Bitte warten...

Die Wahl bei uns Schwarze Löcher - Handy und Internet auf dem Land

Gutes Internet ist für jeden wichtig. Selbst Landwirte sind auf GPS und Breitband angewiesen. Beispiel: Der Traktor weiß dank Koordinaten genau, wo überall Dünger gestreut werden muss. Doch was, wenn die Verbindung fehlt? Unsere Moderatorin Anna Lena Dörr hat nachgeschaut, wie es auf dem Land mit GPS aussieht.

1/1

Anna Lena Dörr in Gundersheim

GPS auf dem Acker

In Detailansicht öffnen

Hier bin ich in Gundersheim. Der Bauernhof war mal ein Kloster.

Hier bin ich in Gundersheim. Der Bauernhof war mal ein Kloster.

Das ist Landwirt Adolf Dahlem an seinem Arbeitsplatz.

Jetzt geht es auf den Acker.

Los geht's!

High Tech im Trekker-Cockpit – hier läuft alles per GPS.

Der Traktor-Pilot beim Instrumentencheck.

Mieses Internet - wann soll sich das ändern?

Als vor Jahren die Frequenzen für das Internet versteigert wurden, haben sich die Mobilfunkanbieter dazu verpflichtet, flächendeckend alle Haushalte mit 4G zu versorgen. Seit dem letzten Treffen zwischen der rheinland-pfälzischen Landesregierung und den Mobilfunkbetreibern wissen wir, was mit "flächendeckend" gemeint ist: bis Ende dieses Jahres sollen 97 Prozent der Haushalte in Rheinland-Pfalz versorgt sein.

Das Hauptproblem liegt woanders

Was vor allem für Leute auf dem Land – in der Eifel, im Pfälzerwald oder im Westerwald – ein Problem ist: Gemeint ist damit immer die Versorgung von Haushalten. Mobilfunk braucht man ja aber eigentlich unterwegs. Auf Landstraßen oder beim Wandern im Wald wird es weiterhin Funklöcher geben. Beim Breitbandausbau, also beim schnellen Internet über Leitung zuhause, ist Rheinland-Pfalz unter dem Schnitt der anderen Bundesländer. Hier investiert das Land gerade 122 Millionen Euro in den Ausbau. Auch die Kommunen schießen 32 Millionen für den Ausbau zu. Tausende von Kilometern Glasfaserkabel werden verlegt. Die Opposition sagt: Es wird auch endlich Zeit.

Wird sich durch den Netzausbau an den Funklöchern etwas ändern?

Beim Glasfaserausbau ja. In den mehr als 800 Ortsgemeinden, in denen Glasfaser bis ins Haus gelegt wird, wird man fit für die Zukunft sein. Weil ja künftig bei neuen, datenintensiveren Anwendungen auch immer größere Datenmengen hin- und hergeschickt werden müssen. Beim Mobilfunkausbau gibt's nur ein bisschen Hoffnung auf weniger Funklöcher. Und zwar durch den neuen Mobilfunkstandard 5G. Die Betreiber müssen bis 2025 nämlich nicht nur die Autobahnen und ICE-Strecken mit Mobilfunk versorgen, sondern auch Landes- und wichtige Wasserstraßen. Wasserstraßen in Rheinland-Pfalz sind der Rhein und die Mosel. Das könnte zu einer Verbesserung beitragen. Funklöcher wird es vermutlich trotzdem weiterhin geben.

Welche Konsequenzen hat der Netzausbau für Unternehmen?

Durch die Digitalisierung - auch in der Landwirtschaft – wird es nötig sein, dass jedes Unternehmen am schnellen Internet hängt. Die BASF in Ludwigshafen zum Beispiel will sich beim 5G-Netzausbau nicht auf die großen Mobilfunkbetreiber verlassen, sondern sogar ein eigenes Netz aufbauen. Das wird wohl richtig teuer und macht deutlich, wie wichtig das Thema Netzausbau für die Wirtschaft ist. Der Bauer in der Eifel, der seinen Mähdrescher vollautomatisch steuern will, der kann sich das nicht leisten. Deshalb fordern CDU und AfD, dass das Land auch eigenes Geld in die Hand nimmt, um die Mobilfunkversorgung in Zukunft sicherzustellen.

Aktuell bei SWR4