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Langanhaltende Hitze und eine Trockenheit, die nur örtlich mal durch einen Schauer gemildert wird - das stresst Pflanzen derzeit enorm. Nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in den Gärten und auf Terrassen und Balkonen. In diesem Sommer sind auch Pflanzen betroffen, die sonst als fast unverwüstlich gelten.

"Frisch" Gepflanztes leidet besonders

An ihre Grenzen kommen zum Beispiel frisch gepflanzte Obstbäume oder Stauden, die im Frühjahr oder auch schon letzten Herbst in den Boden gebracht wurden. Das Tückische dabei: Selbst wenn man immer mal gegossen hat, ist der Feuchtigkeitsvorrat um den Baum herum aufgebraucht, weil die Wurzeln relativ frisch gesetzter Pflanzen noch nicht tief genug in die Erde gewachsen sind. Die Folge ist ein schleichendes Leiden der Pflanze – sie wächst nicht mehr, die Blätter werden gelb und hängen schlapp herunter. Deshalb müssen besonders neu gepflanzte Obstbäume, Stauden und Ziergehölze ein- bis zweimal in der Woche intensiv gewässert werden – und "intensiv" heißt 20-30 Liter Wasser pro Baum oder Strauch und Gießvorgang! Bei Pflanzflächen mit Stauden sollten bei jedem Gießen 15 Liter pro Quadratmeter gegeben werden.

Rosen von unten bewässern

Ältere, schon eingewachsene Rosen haben kaum Probleme, denn ihre Wurzeln reichen tatsächlich 1 bis 1½ Meter tief. Frisch gepflanzte Rosen dagegen brauchen im Moment besondere Gieß-Hilfe. Für alle Rosen gilt: Sie müssen regelmäßig von unten bewässert werden. Gießen Sie niemals über das Laub, denn sonst werden Pilzkrankheiten wie Sternrußtau und Mehltau gefördert.

Auch widerstandsfähige Pflanzen gießen

Im heißen und trockenen Sommer kommen im Garten auch ansonsten widerstandsfähige Pflanzen an ihre Grenzen: die genügsamen Elfenblumen, die Funkien und sogar hohe Fetthennen zeigen zur Zeit Zeichen von Trockenstress! Eigentlich gelten sie als unverwüstlich, aber derzeit ist auch da Gießen angesagt.

Rasensprenger wässert Garten (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Zierrasen braucht bei der Hitze viel Wasser, damit er grün bleibt. Foto: Colourbox.de -

Den Rasen grün halten oder gelb werden lassen?

Bei Temperaturen bis 40 Grad und der hohen Sonneneinstrahlung braucht ein Zierrasen in einer Woche ungefähr 40 Liter Wasser pro Quadratmeter. Wenn wir nur ein bisschen sprenkeln, wird das Problem nicht gelöst. Man muss sich also tatsächlich entscheiden, was man will und kann: Wenn ein Rasen grün bleiben soll, braucht er Wassergaben mit dem Regner von etwa 12-15 Liter pro Quadratmeter, und zwar alle 2 bis 3 Tage.
Oder man entscheidet sich, die Rasenfläche nicht mehr zu wässern! Privat mache ich das so und warte ab, bis es wieder genügend regnet und der Rasen nach einer Erholungsphase wieder grün wird.

Verbrennen die Blätter beim Gießen?

Intensiv diskutiert wird die Gefahr von Verbrennungen an den Blättern, wenn tagsüber mit dem Regner bewässert wird. Diese Gefahr ist meiner Meinung nach überbewertet: Echte Schäden gibt es eher selten, es besteht aber die Gefahr, dass Krankheiten wie z.B. Mehltau begünstigt werden.

Allerdings ist es Wasserverschwendung , zwischen 10 und 19 Uhr mit dem Regner zu wässern, weil dann etwa 70% des Wassers gar nicht an den Wurzeln der Pflanzen ankommen.

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