Stachelbällchen im Laub Igel in Wintervorbereitung

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Sie sind stachelig, aber auch richtig putzig: Die Igel bewohnen unsere Gärten und halten sie von Ungeziefer frei, jetzt ist es höchste Zeit, sich auf den Winter vorzubereiten. Unser Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg verrät, ob und wie wir dabei helfen können.

kleine igel (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
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Vor allem für Igelkinder kann der Winter eine harte Zeit werden, denn spätestens bei Eiseskälte finden sie nicht mehr genügend Nahrung, um sich den wichtigen Speck für den Winterschlaf anzufuttern. Bei einem Körpergewicht von weniger als einem Pfund wird der Winterschlaf dann zum Todesschlaf. Um das zu verhindern, müssen sachkundige Helfer eingreifen, die Igel durchzubringen.

"Igelgerechte" Hilfe

Wie Sie den Igeln helfen können? Zum Beispiel durch einen "igelgerecht" gestalteten Garten, also naturnah und nicht zu aufgeräumt. Vor allem darf nicht mit Pestiziden gespritzt werden. Gifte schaden den Igeln nämlich gleich doppelt: Zum Einen können sie sich selbst an dem Gift oder den belasteten Schnecken oder Insekten vergiften. Zum Anderen raubt man den Igeln aber auch die Nahrungsgrundlage, wenn man mit Pestiziden sozusagen "Igelarbeit" erledigt und Würmer, Käfer, Schnecken oder Insekten tötet.

Füttern erlaubt

Für kleine Leckereien sind alle Igel, jung oder alt, sehr dankbar. Igelfutter gibt es zu kaufen, aber vor allem lieben sie Dosenfutter für Katzen. Dass sie gern Obst essen, ist dagegen ein Gerücht, denn sie sind keine Vegetarier. Wer "seinem Igel" öfter mal eine Mahlzeit ausgibt, kann schnell einen echten Freund gewinnen. Die schlauen Burschen kommen nach kurzer Eingewöhnung zur gewohnten Stunde, in der Dämmerung - überhaupt nicht scheu - an geeignete Futterstellen und bedienen sich dort laut schmatzend. Das ist ein Schauspiel für die ganze Familie. Und mit ihrer pestizidfreien "Gartenarbeit" helfen die Igel Ihnen dann auch gerne - sozusagen als Dankeschön für Ihre Gastfreundschaft.

Ein Dach überm Kopf

Wenn Sie Ihrem "Gartenfreund" durch den Winter helfen möchten, können Sie ihm auch einen "Wohnsitz" vorschlagen. In einer geschützten Ecke kann man dazu dürre Äste und Laub aufschichten. In diesem Haufen dient eine passende Kiste oder ein alter Korb als Schlafstätte. Im Handel gibt es auch fertige Igelhöhlen aus Keramik. Darin "verschlafen" sie dann den Winter.

Keine Igelkinder aufnehmen

"Auch wenn Sie beobachten, dass bei Eiseskälte winzige Igelkinder umherirren: Bitte starten Sie keine eigenen Rettungsaktionen!", warnt SWR4-Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg. Igelschutz ist Expertensache: Die Kleinen müssen entfloht, entwurmt und speziell gefüttert werden. Informieren Sie also das nächste Tierheim! Wer übrigens ganz allgemein besonders an Igeln interessiert ist, der kann sich dort auch anlernen lassen. Als Freiwilliger kann man dann zu Beginn der kalten Jahreszeit auch Igeln außerhalb des eigenen Gartens helfen.

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