SWR4 Gartenexpertin ist geehrt worden Verdienstorden für Heike Boomgaarden

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Gartenbauingenieurin und SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden hat den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz überreicht bekommen. Der Orden ist die höchste Auszeichnung des Landes. Den Orden hat sich die 55jährige mit vielfältigem Engagement verdient.

Wofür bekommt die Expertin den Verdienstorden?

Heike Boomgaardens unermüdlicher und phantasievoller Einsatz für Natur und Ökologie und ihre Fähigkeit, andere Menschen für ökologische Projekte zu begeistern - das ist dem Land Rheinland-Pfalz diese Auszeichnung wert. Am 27. November 2018 hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Verdienstorden des Landes an die 55jährige überreicht. Insgesamt wurden in der Mainzer Staatskanzlei elf Persönlichkeiten geehrt. Heike Boomgaarden hat sogar die Dankesrede im Namen aller Geehrten gehalten.

Außergewöhnliche Frau

Wer sie einmal kennen gelernt hat, der vergisst sie nicht mehr. Heike Boomgaarden ist eine außergewöhnliche Frau: über 1,80 m groß, mit strahlenden Augen, wallendem Haar und einem Lachen, das bisher jeden angesteckt hat. Geboren wurde sie am 8. Dezember in Wiesbaden. SWR4 Hörer kennen die diplomierte Gartenbauingenieurin als Ratgeberin bei Radio-Sprechstunden oder von SWR4 Gartenprojekten, die sie in ganz Rheinland-Pfalz betreut hat.

Die SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden sortiert einen Feldblumenstrauß (Foto: SWR, SWR -)
SWR -

Gefragte Expertin

Was viele nicht wissen: Heike Boomgaarden hat sich auch international einen Ruf als Expertin erworben und hat schon 160 Städte und Gemeinden in Europa beraten. Immer geht es um das Miteinander, um Mitmachprojekte. Ökologie, Naturschutz und Pflanzenvielfalt stehen im Vordergrund sowie die Frage: Wie schaffen wir es gemeinsam, mehr Grün in die Städte zu bringen?

Essbare Stadt Andernach

Kohlsorten wachsen im Stadtgarten von Andernach, der "essbaren Stadt" (Foto: Imago, Imago -)
Gemüsebeete an der Stadtmauer Imago Imago -

Öffentliche Grünflächen können Gärten sein und nicht nur Hundespielwiesen. Davon hat Heike Boomgaarden den Bürgermeister von Andernach überzeugt. "Pflücken erlaubt" statt "Betreten verboten" heißt es jetzt in der "essbaren Stadt Andernach". Die Stadtverwaltung lässt überall Gemüse, Obst und Kräuter anbauen, zum Beispiel Erdbeeren oder Salat.

Jeder darf ernten

Wenn Obst und Gemüse reif sind, darf sich jeder bedienen. So werden städtische Parks und Grünanlagen zum Garten für alle Bürger. Die öffentlichen Nutzpflanzen zeigen, wie man sich gesund ernährt. Die Erfahrung der Gartenexpertin: "Wer mitmacht beim Umgraben, Pflanzen und Säen, der passt auch besser auf solche Flächen auf."

Altes Gartenwissen neu vermitteln

"Unsere Großeltern waren noch Selbstversorger", sagt Heike Boomgaarden. "Sie wussten, wie man Gemüse anbaut. In den Generationen danach ist dieses Wissen leider verloren gegangen." Jahrelang hat Heike Boomgaarden deshalb Schul- und Stadtgärten mit geplant und bei der Umsetzung geholfen.

Ehrenamtlich für Kenia

Ein Frau in Afrika hockt lächelnd zwischen Kohlköpfen auf dem Feld (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Afrikanerin bei der Ernte picture-alliance / dpa -

Besonders viel Herzblut fließt in ihr Kenia-Projekt. Ehrenamtlich bildet Heike Boomgaarden jedes Jahr zwei Frauen aus kenianischen Slums aus und zeigt ihnen, wie man mit Saaten, Saatenvermehrung und Pflanzen umgeht. Diese Frauen tragen ihr Wissen dann nach Kenia und geben es an andere Afrikanerinnen weiter. Inzwischen bauen dort Hunderte Frauen diese Pflanzen an und können jetzt von der Ernte leben.

Heike Boomgaarden: Jeder kann etwas gegen den Klimawandel tun

Der Klimawandel ist für uns alle bedrohlich, sagt die Gartenbauingenieurin. Aber jeder kann mithelfen, etwas dagegen zu tun. Hier ein paar Beispiele:

  • Keine Kieselsteine in den Vorgarten
  • Nicht jedes alte Holz wegräumen
  • Lebensraum für Insekten schaffen
  • Vögel und Wassertiere schützen
  • Bäume pflanzen

Was ist der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz?

Der rot-goldene Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz (Foto: Imago, Imago -)
Der Verdienstorden des Landes RLP Imago Imago -

Der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen. Wer sich ganz besonders um das Land verdient gemacht hat, wird ausgezeichnet. Die Anzahl der Träger des Landesordens ist auf 800 begrenzt. Stirbt ein Ordensträger, wird der Kreis entsprechend ergänzt. Die Verleihung erfolgt auf Vorschlag des Landtagspräsidenten oder eines Mitglieds der Landesregierung.

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