Lebensraum Garten Igel & Co. im Herbst ein Zuhause geben

AUTOR/IN

Der Herbst ist da, es wird immer kälter - und die Futtersuche schwieriger: Für die Tiere in freier Natur brechen magere Zeiten an. Viele freuen sich daher, in unseren Gärten Unterschlupf und Nahrung zu finden. Welche Tiere sind bei uns unterwegs und was können wir tun, damit sie die kalte Jahreszeit gut überstehen?

Zwei Igel auf der Wiese zwischen Herbstlaub (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Zwei stachlige Gesellen picture-alliance / dpa -

Wichtige Voraussetzung, damit überhaupt Tiere bei uns auftauchen: "Der Garten sollte nicht zu aufgeräumt und gerne ein bisschen verwildert sein", empfehlen Tierärzte den Gartenbesitzern, die den Tieren etwas Gutes tun wollen. Und Gartenexpertin Heike Boomgaarden ergänzt: "Auf keinen Fall sollten die Stauden zurückgeschnitten werden, denn diese haben jetzt Samenstände. Und die sind in der kalten Jahreszeit ein gutes Zusatzfutter für die Vögel." Je naturbelassener der Garten ist, umso wohler fühlen sich hier Vögel, Igel, Eichhörnchen, Kröten und viele andere Tiere.

Stachelige Besucher

Igel klettert über eine Baumwurzel (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Igel unterwegs picture-alliance / dpa -

Die Igel kommen meist aus der Nachbarschaft durch die Hecken und machen einen Rundgang durch die Gärten. Sie merken schnell, wo es etwas zu futtern gibt und sind keineswegs scheu. Für sie ist es wichtig, vor dem Winterschlaf Fett anzusetzen. Daher sind alle Igel, jung oder alt, für kleine Leckereien sehr dankbar. Geeignet ist handelsübliches Igelfutter oder aber nicht verderbliches Feucht- oder Trockenfutter für Katzen. Keinesfalls sollten den Igeln Speisereste oder Dosenfutter gegeben werden, raten die Umweltexperten vom NABU (Naturschutzbund). Das Gerücht, dass Igel vor allem Obst lieben, ist dagegen falsch: Igel sind keine Vegetarier!

Auf der Suche nach einem Winterquartier

Wir können den Igeln beim Überwintern helfen und ihnen im Garten ein Quartier bereiten. Gerne kriechen sie zum Beispiel unter einen Haufen mit trockenem Laub und dürren Zweigen in einer ruhigen Ecke. Es gibt auch Igelhäuschen im Zoofachhandel, die man unter Laub und Zweigen verstecken sollte, so raten Tierärzte. Igelschutz ist übrigens Expertensache. Auch wenn Sie beobachten, dass bei Eiseskälte winzige Igelkinder umherirren: Bitte starten Sie keine eigenen Rettungsaktionen, waren Experten. Die kleinen Tiere müssen fachgerecht entfloht, entwurmt und speziell gefüttert werden."

Kleine Hilfen für gefiederte Freunde

Vogel badet in einer Vogeltränke (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Schnell ein Bad genommen! picture-alliance / dpa -

Wer Vögel bisher regelmäßig gefüttert hat, hat diese bereits an den Garten gewöhnt. Geben Sie zu festgesetzten Tageszeiten eine Futtermenge, die in etwa 10 bis 20 Minuten aufgepickt wird, empfehlen Vogelexperten. So verwöhnt, suchen die gefiederten Freunde den Garten gerne nach unliebsamen Insekten ab. Und natürlich freuen sich die Vögel auch über eine Wasserstelle, in der sie ab und zu baden und ihr Gefieder von Ungeziefer befreien können. Wichtig: Futterhäuschen und Wasserstelle sollten so platziert werden, dass sich keine Katzen anschleichen können! Laut NABU sind auch Hecken gut für die Vögel. Diese dienen ihnen als Nistplatz, außerdem sind sie dort vor Katzen oder Greifvögeln geschützt und können sich von den Früchten ernähren.

Exotische Gäste im Keller

Eher exotische Gäste im Garten sind Kröten. Man sollte sie nicht versuchen zu füttern, da sie im Winter durchgehend fasten, gibt der Experte zu bedenken. Sollten Erdkröten zum Beispiel durch den Lichtschacht fallen und im Keller landen, sei das gar nicht schlimm: "Sie benötigen dort nur eine feuchte Ecke, gerne mit etwas Laub angereichert, das man ab und an mit Wasser übergießt." Im Frühjahr werden diese Nützlinge dann wieder im Garten ausgesetzt.

Fledermäusen ins Freie helfen

Fledermaus im Flur vor blauschwarzem Himmel (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Fledermaus im Flug picture-alliance / dpa -

Zur Zeit sind auch die Fledermäuse auf der Suche nach einem frostfreien Winterquartier. Dabei kann es passieren, dass sie sich durch ein offenes Fenster in unsere Wohnungen verirren. Was tun? Am Besten lassen Sie die Fenster offen und warten den Abend ab, denn tagsüber schlafen sie. Bei Dunkelheit fliegen die Fledermäuse entweder alleine heraus oder man kann sie vorsichtig mit einem Handtuch scheuchen. Wenn das nicht gelingt, sollte man versuchen, sie mit einem Küchensieb einzufangen und in einem Pappkarton mit Luftlöchern ins Freie oder ins nächste Tierheim bringen.

AUTOR/IN
STAND