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Wer jetzt Lust bekommt auf frühlingshafte kulinarische Genüsse, der kann sich auf der Fensterbank problemlos Kräuter und junge Gemüse kultivieren.

Jetzt ist genau die richtige Zeit zum Aussäen, denn die Tage sind schon länger und die Pflanzen können zügig wachsen. Aromatische Kräuter wie Basilikum, Rucola und Kerbel können Sie direkt in dekorative Tontöpfe oder in einen kleinen Blumenkasten säen.

Die Samen brauchen nicht lange, bis sie keimen: Nach etwa acht Tagen zeigt sich das erste Grün und bereits nach 4 bis 5 Wochen können wir mit der Ernte beginnen.

Welche Erde mögen solche Kräuter am liebsten?

Idealerweise sät man in eine sogenannte Aussaaterde. Die ist "mager" - also nur ganz wenig gedüngt und hat einen hohen Anteil an Sand. Dadurch wird der Staunässe vorgebeugt. Diese Kräuter sind echte Sonnenkinder, man muss nur aufpassen, dass die Erde nicht völlig austrocknet.

Ganz wichtig: Basilikum, Rucola und Kerbel sind sogenannte Lichtkeimer. Die Samen brauchen Helligkeit zum Keimen und man darf sie deshalb nur ganz leicht mit feinem Sand bedecken. Bedeckt man sie mit einer Erdschicht von einem Zentimeter oder mehr, dann keimen sie erst sehr spät oder vielleicht auch gar nicht!

"Junges Gemüse" für die Fensterbank

Der Blutampfer lohnt sich auf jeden Fall. Die großen, länglich-ovalen Blätter mit ihren roten Blattadern sehen sehr dekorativ aus und bringen eine säuerlich- würzige Note in die Salatschüssel. Am besten sät man in kleine Saatrillen, die man im Abstand von 10-15 cm mit dem Finger zieht. Die Saatkörner sollten dann einen Abstand von 1-2 cm zueinander haben. Auch der Blutampfer ist übrigens ein Lichtkeimer!

Kräuter für die Fensterbank

Blutampfer (Foto: dpa Bildfunk, XAMAX)
Blutampfer XAMAX Bild in Detailansicht öffnen
Spinat picture alliance / imageBROKER Bild in Detailansicht öffnen

Bei vielen als Unkraut verschrien, aber ebenfalls sehr schmackhaft ist der Löwenzahn. Den möchte ich bei dieser Gelegenheit mal ausdrücklich empfehlen: Einfach aussäen und die zarten jungen Blätter nach 4 Wochen als Salatzugabe verwenden. Und keine Angst, dass er sich im Garten verbreiten könnte: Sie essen ihn ja vorher weg!

Zum Schluss darf der Spinat nicht fehlen. Der keimt gerade jetzt im Frühjahr sehr gut. Und weil wir ja auf der Fensterbank gärtnern, essen wir bereits nach vier Wochen die ersten jungen Blätter (die Engländer sagen Baby Leafs dazu). Sie haben einen festen "Biss" und sind eine raffinierte Zugabe zum klassischen Salat. Spinat sät man am besten auch in kleinen Reihen mit etwa 10 cm Abstand.

Mit Umsicht ernten

Diese Baby-Salatblätter und auch die Kräuter kann man über mehrere Wochen behutsam ernten, wenn man nicht gleich am Anfang einen großen Kahlschlag macht. Also immer die großen Blätter ernten, dann können die kleinen nachwachsen.

Einen Turbo-Trick gibt’s auch: Wer schneller ernten will, der stülpt eine abgeschnittene Plastikflasche oder eine Plastikschale über die frische Aussaat. So entsteht ein Effekt wie in einem Gewächshaus und die Samen keimen einige Tage früher.

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