Drei Frauen genießen eine schöne Aussicht bei Frühlingswetter. (Foto: SWR)

Ausflug in die Vergangenheit: Die Wolfsschlucht

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Wer von der Burgruine Hohenwittlingen hinabsteigt in die Wolfsschlucht, der kommt an der Schillerhöhle vorbei. Der Schriftsteller David Friedrich Weinland hat sie in seinem Roman Rulaman als "Tulkahöhle" verewigt. Dort wohnte Rulamans steinzeitliche Familie. In der Wolfsschlucht hat sie gejagt und Pflanzen gesammelt.

Der Hohenwittlingensteig, ein prämierter Wanderweg, führt auf seiner letzten Etappe in die Wolfsschlucht. Zuvor geht es am Geschlitzten Fels vorbei, einer doppelten Felsnadel, die auch bei Kletterern sehr beliebt ist. Weitere Felsen säumen den schmalen Pfad in einem steilen Hang: ein überwältigender Anblick.

Keine ebenen und breiten Wege

Feste Wanderschuhe sollte man auf dem Hohenwittlingensteig unbedingt tragen, der Weg ist abwechslungsreich und führt an vielen Naturschönheiten vorbei, aber er ist auch steil und bei feuchtem Wetter rutschig.

Gräbt sich die Erms in Jahrtausenden tiefer ein, wird der Hang steiler. Das Fundament gibt nach. Dann lösen sich große Felsen aus dem Massiv und stehen als gewaltige Solitäre im Wald.  (Foto: SWR, Peter Binder)
Gräbt sich die Erms in Jahrtausenden tiefer ein, wird der Hang steiler. Das Fundament gibt nach. Dann lösen sich große Felsen aus dem Massiv und stehen als gewaltige Solitäre im Wald. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Die Felsen sind Biotope für Wanderfalken und Uhus, für Siebenschläfer und Iltisse. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Der Aufstieg ist geschafft, der Ausblick vom Höhenweg war die Mühe allemal wert. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Aussicht von der Ruine Hohenwittlingen. So ähnlich haben auch die Grafen und Herzöge von Württemberg das Tal der Erms überblickt. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Im dreißigjährigen Krieg hat noch eine Garnison auf Hohenwittlingen gelagert. Dann zerfielen die Reste der Burg. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Valeria Sparla von der Bad Uracher Kurverwaltung und Förster Ulrich Meyer: So hätte Rulaman die Wanderer gesehen, vom Eingang seiner Tulkahöhle aus. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Abstieg in die Wolfsschlucht. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Die Unterseite eines Hirschzungenblattes: Die Sporengefäße zeigen, dass es sich um einen Farn handeln muss. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Von der silbernen Samenschote hat das Silberblatt seinen Namen. Es wird auch Mondviole genannt. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Als hätte ein Riese den Wanderern ein paar Steine als Stufen hingelegt: Abwechslungsreicher Aufstieg in der Wolfsschlucht. Entstanden ist sie als Abfluss eines Vulkankraters. In diesem Jahr war die Trockenheit so groß, dass kaum Wasser durch die Schlucht floss. Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen
Förster Ulrich Meyer auf dem schmalen steilen Pfad im typischen Hangschluchtenwald Peter Binder Bild in Detailansicht öffnen

Lohn des Aufstiegs

Oben am Albtrauf ändert sich die Vegetation: Hier wachsen nicht mehr Bergahorn, Esche und Rotbuche, sondern Eichen, Elsbeeren und Sträucher. Der Blick reicht weit über das Tal der Erms und auf die bewaldeten Hänge gegenüber.

Fast uneinnehmbare Burg

Auch von der Ruine Hohenwittlingen hat man eine weite Aussicht. Die Grafen, später Herzöge von Württemberg, konnten von dort den wichtigen Handelsweg im Tal gut überwachen. Auf drei Seiten von steilen Abhängen geschützt, auf einer von hohen Mauern, war die Burg so gut wie uneinnehmbar.

Viele seltene Pflanzen

Im Wolfstal wachsen seltene Pflanzen wie die Mondviole und die Hirschzunge. Entstanden ist es als Abfluss eines Vulkankraters. Normalerweise rauscht ein kleiner Wasserfall an den mossbewachsenen Felsen entlang. In diesem Jahr ist es zu trocken, das zerklüftete Bachbett führt kein Wasser. Dennoch wirkt das Tal kühl und feucht.

Abwechslung und Höhepunkte

Auf engen und steilen Wegen wandert man über natürliche und in den Felsen gehauene Stufen. Über eine Metalltreppe bewältigt man die schwerste Steigung, dann führt der Pfad zurück auf breitere Wege. Viel Abwechslung und Höhepunkte soll ein offiziell ausgezeichneter Wanderweg bieten, Bequemlichkeit findet man anderswo.

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Sabine Gronau auf den Spuren der Tipps unserer Hörerinnen und Hörer. Schauen Sie, wo sie schon war und schicken Sie selbst einen Tour-Vorschlag.  mehr...

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