Märzenbecher im Fridinger Tal (Foto: SWR, Markus Beschorner)

Streifzug rund um Upflamör bei Zwiefalten

Wanderung zur Großen Heuneburg und den Märzenbechern

STAND
AUTOR/IN

Ein Dorf mit besonderem Namen, eine mächtige Keltensiedlung mit spannender Geschichte und Felder voller Märzenbecher. Eine Wanderung rund um Upflamör ist die Anfahrt wert.

Zusammen mit der Bürgermeisterin von Zwiefalten (Kreis Reutlingen), Alexandra Hepp, dem Hobbyarchäologen Jürgen Hamann, Rupert Weber vom Schwäbischen Albverein und seinem Hund Yakari starten wir über die windige Anhöhe, durch den kleinen ruhigen 92-Seelen-Ort mit dem für ein schwäbisches Dorf sehr eigenartigen Namen "Upflamör". Zwei mögliche Erklärungen gibt es für den. Die eine: Upflamör liegt oberhalb von - also up - Pflummern, daraus wurde "Upflamör". Die andere: Hier oben auf der Anhöhe ist man über dem Nebelmeer, dem Mör, das öfter mal unten in Zwiefalten hängt.

Durch den Bannwald zur Großen Heuneburg

Der Wanderweg 11 des Schwäbischen Albvereins führt uns zuerst in einen prächtigen Buchenwald. Später geht es leicht bergab in einen Bannwald, in dem besonders viele seltene und vom Aussterben bedrohte Schwarzspechte leben. Nach wenigen Metern stehen wir vor einem mächtigen Erdwall: Ein Überbleibsel der "Großen Heuneburg", der keltischen Siedlung aus dem 7. bis 5. Jahrhundert vor Christus. Nicht verwechseln mit der viel bekannteren Heuneburg bei Hundersingen über dem Donautal!

Wegekreuz am Wanderparkplatz (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Wegekreuz am Wanderparkplatz Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Gemeinsam auf Tour zur Großen Heuneburg: Bürgermeisterin Alexandra Hepp, Rupert Weber vom Schwäbischen Albverein mit Hund Yakari und Hobbyarchäologe Jürgen Hamann (v.r.n.l.) Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Infotafel zur Großen Heuneburg Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Das innere Gelände der Heuneburg Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Bürgermeisterin Alexanda Hepp auf dem Wallgraben der Großen Heuneburg Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Grabungsschnitt durch die Befestigungsanlage im Osten der Vorburg der Großen Heuneburg bei Zwiefalten-Upflamör mit der Steinmauer, dem dahinter angeschütteten Wall und dem vorgelagerten Graben Pressestelle Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Hochebene von Upflamör mit Blick Richtung Zwiefalten Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Felsformation am Weg im Fridinger Tal Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Märzenbecher im Fridinger Tal Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen

Keltensiedlung mit riesigem Schutzwall

Wo heute Wald ist, siedelten in den vergangenen 3.000 Jahren immer wieder Menschen. Zuerst die Kelten, dann die Alemannen. Auch während der Ungarn-Kriege im 15. Jahrhundert und im Dreißigjährigen Krieg suchten die Menschen hier Zuflucht. Zur Hochzeit der Kelten um 600 vor Christus schützte ein knapp ein Kilometer langer Schutzwall die riesige Anlage. Die Mauer mit Holzpalisaden war mindestens acht Meter hoch. Den gesamten Berg drumherum hatten die Kelten bearbeitet, Terrassen und Wege angelegt. In keiner Epoche danach gab es solch große Erdbewegungen, berichtet der Hobbyarchäologe Jürgen Hamann.

Teppich aus Märzenbechern

Nach der Erkundung der keltischen Siedlung geht es weiter auf die Suche nach den Märzenbechern. Am Hang hinunter ins Fridinger Tal werden wir fündig. Sie breiten sich im lichten Wald aus - wie ein Teppich. Weil es kalt ist und ab und an noch Schnee fällt, sind ihre Blüten noch nicht ganz geöffnet. Trotzdem ein toller Anblick.

Märzenbecher im Fridinger Tal (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Märzenbecher im Fridinger Tal Markus Beschorner

Weitere Streifzüge

Haigerloch-Gruol

Streifzug bei Haigerloch-Gruol Wandern von der Vitus-Kapelle in Gruol zum Kloster Kirchberg

Etwas abgelegen, aber sehr reizvoll ist unser Streifzug zum Kloster Kirchberg. Schatten im Wald, Sonne im Tal, uralte Fischteiche und eine Kapelle mit grün glitzerndem Dach. Und wer die „Himmelsleiter“ erklimmt, wird mit einem herrlichen Panorama belohnt.  mehr...

Zollernalbkreis

Geologischer Streifzug im Zollernalbkreis Wenn Steine Geschichten erzählen

In unserem geologischen Streifzug im Zollernalbkreis hat Ulrike Mix an zwei spannenden Orten den Steinen genau zugehört: am Wasserfall in Balingen-Zillhausen und am Hohenzollerngraben.  mehr...

STAND
AUTOR/IN