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Die Grafik zeigt ein rotes herz auf der Sinuslinie eines gestörten Herzschlages, der einen Infarkt zeigen soll

Fachbegriffe rund ums Herz Angina pectoris & Co. kurz erklärt

Wer sein Herz schützen möchte, der muss sich mit Medizin ein bisschen auskennen. Vorbeugen kann man nur, wenn man versteht, was mit dem Herzen passiert. Hier erklären wir ein paar Fachbegriffe, die mit der Gesundheit unseres Herzens zu tun haben.

Angina pectoris

heißt übersetzt "Brustenge" und ist ein plötzlich auftretender Schmerz in der Herzgegend. Er weist auf das verengte Gefäß hin, das den Herzmuskel schlecht versorgt, und gilt als Vorbote des Herzinfarkts. Die stabile Angina pectoris ist von kurzer Dauer und wird durch Belastungen ausgelöst, etwa Kälte. Der Schmerz kann sehr stark ausstrahlen. Da der Verlauf sehr gleichförmig ist, nennen die Mediziner das Symptom "stabil". Instabile Angina pectoris ist ein Schmerz, der auch nach Ruhe oder Medikamentengabe nicht abklingt. Er tritt auch ohne Belastung auf und geht mit einem 20prozentigen Infarktrisiko einher.

Ballondilatation

wird bei Durchblutungsstörungen eingesetzt. Mit einem aufgeblasenen Katheter ("Ballonkatheter") werden verschlossene Herzkranzgefäße geweitet und geöffnet. Manchmal wird eine Gefäßstütze oder Stent gesetzt.

Betablocker oder Beta-Rezeptoren-Blocker

sind Medikamente, die gegen zu hohen Blutdruck (Hypertonie) eingesetzt werden. Rezeptoren funktionieren als Schlüssel für Hormone oder andere Botenstoffe an den Zellen. Stresshormone erhöhen den Blutdruck. Wenn sie nicht mehr gut andocken können, sinkt er automatisch.

Bypass-Operation

Ein verengtes, verkalktes Herzkranzgefäß wird mit einer künstlich angelegten Umgehung überbrückt, damit das Blut wieder ungehindert fließen kann. Als Ersatzgefäß nimmt der Chirurg meist eine Beinvene aus dem oberen oder unteren Schenkel.

Dyspnoe

kannten schon die alten Griechen als "schwierige Atmung", eine Kurzatmigkeit oder Atemnot, die von den Betroffenen als bedrohlich empfunden wird: Sie bekommen subjektiv zu wenig Luft. Hinter der einfach erscheinenden Beschwerde können unterschiedliche Herz- aber auch Lungenerkrankungen stecken. Die Stärke der Atemnot wird auf einer Skala erfasst. Dyspnoen können unter Belastung aber auch im Ruhezustand auftreten.

Herzinfarkt

ist ein lebensbedrohliches Ereignis, bei dem sich plötzlich ein Herzkranzgefäß völlig verschließt. Ist es eine der drei großen Arterien, die wie eine Krone rund ums Herz sitzen (daher Koronararterien), und wird sie nicht innerhalb weniger Stunden geöffnet, dann bekommt der Herzmuskel keine Nährstoffe mehr und lebenswichtiges Muskelgewebe stirbt ab. Je mehr, desto größer ist der Infarkt.

Herzinsuffizienz

Hier pumpt das Herz nicht mehr richtig. So kommt es zu einem Vorwärtsversagen, das heißt, der Körper wird nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Der Patient empfindet Atemnot und Schwächegefühl. Oder es entsteht ein Rückwärtsversagen. Hier staut sich das Blut, das aus der Lunge ins Herz zurückfließen soll. Der Druck in den Gefäßen steigt an, so dass mehr Flüssigkeit ins Gewebe gedrückt wird. Typischerweise bilden sich Wasserablagerungen in der Lunge oder in Beinen (Ödeme).

Palpitation

ist ein zu schneller, zu langsamer, stolpernder oder zuckender Herzschlag, der als bedrohlich empfunden wird. Das kann harmlos bis gefährlich sein. Oft treten die "Stolperer" in Angstsituationen auf. Bei länger anhaltenden Palpitationen sollte der Arzt aufgesucht werden, weil Herzrhythmusstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen dahinterstecken können.

Stent

So nennt man eine Gefäßstütze, die in den Körper eingepflanzt wird und dort verbleibt, damit das vorher verschlossene Blutgefäß dauerhaft offen bleibt. Manche Stents setzen zusätzlich Medikamente frei, die verhindern, dass sich das Blutgefäß wieder verengt.

Tako-Tsubo-Syndrom

oder Broken-Heart-Syndrom. Nach einem belastenden Ereignis "bricht" einem Menschen buchstäblich das Herz. Es wird mit Stresshormonen überschüttet und kann nicht mehr pumpen. Der japanische Entdecker nannte diese Erkrankung "Tako Tsubo", nach der in Japan gebräuchlichen Falle für Tintenfische, denn die linke Herzkammer sieht dann genauso aus. Behandelt wie ein Herzinfarkt, ist das Syndrom gut heilbar.

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