Die schweizer Schlagersängerin Francine Jordi (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / ERWIN SCHERIAU / APA / picturedesk.com | ERWIN SCHERIAU)

So hat Francine Jordi den Brustkrebs besiegt

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Die Schweizer Schlagersängerin Francine Jordi hat 2017 die Diagnose Brustkrebs bekommen. Im Interview mit SWR4 Moderatorin Susanne Kurz spricht sie über ihre Krebserkrankung, ihre Einstellung zum Thema Krebs und den Weg ihrer Genesung.

Francine Jordi über ihre Krebserkrankung

SWR4: Im Herbst 2018 hast Du uns über Deine überstandene Krebserkrankung berichtet. Du hast gesagt, dass es Dir wieder gut geht. Ist es so geblieben oder kam irgendwas nochmal zurück?

Jordi: Es ist zum Glück alles sehr entspannt, mir geht es sehr gut. Ich bin in guten Händen aufgehoben und hatte riesiges Glück. Als ich 2018 von der Krebserkrankung erzählt hatte, waren die Behandlungen für mich schon fast ein Jahr vorbei und ich war damals schon wieder mitten im Leben. Für mich war es ein Neustart, auch mit neuer Musik und "gut zu sich sein".

Du klingst sehr positiv. Es ist körperlich überhaupt nichts zurückgeblieben und Du hast keine Einschränkungen?

Jordi: Nein, zum Glück nicht. Ich hatte wirklich Glück, dass man den Krebs sehr früh erkannt hatte und gleich mit der Operation und der Chemotherapie beginnen konnte. Da hatte ich sehr viel Glück und es ist bis jetzt so geblieben. Ich bin ein Glückspilz.

Die schweizer Schlagersängerin Francine Jordi (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Mandoga Media | Mandoga Media)
Die Schlagersängerin Francine Jordi wurde 2017 mit Brustkrebs diagnostiziert. picture alliance / Mandoga Media | Mandoga Media

Du hast damit damals nicht gehadert, sondern alles mit viel Energie angepackt.

Jordi: Ich habe das einfach angenommen und gesagt, das ist jetzt einfach mein Weg. Der Lebensweg ist ja nicht immer vorherbestimmt und man weiß nicht, wie das dann ausgeht. Es kann jeden Tag etwas Neues hinzukommen. Ich habe gedacht: Das ist mein Körper und ich muss jetzt schauen, dass er wieder schnell gesund wird. Und es bringt jetzt nichts damit zu hadern, weil das einfach verlorene Energie ist. Ich muss alle Energie ins Gesundwerden investieren und sollte mich nicht fragen, 'warum ich jetzt?' und 'warum ist mir das jetzt passiert?'. Sondern ich kann dankbar sein, dass man den Krebs so früh erkannt hat, dass die Chemotherapie und die Operation so gut verliefen.

Du hast Dich damals dazu entschieden, mit der Erkrankung und Behandlung nicht an die Öffentlichkeit zu gehen und alles im engsten Familienkreis durchzustehen. Denkst Du, das war die richtige Taktik?

Jordi: Das war super, denn so konnte ich weiter arbeiten und Konzerte geben, die mir sehr viel bedeutet haben. Dann konnte ich mich immer auf das Wochenende freuen und mich Anfang der Woche wieder mir selbst widmen. Ich glaube, die Leute hätten das gar nicht akzeptieren können, dass jemand eine Chemotherapie machen und gleichzeitig gut singen kann. Mitleid ist die schlimmste Energie, die man einem in dieser Situation mitgeben kann. Man sollte jemanden unterstützen und aufbauen. Ich hätte singen können wie Céline Dion und die Leute hätten trotzdem gedacht: 'Jetzt geht es ihr aber schlecht.' Das wollte ich eben nicht und mich eher auf mich selbst konzentrieren.

Francine Jordi hat den Brustkrebs besiegt und die Musik gab ihr viel Kraft dabei. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Geisler-Fotopress | Alexander Raemy/Geisler-Fotopres)
Francine Jordi hat den Brustkrebs besiegt und die Musik gab ihr viel Kraft dabei. picture alliance / Geisler-Fotopress | Alexander Raemy/Geisler-Fotopres

Findest Du, dass es ausreichend Informationen zu dieser Krankheit gibt, und dass genügend Aufklärung stattfindet?

Jordi: Ich bin Botschafterin der "Krebsliga Schweiz". Da engagiere ich mich sehr gerne und ich finde, die machen einen ganz tollen Job. Man muss die Vorsorge umsetzen und selber machen. Das ist jedem sein eigenes Ding. Jeder muss was zu seiner Situation beitragen. Man kann nicht immer sagen, 'die anderen müssen das machen'. Wenn etwas nicht stimmt mit dem Körper, wenn man etwas merkt, immer sofort untersuchen lassen, dann ist man auf der sicheren Seite und das kann sehr viele Leben retten. Ich wollte während der Zeit nichts wissen über Nebenwirkungen. Ich finde, man kann sich zu viele Informationen holen, zu viel Angst haben und sich zu sehr in etwas reinsteigern. Ich würde jedem den gesunden Mittelweg empfehlen.

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