Ein junger Mann rasiert sich vor dem Spiegel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Wavebreak Media)

Muss der Bart weg?

Maskenpflicht: Bart und FFP2-Masken vertragen sich nicht

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Bartträger haben wohl keine Wahl: Wenn die FFP2-Maske richtig sitzen und den Träger schützen soll, dann muss der Bart weg. Wir erklären, warum das so ist und wie man selbst testen kann, ob die Maske richtig sitzt.

Die Maskenpflicht wird ab Montag deutschlandweit verschärft. In öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften sind dann nur noch FFP2-Masken oder mindestens OP-Masken erlaubt.

Die normalen Alltagsmasken aus Stoff sind dort dann nicht mehr zugelassen. Grund für die Verschärfung, ist die Sorge um eine rasche Ausbreitung der neuen hochansteckenden Virus-Mutationen.

FFP2-Masken filtern nämlich mehr kleine Partikel aus der Luft als andere Masken und schützen ihre Träger deshalb besser. Allerdings muss die FFP2-Maske dafür auch korrekt sitzen.

Virologe Bodo Plachter: Mit Bart liegt FFP2-Maske nicht richtig an

Bartträger haben da nun ein Problem. Das sagt auch der Mainzer Virologe Bodo Plachter: "Jede FFP-2-Maske lebt davon, dass sie dicht ist. Dass sie komplett an der Gesichtskontur anliegt, damit nichts zwischen Maske und Haut nach draußen dringt. Das ist bei einem Vollbartträger nicht hundert Prozent gewährleistet."

Der Haupteffekt einer FFP2-Maske ist nämlich der Eigenschutz. Und der ist mit Bart nicht mehr gegeben. Ab einer gewissen Stoppellänge kann ein Leck in der Maske entstehen. Und jede Lücke ist eine Eintritts- und Austrittspforte für Viren. "Auch ein Dreitagebart kann unter Umständen schon die Dichtigkeit der Maske deutlich beeinträchtigen", sagt Plachter. Da hilft also nur rasieren, der Gesundheits zu Liebe.

Deshalb rät der Virologe, selbst zu testen, ob die FFP2-Maske auch richtig sitzt und gibt einen wichtigen Hinweis: "Wenn sie wirklich dicht sitzt, ist es schon relativ unangenehm und unbequem über längere Zeit mit der Maske zu arbeiten oder sich durch die Stadt zu bewegen."

Woher weiß ich, ob die FFP2-Maske richtig sitzt?

Die FFP2-Maske sitzt richtig, wenn sie sich beim ersten kräftigen Einatmen deutlich zusammenzieht. Beim Ausatmen entsteht ein spürbarer Überdruck in der Maske. Wenn die Luft beim Ausatmen am Maskenrand hinausströmt, muss der Sitz der Filtermaske korrigiert werden.

Wie setze ich die Maske richig auf ?

Mund-Nasen-Schutz (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance/Friso Gentsch/dpa)
Die FFP2-Maske bietet den besten Schutz vor Corona-Viren, muss aber richtig getragen werden. Picture Alliance/Friso Gentsch/dpa

Vor dem Aufsetzen der Maske Hände waschen oder ordentlich desinfizieren. Die Innenseite der Maske sollte beim Aufsetzen nicht berührt werden.

Die FFP2-Maske muss so dicht wie möglich an der Gesichtshaut anliegen. Damit die Maske dicht ist, müssen auch die Nasenbügel leicht an der Nase festgedrückt und an die Nasenform angepasst werden. Oberhalb des Nasenrückens sollte keine Lücke entstehen. Die Maske sollte komfortabel sitzen und nicht verrutschen.

  • Bürgermeister startet Bart-ab-Aktion

    Oberbürgermeister von Erlangen, Florian Janik, mit Bart, ohne Bart und mit Maske (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa/Florian Janik )
    Ein Mann der Tat: Der Oberbürgermeister von Erlangen, Florian Janik, hat sich den Bart abrasiert, damit die Maske besser sitzt. dpa/Florian Janik

    Das Thema treibt gerade viele Bartträger um, denn auch jeder andere Mund-Nasen-Schutz sitzt ohne Bart besser. Geteiltes Leid ist halbes Leid, dachte sich da auch der Erlanger Oberbürgermeister Florian Janik, rasierte seinen Bart ab und postete die Fotos davon auf Facebook. Gleichzeitig forderte er ein anderes Stadtratsmitglied auf, es ihm gleich zu tun. Damit trat er eine echte Welle los.

    Der aufgeforderte Politiker rasierte daraufhin ebenfalls seinen Vollbart ab und nominierte den nächsten Bartträger aus dem Stadtrat. An der Aktion beteiligten sich inzwischen auch Stadträte aus anderen Städten. Der Oberbürgermeister aus Erlangen klagte zwar über "Phantombart-Schmerzen", aber die gehen auch irgendwann vorbei. Das Gute ist, dass der Bart mach der Corona-Krise auch wieder nachwächst.

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