Die Stille kann man ganzjährig hier auf der Hochfläche genießen. Besonders beeindruckend sind die alten Solitärbäume.  (Foto: SWR, Bärbel Schlegel)

Wacholderheiden, Burgruinen und ein tiefes Tal

Streifzug: Die Kraftstein-Runde im Kreis Tuttlingen

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Die Kraftstein-Runde im Kreis Tuttlingen, zwischen Dürbheim und Mühlheim an der Donau, führt über Berg und Tal und durch zwei Naturschutzgebiete. Eines beherbergt die größte Wacholderheide Baden-Württembergs.

Abwechslung pur

Die Kraftstein-Runde gehört zu den Premiumwanderwegen "Donauwellen" im Donaubergland und ist etwa zehn Kilometer lang. Ein Großteil der Strecke verläuft durch die Heuberglandschaft, die sich offen, aber auch als lichter Mischwald präsentiert. Doch wer meint, er könne gemütlich auf der Ebene spazieren, der hat sich getäuscht: ein bisschen anstrengen muss man sich schon! Schließlich geht es ins Ursental doch recht steil hinunter – und wieder hinauf. Jeweils gut 200 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Aber die Anstrengung wird belohnt. Mit phantastischen Ausblicken vom Albtrauf übers Tal hinweg.

Vom Albtrauf eröffnen sich immer wieder geniale Ausblicke hinab ins Ursental. (Foto: SWR, Ursula Teufel)
Vom Albtrauf eröffnen sich immer wieder geniale Ausblicke hinab ins Ursental. Ursula Teufel Bild in Detailansicht öffnen
Verlaufen wird sich hier niemand! Alle Wege sind sehr gut ausgeschildert und werden regelmäßig überprüft. Bärbel Schlegel Bild in Detailansicht öffnen
Die Stille kann man ganzjährig hier auf der Hochfläche genießen. Besonders beeindruckend sind die alten Solitärbäume. Bärbel Schlegel Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Hochfläche über dem Ursental blüht das Waldvögelein, eine einheimische Orchideenart. Bärbel Schlegel Bild in Detailansicht öffnen
Nur noch wenige Tage, dann wird auch der Gelbe Enzian seine ganze Pracht entfalten Bärbel Schlegel Bild in Detailansicht öffnen
Ludwig Henslers Leidenschaft ist die Geschichte. Seit langem beschäftigt er sich mit der Burg Kraftstein. Der Heimatverein Mühlheim an der Donau hat dieses Modell der Burg errichten lassen. Bärbel Schlegel Bild in Detailansicht öffnen
So viel weiß man im Moment über die abgegangenen Burgen – bald soll es mehr Infos geben. Bärbel Schlegel Bild in Detailansicht öffnen

Alte Rittersleut

Burgen gibt es viele bei uns im Land. Auf dieser kurzen Route sind es allein vier! Viel ist allerdings nicht mehr von ihnen zu sehen, gerade mal die Burggraben kann man noch erahnen oder eine Aufschüttung, auf der ein Gebäude stand. Walter Knittel von der Donaubergland GmbH erzählt: "Wir sind dran, zusammen mit den Azubis unserer Wegepatenschaftsfirma, Informationen über die Geschichte zu sammeln. Das wird dann auf Tafeln gedruckt. Die Wanderer erfahren so mehr über die Geschichte der Leute der Region und die Region."

900 verschiedene Pflanzenarten

Donau-Ranger Markus Ellinger ist begeistert von seiner Arbeit. Wahrscheinlich auch, weil in dem Gebiet zwischen Tuttlingen und Sigmaringen 900 verschiedene Pflanzenarten heimisch sind: "Wir haben hier Orchideen und viele wertvolle Gehölze!" Dass die Wacholderheide frei bleibt, dafür sorgen Schafe und Ziegen. Die Ziegen fressen nicht nur Gräser und Kräuter, sie sorgen auch dafür, dass nicht überall kleine Bäume nachwachsen und den Charakter des Geländes verändern. Ein Biss, und der Schößling ist verputzt.

Aber nicht nur die Tiere "arbeiten" im Naturschutzgebiet, berichtet Ellinger. Teile der Fläche werden absichtlich geradezu aufgebrochen, wenn beispielsweise ein Baumstrunk herausgeholt wird. "Das sieht zwar schlimm aus, aber ist gut für die Insekten. Beispielsweise Wildbienen bohren sich in das aufgeworfene Erdreich ihre Brutröhren."

Die Kraftstein-Runde ist das ganze Jahr über einen Besuch wert, und am Schluss kann man sich noch ein oder zwei Donauwellen gönnen - lecker!

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