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SWR4 Gartentipp Edeldisteln sind Staude des Jahres

Eine ganze Pflanzengruppe ist zur "Staude des Jahres" gekürt worden: Die Edlen Disteln. Viele Gartenbesitzer meiden die dornenbewehrten Pflanzen. Dabei sind die eigenwilligen "Kratzbürsten" im Garten robust und nützlich für Insekten - und sie sehen wunderschön aus!

Eine Biene sitzt auf einer Kugeldistel.

Die Blüten der Kugeldistel leuchten in herrlichem Blau

In Form und Farbe unterscheiden sie sich allerdings deutlich:

  • Die Kugeldistel (lat. Echinops) wird bis zu 50 – 80 cm hoch und hat grüne dornenbesetzte Blätter mit silbriger Unterseite. Ihre Blütenköpfe sind blau oder manchmal sogar weiß
  • Das Elfenbein–Mannstreu (lat. Eryngium giganteum) wird etwa 80 cm hoch und hat silbriges Laub mit blau-silbrig schimmernden Blütenköpfen, die aus vielen Einzelblüten bestehen.
  • Das Agavenblättrige Mannstreu (lat. Eryngium agavifolium) stammt aus Nordamerika. Seine dornig bewehrten Blätter ähneln tatsächlich stark denen der Agave. Die Blütenköpfe sind grün-silbrig.
  • Die Mariendistel ist eine alte Heilpflanze, die über einen Meter hoch wird und große, weiß gescheckte dornige Blätter hat. Ihre Blüten leuchten rotviolett.
  • Die Silberdistel wird nur 10 bis 20 cm hoch und fällt auf durch ihre silbrig-weißen, großen Blüten.

So fühlen sich die schönen Kratzbürsten wohl

Alle edlen Disteln wollen in der vollen Sonne wachsen. Der Boden sollten trocken und durchlässig sein und nicht zu Staunässe neigen. Die Edeldisteln brauchen nur wenig Dünger oder Kompost, denn sie sind sehr genügsam. Die stachligen Disteln haben genau genommen Dornen - an den Blatträndern, manchmal sogar an den Blüten und den Stängeln. So schützen sich die Pflanzen ganz clever vor dem Gefressenwerden.

Silberdistel

Die bekannteste Distelart: die Silberdistel

Dekorativ vor allem im Winter

Im Sommer sind ihre Blüten wahre Insektenmagnete und ziehen Wildbienen, Bienen und Schmetterlinge geradezu magisch an. Die Blütenköpfe und später die Fruchtstände wirken im Winter sehr dekorativ im ansonsten tristen Staudenbeet. Im Winter sind die Samen eine wertvolle Nahrung für Vögel. Die Fruchtstände der Edeldisteln werden deshalb erst jetzt im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten.

So setzen Sie die edlen Disteln am wirkungsvollsten ein

Kombinieren Sie Edeldisteln im Staudenbeet mit gelben Sonnenstauden - also mit Sonnenhut, Sonnenbraut, Schafgarbe und verschiedenen Wolfsmilch–Arten. So werden die Edeldisteln zu Begleitpflanzen, die mit ihrem eigenwilligen Aussehen schöne Kontraste ins Beet bringen. Der zweite ideale Einsatzbereich sind so genannte Präriebeete oder Steppenbeete an sehr trockenen Standorten, wie zum Beispiel Dachbegrünungen. Zusammen mit Gräsern, wie dem Reitgras, dem Federgras und weiteren trockenheitsverträglichen Stauden, wie der Katzenminze, den Fetthennen oder den Brandkraut können dauerhafte Pflanzungen an sehr schwierigen Standorten entstehen, die auch für Insekten und Vögel reichlich Nahrung bieten.

Der besondere Deko-Tipp

Die robusten Edeldisteln sind ideal geeignet für lang haltbare Trockensträuße. Sobald sich im Hochsommer die ersten Blüten in den kugeligen oder ovalen Blütenständen öffnen, werden die Stängel abgeschnitten und kopfüber zum Trocknen aufgehängt. Nach etwa sechs Wochen sind sie völlig durchgetrocknet und können so mehrere Jahre halten.

Eine Edle Distel - das Elfenbein-Mannstreu

Alpen-Distel (Eryngium alpinum)

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