An den Ufern der Fehla wächst Mädesüß. (Foto: SWR, Ulrike Mix)

Wandern ohne Autolärm

Streifzug durchs Fehlatal im Kreis Sigmaringen

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Wandern ohne störenden Autolärm – das ist heute eigentlich kaum mehr irgendwo möglich. Im Fehlatal zwischen Gammertingen und Hettingen im Kreis Sigmaringen kann man es noch.

Nur zwei weiße Feldwege ziehen sich das Tal entlang. Ansonsten hört man nur immer wieder das Rauschen des mäandernden Flüsschens. Das untere Fehlatal ist Naturschutzgebiet. Hier dürfen die Uferwiesen nur zweimal im Jahr gemäht werden. Biber stauen Wasser an und überfluten so manchmal kleine Abschnitte des Tals. An manchen Stellen lässt man der Natur freien Lauf, so dass die Ufer der Fehla von Gestrüpp und Bäumen überwuchert werden. Weiden, Pfaffenhütchen und Holunder wachsen wie ein undurchdringlicher Dschungel, der den Blick aufs Wasser fast völlig verdeckt.

Burg Baldenstein

Rund 40 Meter über dem Fehlatal thronte einst die Burg Baldenstein, die die Gammertinger nur das "Alte Schloss" nennen. Die Grafen von Gammertingen errichteten die Burg um 1100. Von der Burg hat man einen wunderbaren Blick über das darunter liegende Tal.

Reste von Burg Baldenstein hoch über dem Fehlatal. (Foto: SWR, Ulrike Mix)
Reste von Burg Baldenstein hoch über dem Fehlatal. Ulrike Mix Bild in Detailansicht öffnen
An den Ufern der Fehla wächst Mädesüß. Ulrike Mix Bild in Detailansicht öffnen
Der ehemalige Förster Jörg Scham mit Johanniskraut. Ulrike Mix Bild in Detailansicht öffnen
Hettinger Schloss: Die Schildmauer der einstigen Burg. Ulrike Mix Bild in Detailansicht öffnen
Die brandschutzsichere Eisentür im Hettinger Schloss - ein Überbleibsel aus dem Mittelalter. Ulrike Mix Bild in Detailansicht öffnen
Stuckdecken zeugen von der einstigen Pracht des Hettinger Schlosses. Ulrike Mix Bild in Detailansicht öffnen
Das Trauzimmer im Hettinger Schloss war einst ein Musikzimmer. Ulrike Mix Bild in Detailansicht öffnen

Das Hettinger Schloss

Im Süden trifft das Fehlatal auf die Lauchert und die B32, nur wenige hundert Meter entfernt von Hettingen. Das Hettinger Schloss, das auf einem Felssporn steht, wurde wohl ebenfalls von den Grafen von Gammertingen erbaut – als Burg. Die etwa acht Meter hohe Schildmauer sollte im Mittelalter vor Angriffen schützen.

Heute Rathaus

Das Besondere: Die Hettinger Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte nicht komplett zerstört wie so viele andere Burgen auf der Alb. Sie wurde im 18. Jahrhundert zum Schloss umgebaut. Die Grundmauern der Burg ließ man stehen und baute das Schloss einfach auf dieses Fundament. Heute befindet sich im Schloss das Rathaus von Hettingen.

Im Inneren des Gebäudes zeugen eine breite Treppe, Stuckdecken und die bemalten Wände des Trauzimmers noch von der einstigen Pracht des Barockschlosses. Andere Bauelemente, wie die Buckelquader am Eingangstor oder die massiven Kellergewölbe stammen dagegen noch aus der Burgenzeit.

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