Fetthenne mit Pfauenauge (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)

Gartentipp Diese Pflanzen trotzen Hitze und Trockenheit

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Die Sommer bei uns werden tendenziell immer wärmer. Gleichzeitig gibt es vermehrt trockene Phasen. Ohne regelmäßiges Gießen kommen viele unserer Gartenpflanzen nicht über die Runden. Der Tipp von SWR4 Gartenexperte Volker Kugel: Passen Sie Ihre Pflanzbeete nach und nach dem veränderten Klima an – mit besonders hitze- und trockenheitsverträglichen Pflanzen.

So erkennen Sie hitze- und trockenheitsverträglichen Pflanzen

Es gibt besondere Merkmale, an denen man das erkennen kann: Wenn die Blätter z.B. grau und filzig oder behaart sind, so wie bei der Katzenminze. Oder wenn sie lang, schmal und fest sind wie zum Beispiel beim Rosmarin. Hier hat es die Pflanze geschafft, ihre Verdunstung auf ein Minimum zu reduzieren. Eine andere "Taktik" der Pflanzen ist die Fähigkeit der Wasserspeicherung. Dann sind die Blätter dick und prall, mit einer festen Außenhaut - wie beim Sedum, der "Fetthenne". Sie schafft es mit einem Wasservorrat in den Blättern Trockenzeiten zu überbrücken.

Fünf Gartenstauden, die der Hitze trotzen

  • Die Katzenminze mit den silbernen Blättchen und den blauen Blüten ist eine meiner Lieblingsstauden.
  • Von den verschiedenen Arten Sedum oder Fette Henne gibt es niedrige und hohe Sorten, die zwischen 10 bis 60 cm hoch werden. Es gibt sie mit unterschiedlichen Blütenfärbungen - von Weiß über Gelb bis hin zu Rosa- und Rottönen - in allen Schattierungen.
  • Die Schafgarbe gehört zu den ganz "harten", hitzeverträglichen Stauden. Neben der klassischen Form in Weiß gibt es auch attraktive Sorten in Gelb und Rosa.
  • Der wollige Ziest oder Woll-Ziest ist eine bodendeckende Staude von 15 bis 50 cm Höhe mit grau-filzigem Laub und zarten, silbrig-blauen oder rosa Blüten. Wegen seiner weichen langen Blätter wird er manchmal auch Eselsohr oder Hasenohr genannt.
  • Sehr robust in Sachen Hitzeverträglichkeit ist auch die Wolfsmilch. Es gibt sie in verschiedenen Arten - zum Beispiel als Bodendecker mit grauem Laub oder bis zu 40 cm hoch mit grünem Laub. Die Blüten sind meist gelb oder gelblichgrün.

Pflegetipps

Im Herbst sollte man die Gartenstauden kräftig zurückschneiden, um Platz für neues Grün im kommenden Jahr zu schaffen. Wer mag, kann bei Stauden wie der hohen Fetthenne auch noch die kalte Jahreszeit abwarten, um eine dekorative Winterstimmung zu erzeugen. Wenn der erste Schnee auf den schirmförmigen alten Blütenständen liegt, sieht das sehr stimmungsvoll aus. Düngung oder Pflanzenschutz brauchen die genannten Stauden und auch die Gehölze nach einer Anwachsphase von ein bis zwei Jahren nicht mehr. Wässern müssen Sie diese Pflanzen wirklich nur ausnahmsweise bei extremer Trockenheit.

Das sind die fünf "härtesten" Gartensträucher

  • Die Bartblume hat einen kompakten Wuchs von etwa 1 Meter Höhe und Breite. Ab Juli zeigt sie schöne blaue Blüten, die bis Ende Oktober erscheinen. Übrigens freuen sich Insekten sehr über das lang anhaltende Angebot!
  • Die Felsenbirne ist ein Strauch-Klassiker und kann je nach Sorte 3 bis 5 Meter hoch werden. Grünes Laub, überreiche weiße Blüten Anfang April und eine schöne Herbstfärbung zeichnen die Felsenbirne aus. Weil sie so genügsam ist, gewinnt sie in den Gärten wieder deutlich an Beachtung.
  • Sehr hitzeverträglich ist auch die Zistrose, die allerdings keine "echte" Rose ist. Der Name kommt daher, weil ihre Blüten denen einer offenblütigen Rose ähneln. Die Pflanze bleibt kompakt, wird etwa 60 bis 70 cm hoch und breit. Die zarten Blüten sind meist Rosa, Rot, Weiß oder auch Gelb und erscheinen im Juni/Juli.
  • Die Aronia oder Apfelbeere wird etwa 1 bis 2 Meter hoch und wächst kompakt. Im Frühjahr trägt sie weiße Blüten und ab September schwarze, essbare Früchte, die ideal geeignet sind für die Herstellung von Säften und Marmeladen.
  • Die Säckelblume (Ceanothus) wird 1,5 bis 2 Meter hoch und wächst sehr kompakt. Ihre fliederartigen, etwa 8 cm langen stahlblauen oder rosa Blüten öffnen sich den ganzen Sommer lang bis in den Herbst hinein. Ein wunderbarer Kleinstrauch, der sich auch als Rosenbegleiter eignet!

Kann die wärmeliebende Zistrose überall bei uns überleben?

Zugegebenermaßen kann es im Schwarzwald oder auf der rauhen Alb über 700 m Meereshöhe etwas schwierig werden. Aber mit ausreichendem Winterschutz, wie ihn auch Rosmarin, Salbei und Lavendel bekommen, dürfte es keine Probleme geben.

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