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Eine Hecke kann etwas sehr Schönes sein. Allerdings sehen viele Hecken gerade ziemlich zerzaust aus. Es war sonnig und warm und hat dann geregnet – und das hat ihnen einen enormen Wachstumsschub gegeben. Höchste Zeit, um die Schere anzusetzen, meint SWR4 Gartenexperte Volker Kugel.

Dauer

Jetzt, Ende Juni, ist der ideale Zeitpunkt zum Rückschnitt von Hecken. Egal ob Liguster oder Hainbuche, Kirschlorbeer oder Glanzmispel - die Pflanzen haben ihr Hauptwachstum jetzt abgeschlossen. Andererseits haben sie noch Wuchskraft: Die Zeit um den Johannistag (24. Juni) ist eine Phase, in der die Pflanzen nochmals austreiben – traditionell "Johannis(aus)trieb" genannt. Wenn wir also jetzt zurückschneiden, können die Pflanzen die kleinen Wunden des Rückschnitts schnell überwachsen, so dass schon bald alles wieder frisch grün aussieht.  Dieser schwache Neuaustrieb reift noch sehr gut aus und so können die Pflanzen gut über den Winter kommen.

Gartenexperte Volker Kugel beim Heckenschnitt (Foto: SWR, Blühendes Barock)
SWR4 Gartenexperte Volker Kugel beim Heckenschnitt Blühendes Barock

Was passiert, wenn wir im September schneiden?

Dann kann es bei guten Wachstumsbedingungen zwar auch nochmal einen Austrieb geben, aber der reift meist nicht mehr aus. Die Folge: Das Holz der Neutriebe bleibt weich und ist damit sehr anfällig für Frost.

Gartenexperte Volker Kugel beim Heckenschnitt (Foto: SWR, Blühendes Barock)
Der beste Zeitpunkt für den Heckenschnitt ist Ende Juni. Blühendes Barock

Wie geht’s genau mit dem Rückschnitt?

Es wird so geschnitten, dass die Grundform der Hecke erhalten bleibt. Das heißt also: Jetzt nicht radikal kürzen (das wäre auch aus Naturschutzgründen nicht erlaubt)!  Bei der Form ist es wichtig, die Hecke nach unten hin etwas breiter stehen zu lassen als oben am Heckenkopf. Das lässt mehr Licht an die Pflanzen und entspricht auch ihrer natürlichen Wuchsform.

Will man eine Hecke ganz stark zurücknehmen, dann macht man das am besten im Winter, in der Zeit bis Ende Februar.

Werkzeugpflege ist wichtig

Mit einer richtig scharfen Heckenschere schneidet man nicht nur schneller – es entstehen auch saubere Schnittkanten, so dass Zweige oder Blätter an der Schnittstelle nicht so stark ausfransen. Schlechte, also unscharfe Schnitte sehen nicht nur unschön aus, sondern erschweren auch die Wundheilung der Pflanze.

Gartenexperte Volker Kugel beim Heckenschnitt (Foto: SWR, Blühendes Barock)
Will man die Hecke stark zurücknehmen, dann macht man das am besten im Winter bis Ende Februar. Blühendes Barock

Und wenns mal nicht so geklappt hat mit dem perfekten Heckenschnitt?

Bei sommergrünen Hecken von Hainbuche, Feldahorn oder Rotbuche kann ein unschöner Schnitt eher toleriert werden, da die Pflanzen ja im Herbst ihr Laub abwerfen. Bei immergrünen Hecken (z.B. von Kirschlorbeer, Eibe oder Glanzmispel) sehen wir die Schnittwunden an den Blättern natürlich viel länger und deshalb ist da ganz besonders wichtig, möglichst gute und glatte Schnitte zu machen.

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SWR4 Experte Volker Kugel

SWR4 Gartenexperte Volker Kugel ist im Hauptberuf Direktor des Blühenden Barocks in Ludwigsburg und damit Chef einer der schönsten Gärten Deutschlands.  mehr...