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Herbstzeitlose im Herbst

Gartentipp Herbstzeitlose - jetzt auspflanzen!

Die Pflanzzeit für die Zwiebeln der Frühjahrsblüher wie Tulpe, Narzisse oder Krokus kommt erst noch. Aber SWR4 Gartenexperte Volker Kugel stellt eine Zwiebelpflanze vor, die man jetzt auspflanzen sollte: Die Herbstzeitlose.

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose

Die lila-rosa Blüten der Wildform der Herbstzeitlose erscheinen im September und Oktober – und zwar ohne Blätter! Das sieht ungewöhnlich aus und zunächst denken viele, es wären Krokusse, die sich in der Blütezeit verirrt haben. Wenn Sie die Zwiebeln der Herbstzeitlosen jetzt noch in den Boden bringen, dann blühen sie noch in diesem Jahr - eben ohne Blätter. Die Blätter bilden sich nämlich im Frühjahr. Im Laufe des Sommers werden sie gelb und fallen ab – erst danach erscheinen im Herbst die aparten Blüten.

Das müssen Sie wissen, wenn Sie die Herbstzeitlose pflanzen:

  • Im Garten können Sie die kleinen, 2-3 cm großen Zwiebeln am Rand von Gehölzbeständen oder im Rasen pflanzen.
  • Wenn sie sich am Standort wohlfühlen, bilden die Herbstzeitlosen über die Jahre richtige Tuffs.
  • Das Laub wird 30-40 cm hoch und ist sehr dicht, so dass es konkurrenzschwache Arten unterdrücken kann. Sie sollten vorab gut überlegen, wo Sie die kleinen Zwiebeln einpflanzen.
  • Blumenzwiebel der Herbstzeitlose

    Zwiebel der Herbstzeitlose

    Wenn man das Laub zu früh abschneidet, wird die Pflanze in ihrer Entwicklung geschwächt. Wer die Herbstzeitlose im Rasen ansiedelt, darf das Laub nicht abmähen. Sie könnten aber beispielsweise im Rasen kleine "Inseln" mit Herbstzeitlosen anlegen, die Sie beim Mähen geschickt umfahren können.
Bärlauch mit Blüte und Blättern

Bärlauch: Vorsicht, seine Blätter können mit denen der Herbstzeitlose verwechselt werden!

Achtung, giftig!

Die Herbstzeitlose ist sehr giftig! So kann es im Frühjahr zu folgenschweren Verwechslungen kommen, weil man Bärlauchblätter mit den Herbstzeitlosen verwechseln kann. Deshalb: Beim Sammeln in freier Natur immer an den Blättern riechen - der Bärlauch verströmt einen intensiven Knoblauch-Duft. Die Blätter der Herbstzeitlose sind viel dicker und ledriger und riechen völlig neutral.
Damit es im eigenen Garten zu keinen Verwechslungen kommt, sollte man den Bärlauch und Herbstzeitlose entfernt voneinander pflanzen.

Empfehlenswerte Sorten

Neben der lila-/rosafarbenen Wildform gibt es inzwischen weitere, sehr attraktive Sorten:

  • Apollo hat purpurfarbene Blüten, die auch größer als die der Wildform sind.
  • Album ist mein Favorit, weil sich das Weiß der Sorte vor der oft grünen Umgebung im September optimal abhebt. Album wird außerdem mit 30 cm recht hoch, so dass sie richtig auffällt.
Weiße Herbstzeitlose

Sieht gut aus: weiße Herbstzeitlose auf grüner Wiese.

Es lohnt sich, der Herbstzeitlose ein Plätzchen im Garten zu bieten. Diese heimische Pflanze ist leider in der Natur nur noch selten zu finden, weil es die feuchte, magere Wiese kaum noch gibt. Die intensive Bewirtschaftung der Wiesen macht es den Herbstzeitlosen schwer.

Der besondere Deko-Tipp
Herbstzeitlosen sind sogenannte "Trockenblüher". Das heißt, sie entwickeln ihre Knospen und Blüten ganz ohne Erde und Wasser. Wer mag, kann die Zwiebeln nach dem Kauf zunächst in eine flache Schale mit etwas Moos oder Zierrinde drapieren und ins Zimmer stellen. Sie blühen dann ganz sicher auf und das Ganze wirkt sehr dekorativ. Direkt nach der Blüte - ab Mitte Oktober - geht es dann aber raus ins Gartenbeet, damit sich Wurzeln bilden und die Herbstzeitlosen draußen dauerhaft wachsen und blühen.

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