Weiß angestrichener Baum  (Foto: Imago, xblickwinkel C.xKaiserx)

Der Gartentipp gegen Böse überrraschungen nach dem Winter Gute Vorsorge für Bäume: Weißanstrich und Leimring

Weiß angestrichene Bäume sowie Leimringe sind beides Schutz- und Vorsorgemaßnahmen, die jetzt durchgeführt werden sollten. Unser Gartenexperte erklärt, was diese Aktionen bringen.

Warum werden Bäume weiß angestrichen?

Das Weiß-Anstreichen – oder "Weißeln" – von Obstbaumstämmen, aber auch der Stämme von Alleebäumen wie Linden oder Platanen ist eine Vorsorgemaßnahme. Dieser Anstrich soll verhindern, dass die Stämme durch starke Sonneneinstrahlung reißen.

Ein Beispiel: Nehmen wir einen sehr kalten, klaren Wintermorgen. Es herrschen minus 15 Grad Lufttemperatur – und dann kommt von Osten die Sonne, die die braunen, dunklen Stämme auf einer Seite schnell auf plus 10 Grad erhitzen kann. Da entsteht dann ein Temperaturunterschied auf kleinstem Raum von 25 Grad!

Der Stamm kann dadurch der Länge nach aufreißen, was dem Baum natürlich extrem schadet. Durch den weißen Anstrich wird die Sonne reflektiert und das reduziert den Temperaturunterschied auf ein ungefährliches Maß.

Bäume in einerwinterlichen Landschaft (Foto: Imago, Imago)
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Wie geht das „Weißeln“ genau?

Die Ausführung selbst ist recht einfach: Es gibt anwendungsfertig vorbereitete Anstriche auf Kalkbasis im Gartencenter zu kaufen. Damit werden die Bäume bzw. Baumstämme jetzt im Oktober rundum gut bestrichen. Diese Aktion sollte bei jungen Bäumen jedes Jahr im Herbst aufs Neue durchgeführt werden – so lange, bis die Stämme etwa 15-20 cm Durchmesser haben und dann nicht mehr so empfindlich sind.

Weiß angestrichener Baum (Foto: Imago, xblickwinkel C.xKaiserx)
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Gut zu wissen:

Gerade in den Städten erleben wir durch die häufigeren Hitzetage, noch verschärft durch große Asphaltflächen mit starker Hitze-Rückstrahlung, dass dort inzwischen auch im Sommer Baumstämme reißen, weil sie den  großen Temperaturunterschieden nicht gewachsen sind. Deshalb wird auch bei jungen Alleebäumen inzwischen häufig ein Weißanstrich durchgeführt.

Allee (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Was hat es mit den grünen Leimringen an Baumstämmen auf sich?

Auch die sind eine Vorsorgemaßnahme. In diesem Fall geht es aber um ein Tier, das im Frühjahr die Obstbäume komplett kahlfressen kann: Die etwa 2 cm große Raupe des sog. „Frostspanners“.

Der Frostspanner selbst ist eine Falterart, bei der die Weibchen nicht richtig fliegen können. Sie kommen in den kühlen Herbstnächten aus dem Gras und wollen sich auf den Bäumen mit den fliegenden männlichen Faltern paaren. Und das nutzen wir mit den Leimringen aus: Auf diesen Ringen bleiben die weiblichen Falter kleben und dadurch wird eine Eiablage auf dem Baum verhindert. Die Leimringe stellen also eine Schädlingsbekämpfung auf biologische Art dar.

Frostspannerraupe

 Wie lange bleiben diese Leimringe am Baumstamm?

Ab Januar können die Leimringe wieder weg. Sie müssen dann sogar entfernt werden! Die Weibchen des Frostspanners sind im Winter nicht mehr aktiv, und wir würden später mit den Leimringen (wenn sie zu lange dranbleiben) zu oft nur noch Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer fangen… Und das wollen wir ja grade nicht.

Weiß angesdtrichener Baum mit Leimring (Foto: Imago, imago)
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