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Die Wahl bei uns Wie kommt man auf dem Land an Lebensmittel?

In vielen kleinen Orten gibt es keinen Lebensmittelladen. Das ist bitter, wenn man kein Auto hat. Wie können die Leute ihren täglichen Bedarf decken? Unsere Moderatorin Anna Lena Dörr hat in der Westpfalz eine clevere Lösung entdeckt.

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Anna Lena Dörr in der Westpfalz

Capmobil - der rollende Lebensmittelladen

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Das Capmobil versorgt Menschen in kleinen Orten in Rheinland-Pfalz, die keinen Lebensmittelladen haben.

Das Capmobil versorgt Menschen in kleinen Orten in Rheinland-Pfalz, die keinen Lebensmittelladen haben.

Moderatorin Anna Lena Dörr schaut sich im rollenden Lebensmittelladen um. Das Angebot ist überraschend vielfältig.

Jetzt geht es ab in die Westpfalz! Unsere Moderatorin fährt mit.

Ein Mann, auf den viele warten: Werner Klein, der rollende Verkäufer!

Nächster Halt: Münchweiler.

Die Kunden kommen. Das mobile Angebot nehmen viele gerne an.

Ab nach Hause mit den Einkäufen. Der Vorrat für die nächsten Tage ist gesichert.

Warum führt mangelhafte Nahversorgung zur Landflucht?

Auf dem Land fehlen in vielen kleinen Orten beispielsweise Geschäfte, Poststellen oder Banken. Außerdem gibt es oft keine gute Anbindung mit Bus oder Bahn in größere Städte. Das heißt, die Menschen sind aufs Auto angewiesen. Doch viele alte Menschen können nicht mehr Auto fahren. Diese sind dann auf Hilfe von Freunden oder Nachbarn angewiesen. Dazu kommt: In vielen Orten fehlen Arbeitsplätze, und es gibt kein schnelles Internet. Deshalb ziehen viele junge Leute weg in die Stadt. Zurück bleiben die Alten. Wenn gegen diese Entwicklung nichts unternommen wird, geht es in so einem Ort oft nach und nach bergab.

Welche Initiativen gibt es, um die Nahversorgung auf dem Land zu verbessern?

Viele kleine Orte haben mittlerweile Dorfläden organisiert. Dort engagieren sich Bürger, damit die Menschen im Dorf noch vor Ort einkaufen können. Ein weiteres Projekt gibt’s im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Es soll die Nahversorgung und Mobilität der Menschen sicherzustellen. Dabei wird ein Infrastrukturatlas erstellt. Dieser gibt Auskunft über alle Angebote, von Apotheken, Arztpraxen bis zu Lebensmittelläden. Andere Orte machen mit beim Projekt "Digitale Dörfer". Da werden verschiedene Online-Plattformen entwickelt. Die Bürger können beispielsweise online Waren oder andere Leistungen bestellen oder erfahren, was im Ort so los ist.

Hilft die Landesregierung den Kommunen bei ihren Problemen?

Das Land stößt Initiativen an und fördert bestimmte Projekte. Beispielsweise gibt es die Landesinitiative "Neue Nachbarschaften". Da organisieren Nachbarn Treffen für Senioren, beispielsweise gemeinsame Mittagessen. Ein weiteres Projekt nennt sich "Zukunftscheck Dorf". Hier wird ermittelt, wie viele Gebäude leer stehen oder wie es um Alterung und Abwanderung im Dorf steht. Dazu werden dann Gegenstrategien entwickelt. Das Land hilft also. Aber es hängt natürlich immer davon ab, ob Bürger sich vor Ort engagieren. Irgendjemand muss ein Projekt in die Hand nehmen und andere Bürger begeistern, damit sich was entwickelt.

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