmebänke gibt es inzwischen auf dem Land immer öfter. Bei den Schulbussen ist die Situation etwas anders. Hier entscheiden die Schulträger, ob Schulbusse eingesetzt werden, oder ob die Kinder mit den öffentlichen Verkehrsmittel fahren können.

Wie geht es mit dem Nahverkehr auf dem Land weiter?

Es soll im öffentlichen Verkehr auf dem Land eher besser werden als schlechter. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Öffentliche Nahverkehrskonzept Nord, das Ende vergangenen Jahres gestartet wurde. Zunächst soll die dünn besiedelte Eifel angebunden werden. Knotenpunkte wie zum Beispiel Bitburg, Prüm oder Gerolstein sollen im Stundentakt angefahren werden. Sehr kleine Orte können mit Rufbussen erreicht werden. Das sind Busse, die nur fahren, wenn man sie telefonisch anfordert. Dieses Gesamtkonzept soll bis zum Jahr 2025 auf die gesamte Eifel, den Hunsrück und das Moseltal ausgeweitet werden. Und auch im Süden ist ähnliches vorstellbar. Ein Ziel der Landesregierung ist, dass in Zukunft möglichst viele Bürger aufs Auto verzichten und statt dessen lieber Busse und Bahnen nutzen können.

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