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Ein Bündel von Aroniabeeren an einem Strauch mit zum Teil rot verfärbten Blättern

Fünf Gründe für Aronia Darum sollten Sie die Super-Beere probieren

Sie sieht aus wie eine zu groß geratene Heidelbeere. In den Medien wird sie gerne als "Modebeere" bezeichnet. Die Aroniapflanze ist schwer im Kommen - und alles, was man daraus machen kann. Warum ist Aronia eine gute Wahl?

Aronia klingt exotisch, ist es aber nicht wirklich: "Der Aronia-Strauch stammt ursprünglich aus Nordamerika, kam vor rund 150 Jahren nach Russland und ist inzwischen auch in Deutschland beheimatet", weiß Sabine Gronau aus der SWR Umweltredaktion. Vielleicht kennen Sie die Aronia schon. Denn hierzulande ist sie auch unter den Bezeichnungen "Apfelbeere" oder "Schwarze Eberesche" bekannt.

Aronia hat wertvolle Inhaltsstoffe

Aufgeschnittene Aroniabeere von innen betrachtet

So sieht die Aroniabeere innen aus

Die Beere enthält die Vitamine A, B2, K und C und hat hat einen hohen Anteil an Flavonoiden. Das sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die eine antioxidative Wirkung haben. Das bedeutet, dass sie die Zellen unseres Körpers vor schädlichen freie Radikalen schützen, die im Körper beispielsweise durch Zigarettenrauch entstehen. Außerdem machen diese Stoffe die Pflanze auch unempfindlich gegen UV-Licht und Schädlinge. In Russland und Polen weiß man die Vorzüge von Aronia schon lange zu schätzen. Dort ist sie sogar als Heilpflanze anerkannt.

Aronia ist vielfältig genießbar

Aroniasaft in einem Glas, daneben Beeren mit Blättern

Arionasaft ist lecker und gesund

Roh ist die Aroniabeere wegen der vielen Gerbstoffe kaum genießbar. Sie ist so säuerlich-herb, "dass sich im Mund alles zusammenzieht", beschreibt es Gartenexpertin Heike Boomgaarden. Damit die Beeren überhaupt essbar sind, gibt es einen Trick: Man friert sie einfach ein. Dadurch verlieren sie den herben Geschmack, bleiben aber sauer. Außerdem lassen sich die Beeren gut verarbeiten. Im Lebensmittelhandel findet man Direktsaft, Marmelade und Gelee, Fruchtriegel oder Tee aus Aronia. Im getrockneten Zustand kann man sie beim Backen und Kochen verwenden.

Aronia wächst in der Region

In Deutschland werden Aroniapflanzen ganz häufig in Sachsen und Brandenburg angebaut. Mittlerweile entdecken sie aber auch Obstbauern in anderen Bundesländern - z.B. in Hessen, Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Wer im Lebensmittelhandel nach Aronia sucht, kann also auch Produkte aus der Region bekommen. Das ist gut für die Umwelt, weil die Früchte keine langen Transportwege aus anderen Ländern zurücklegen müssen.

Aronia kann man gut selbst anbauen

Junger Mann mit Bart greift in den Strauch einer Aroniapflanze

Strauch einer Aroniapflanze

"Die Aroniapflanze hat alles, was wir gerne im Garten haben", sagt Heike Boomgaarden. "Sie ist pflegeleicht, kennt keine Schädlinge, blüht spät und muss wenig gegossen werden." Ihre Früchte reifen auf einmal aus, d.h. man muss nicht jede Woche nachernten. Reif ist die Aronia in der Regel Ende August. Sie sollten allerdings schnell ernten, denn die Beeren gefallen auch den Vögeln gut. Was den Boden betrifft, stellt Aronia keine hohen Ansprüche und fühlt sich deswegen in fast allen heimischen Gärten wohl. Und wenn sich die Blätter der Aroniapflanze im Herbst leuchtend rot verfärben, zaubert das einen Hauch von "Indian Summer" in unsere Gärten.

Aronia ist gut für die Gesundheit

Ihre wertvollen Inhaltsstoffe haben die Wissenschaft auf Aronia aufmerksam gemacht. Es gibt einzelne Untersuchungen, die zeigen sollen, dass die Beere eine positive Wirkung bei gesundheitlichen Problemen hat. Zum Beispiel bei Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Problemen, aber auch bei Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen im Körper und sogar bei Neurodermitis. Eindeutige wissenschaftliche Belege gibt es für die besondere Wirkung aber nicht. "Aronia hat viel gemeinsam mit altbekannten Pflanzen wie Hagebutte, Schlehe, Weißdorn und vor allem Holunder", fasst Umweltredakteurin Sabine Gronau zusammen. "Gesund ist sie bestimmt - aber eben nicht so außergewöhnlich sensationell, wie sie zur Zeit angepriesen wird."

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