Der Birnenerlebnisweg ist gut ausgeschildert. Loslaufen kann man vom Glemser Stausee oder vom Obstbaummuseum in Glems. Zwei unterschiedlich lange Rundwege sind ausgewiesen. (Foto: SWR, Friederike Dauser)

Bunte Streuobstwiesen und herrliche Ausblicke in die Landschaft

Streifzug: Blüte, Frucht und Birnenbrand - unterwegs auf dem Glemser Birnenerlebnisweg

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Der Birnenerlebnisweg bei Glems (Kreis Reutlingen) bietet Bewegung und Betörendes für alle Sinne: bunte Blumenwiesen, prachtvolle Birnenbäume und herrliche Ausblicke auf die Schwäbische Alb.

Unser Streifzug ist nicht nur etwas für das Auge, sondern auch für die Nase und später auch für den Gaumen. Direkt unterhalb des Albtraufs gelegen führt der Birnenerlebnisweg bei Glems mitten durch ein schwäbisches Streuobstparadies. Es ist kein Zufall, dass hier so viele Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume stehen. Bereits im 18. Jahrhundert hatten die württembergischen Könige Baumpflanzungen angeordnet. Sie dienten damals als "förderliche Maßnahme zur Hebung des Obstbaues". Und so mussten zu bestimmten Anlässen per Erlass Obstbäume gepflanzt werden.  

20 unterschiedliche Birnenbäume sind ausgeschildert

Seit 2015 gibt es den Birnenerlebnispfad. Zwei unterschiedlich lange Wege führen vorbei an bis zu 300 Jahre alten, mächtigen Birnenbäumen mit bis zu 20 Meter hohen Kronen. Die dunkelgrau-braune Rinde hat gitterförmige Risse. Etwa 20 Birnenbäume sind bislang ausgeschildert. Die Pastorenbirne, die wilde Eierbirne und die Gräfin von Paris gedeihen hier. Und auch die württembergische Mostbirne schlechthin, die Palmischbirne, die zum ersten Mal 1598 von einem Pomologen beschrieben wurde.

Den Birnenerlebnisweg mit allen Sinne Erleben: Immer wieder gibt es herrliche Ausblicke auf die Schwäbische Alb. Und Infotafeln zum Streuobstparadies, der Pflege und Geschichte. Außerdem für Kinder auch drei Fernrohre. Sie zeigen auf unterschiedliche Birnensorten. (Foto: SWR, Friederike Dauser)
Den Birnenerlebnisweg mit allen Sinne Erleben: Immer wieder gibt es herrliche Ausblicke auf die Schwäbische Alb. Und Infotafeln zum Streuobstparadies, der Pflege und Geschichte. Außerdem für Kinder auch drei Fernrohre. Sie zeigen auf unterschiedliche Birnensorten. Friederike Dauser Bild in Detailansicht öffnen
Ein herrlicher Birnbaum Friederike Dauser Bild in Detailansicht öffnen
Der Birnenerlebnisweg ist gut ausgeschildert. Loslaufen kann man vom Glemser Stausee oder vom Obstbaummuseum in Glems. Zwei unterschiedlich lange Rundwege sind ausgewiesen. Friederike Dauser Bild in Detailansicht öffnen
Immer wieder gluckern kleine Bächle die Wiesen hinunter. Das Wasser kommt direkt von oben, von der Schwäbischen Alb. Durch das kalkhaltige Gestein dort sickert es durchs Gestein, bis es dann beim Birnenerlebnisweg austritt. Gelbe Sumpfdotterblumen wachsen an den Bachläufen. Friederike Dauser Bild in Detailansicht öffnen
Futuristisch sieht sie aus, die Brennanlage von Erich Gönninger. Sie ist aus orange-rötlichem Zinn. Bis zu drei Stunden braucht Gönninger für einen Abtrieb, sprich Brennvorgang. Friederike Dauser Bild in Detailansicht öffnen
Seit 12 Jahren brennt Erich Gönninger Destillate. Zusammen mit Frau und Söhnen besitzt er eine Obstplantage beim Stausee Glems. Drei Birnenbrände hat er im Angebot: die Palmischbirne, die Wahlsche Birne und einen klassischen Willy. Friederike Dauser Bild in Detailansicht öffnen
Es ist eine typische württembergische Mostbirne. Vor fast 500 Jahren wurde sie entdeckt. Noch heute ist sie ein sehr beliebter Brand. Der Baum kann 300 Jahre alt werden und hat eine mächtige Krone. Friederike Dauser Bild in Detailansicht öffnen
Viele Informationen finden sich auf den Drehscheiben direkt an den Birnbäumen. Man erfährt etwas über die Herkunft, den Verwendungszweck und die Blüte bzw Erntezeit. Auf der Rückseite sind kleine Rätsel. Friederike Dauser Bild in Detailansicht öffnen

Wissenswertes erfährt man über kleine Drehtafeln

Kleine Drehtafeln vor den Bäumen erzählen etwas über Name, Herkunft, Verwendung und Blütezeit. Auf der Rückseite gibt es kleine Rätsel rund um die Birnensorte. Immer wieder gluckert ein kleines Bächlein die Blumenwiesen hinunter. Wasser aus dem kalkhaltigen Gestein der Schwäbischen Alb, das sich hier seinen Weg nach unten bahnt.

Rastplätze laden zum Verweilen ein

Es gibt viele Möglichkeiten zur Rast: Auf einer hölzernen Liege mit Blick auf die Schwäbische Alb, die hier steil aufragt, mit grauen Kalkfelsen im dichten Blätterwald, etwa dem Wolfsfelsen und den Fünf-Finger-Felsen. Oder einem breiten Hochsitz, von dem aus man über die Reutlinger Achalm, die Ruine Hohenneuffen bis hinüber zur Landeshauptstadt Stuttgart blickt.

Bei Familie Gönninger geht es um feines Destillat

Kurz vor dem Glemser Stausee liegt dann die Obstplantage der Familie Gönninger. Hier wird aus dem Obst auf den Streuobstwiesen feines Destillat gebrannt. Auch die Palmsche Birne und die Wahlsche Schnapsbirne landen hier in der Brennanlage. Bis zu 300 Liter brennt Erich Gönninger im Jahr. Sein Schwiegervater hat ihm das Wichtigste beigebracht: Die Ruhe und die Zeit, die man pro Brand braucht. Denn um einen guten Obstbrand später geniessen zu können, braucht es über drei Stunden, bis die Maische in der Brennblase erhitzt, verdampft und anschließend als reiner Alkohol aus dem Apparat tropft. 

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