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Plattencover von Édith Piaf (Foto: SWR, Fontana (Coverscan))
Bei ihrem Debüt im Oktober 1935 sprang Maurice Chevalier auf und rief: „Bravo! Die Göre hat einen tollen Stimmenumfang!“. Sehr schnell wurde die 19jährige via Rundfunk zum Liebling und im November unterzeichnete sie den ersten Schallplattenvertrag. Am 18. Dezember 1935 entstanden vier Aufnahmen zusammen mit „Les Accordéonistes Médinger“. Darunter „Le java de cézigue“, welches auf dieser Zusammenstellung „Attention! Édith Piaf!“ vertreten ist. Fontana (Coverscan)
Durch einen Zufall fand man in den Archiven der Phonogram in Paris zehn Jahre nach ihrem Tod eine ganze Reihe von frühen Chansons, die bis dato nie auf Schallplatten veröffentlicht wurden. Diese Raritäten erschienen 1973 auf einer Doppel-LP als „Hommage à Édith Piaf“. Die beiden Innenseiten des Album-Covers zeigten viele seltene Schwarz-Weiß-Fotos der Künstlerin. Philips (Coverscan)
Zwölf Ausgaben umfasste die Schallplatten-Edition „La Chanson“, eine komplette LP war dem „Spatz von Paris“ gewidmet. Mit „Mon légionnaire“ und „L’accordéoniste“ waren hierauf zwei Chansons dabei, die untrennbar mit Édith Piaf verbunden sind. In all ihren Liedern besang sie fast ausschließlich und in immer neuen Variationen die zumeist unglückliche Liebe. Der französische Künstler Jean Cocteau zählte zu ihren glühendsten Verehrern und nannte sie die „Tragödin des Chansons“. Philips (Coverscan)
1936 freundete sich Édith Piaf mit der Pianistin Marguerite Monnot an - eine Verbindung, die ein Leben lang hielt. Sie schrieb ihr zahlreiche Chansons auf den Leib. Allein sechs davon finden sich auf dem Album „Mes prémières chansons“. Monnot, Tochter eines blinden Organisten, wollte eine Laufbahn als Klaviervirtuosin einschlagen. Eine Krankheit machte ihre Zukunftspläne jedoch zunichte. Stattdessen begann sie zu komponieren. Außer für die Piaf schrieb Marguerite Monnot auch für… Columbia (Coverscan)
…”Les Compagnons de la Chanson”. Während einer Tournee durch das Elsass freundete die Piaf sich mit Jean-Louis Jaubert, einem Mitglied der Truppe, an und die beiden wurden ein Paar. „Les Compagnons“ wurden von ihr gefördert und unterstützt. Auf ihr Anraten hin modernisierte das neunköpfige Ensemble sein bislang folkloristisches Repertoire und 1946 entstand zusammen mit der Piaf „Les trois cloches“. Das Chanson wurde zu einem internationalen Erfolg… Columbia (Coverscan)
… und öffnete sowohl für Édith Piaf als auch für die neun Herren das Tor zur großen, weiten Welt. Mit ihnen zusammen war sie 1948 auch im Film „Neuf garçons, un coeur“ auf der Leinwand zu sehen. 1960 kam „Les trois cloches“ in Deutschland auf dieser EP nochmals auf den Markt, zusammen mit weiteren großen Chansons der Piaf: „Padam Padam“, „La goualante du pauvre Jean“ oder auch „C’est à Hambourg“. Diese Titel sang sie auch am 13. Januar 1957, als sie… Columbia (Coverscan)
…in der New Yorker Carnegie Hall auftrat. Bislang hatte hier kein Solo-Künstler ein ganzes Konzert gegeben. Rückblende: bei ihren ersten Auftritten in Übersee im Jahr 1947 kam der Erfolg nur zögerlich, da nur wenige Amerikaner der französischen Sprache mächtig waren. Vor jedem Lied musste der Conférencier den Inhalt erklären. Die Piaf lernte englisch, um die Überleitungen selbst sprechen zu können und nahm auch einige Lieder in englisch auf. Das Konzert wurde erst 1977 veröffentlicht. EMI (Coverscan)
1936 stand Édith Piaf erstmals vor der Filmkamera: in „La garçonne“ spielte sie eine Sängerin und interpretierte das Jean Wiener-Chanson „Quand meme“. Es war der Anfang einer Reihe von Filmen mit ihr: „Montmartre sur Seine“ (1941), „Étoile sans lumière“ (1946) zusammen mit Yves Montand, den sie kurz zuvor lieben lernte. 1959 drehte sie mit Michel Auclair „Les amants de demain“. Der Soundtrack erschien auf dieser EP, dessen Cover eine Filmszene mit den Hauptdarstellern zeigt. Columbia (Coverscan)
Bereits seit 1957 sah man an ihrer Seite einen neuen Liebhaber: Georges Moustaki. Der in Ägypten geborene Sohn griechischer Eltern wurde ihr ständiger Begleiter. Auch diese Verbindung war nicht von Dauer: Als Édith Piaf mit einem Magendurchbruch ins Krankenhaus eingeliefert wurde, trennte sich Moustaki von ihr. Wenige Monate zuvor hatte sie einen Titel aufgenommen, dessen Text ihr Ex-Liebhaber geschrieben hatte: „Milord“. Dem Lied gelang 1959 nicht nur in Frankreich ein sensationeller Erfolg. Columbia (Coverscan)
„Toujours aimer“ war in all‘ ihren Liedern das bestimmende Thema. Auf dieser Sammlung fanden sich Aufnahmen der Jahre 1960 bis 1962. Darunter „La vie, l’amour“, das unter dem Dirigat von Robert Chauvigny, der auf einer Vielzahl von Schallplatten Édith Piaf mit seinem Orchester begleitete, am 10. November 1960 eingespielt wurde. Bei dieser Aufnahmesitzung entstand auch… Columbia (Coverscan) -
…das legendär gewordene Chanson „Non, je ne regrette rien“, welches zu ihrem Lebensmotto geworden war. Schwere Autounfälle, Operationen und Zusammenbrüche auf offener Bühne konnten ihr anscheinend nichts anhaben, denn lächelnd meinte sie: „Ich bin ein glücklicher Mensch und ich bereue nichts“. 1962, von schwerer Krankheit gekennzeichnet, sang sie von der Plattform des Eiffelturms ihr „Non, je ne regrette rien“, so dass es den Parisern kalt den Rücken runter lief. Columbia (Coverscan)
Im Februar 1962 lernte sie Théophanis Lamboukas kennen, dessen Eltern einen Friseursalon in der Nähe von Paris betrieben. Der rund zwanzig Jahre jüngere Mann wollte Sänger werden und stellte sich bei ihr vor. Sie verliebte sich in ihn und Ende des Jahres heirateten die beiden in einer griechisch-orthodoxen Kirche in Paris. Die Piaf gab ihm den Künstlernamen Théo Sarapo und es entstand das Duett „A quoi ca sert l’amour“. Sie traten gemeinsam im Pariser Olympia und Anfang 1963 im „Bobino“ auf. Columbia (Coverscan)
Am 07. April 1963 sang Édith Piaf todkrank in ihrem Wohnzimmer das Chanson „L’homme de Berlin“. Mit dabei waren der Pianist Noel Commaret und Francis Lai, der das Chanson komponiert hatte und Akkordeon spielte. Wenige Tage später wurde sie mit einem Leberkoma ins Krankenhaus eingeliefert und die Aufnahme konnte nicht mehr fertiggestellt werden. Diese Demo-Version blieb jedoch erhalten und wurde 1968 als letztes Zeugnis einer großen Stimme veröffentlicht. Columbia (Coverscan) -
Die Edition 2000 brachte von jedem Album lediglich 2000 Exemplare heraus. Diese Serie war daher besonders für Sammler geeignet. Auch Édith Piaf fand mit einem Doppelalbum innerhalb dieser Veröffentlichungsreihe eine Würdigung. Die Innenseiten präsentierten eine Kurzbiographie in deutscher und englischer Sprache, die durch schwarz-weißes Bildmaterial ergänzt wurde. Columbia (Coverscan) -
Nach einem überwältigenden Auftritt in Kalifornien sprach sie der amerikanische Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent Darryl F. Zanuck an: „Madame, ich möchte Ihre Lebensstory kaufen und verfilmen. Geht das okay?“ Die Piaf lehnte ab - sie verkaufte ihr Leben nicht. Erst nach ihrem Tod wurde ihre Geschichte mehrfach verfilmt. Basierend auf der Biographie „Piaf“ von Simone Berteaut, einer engen Freundin, entstand der Film „Der Spatz von Paris“. Der Soundtrack erschien ein Jahr später. EMI (Coverscan) -
Anlässlich des 40. Todestages des „Spatz von Paris“ erschien unter dem Titel „Éternelle“ eine Doppel-CD mit ihren schönsten Chansons. Diese Zusammenstellung beinhaltete auch vier bis dato unveröffentlichte Titel. Ihr Chanson „Padam Padam“, für welches sie 1952 den „Grand Prix du Disque“ erhielt, wurde für diese Hommage mit Musikern der Gegenwart originalgetreu neu aufgenommen. Die Technik machte es möglich, die Stimme von Édith Piaf mit dem neuen Orchesterplayback zusammenzuführen. EMI (Coverscan)

Chansonlegende Édith Piaf - ein Leben wie eine Achterbahnfahrt

Aus der Gosse zum Weltstar - kaum jemand hat ein Leben so voller Extreme gelebt wie Édith Piaf, der "Spatz von Paris".  mehr...

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