Ein Mann lockert einen Komposthaufen auf. (Foto: SWR, SWR -)

SWR4 Gartentipp Kompost anlegen und pflegen

Das "Gold des Gärtners": Richtig guter Kompost ist wichtig für den Garten. SWR4 Gartenexperte Volker Kugel kennt die Vorteile und erklärt, wie man einen Kompost richtig anlegt.

Die Vorteile von Kompost

  • Kompost verbessert die Struktur des Bodens - dadurch können Wasser und Nährstoffe besser gespeichert werden.
  • Das Bodenleben mit Regenwürmern und Mikroorganismen wird gefördert, für eine dauerhafte Fruchtbarkeit des Bodens.
  • Kompost spart Geld: Wer regelmäßig jedes Jahr im zeitigen Frühjahr den Garten mit Kompost versorgt, kann etwa ein Drittel des sonst nötigen Gartendüngers einsparen.

Schritt für Schritt zum eigenen Kompost

  • Um einen Kompost im Garten anzulegen, braucht man mindestens 1 x 1 Meter Fläche.
  • Der Kompostierungsplatz sollte im Halbschatten liegen; zu viel Sonne trocknet den Kompost aus.
  • Sie können die Bestandteile zwar auch frei aufschichten, aber wesentlich praktischer ist es, ein Holz- oder ein Metallgestell von etwa 1 x 1 Meter und 80 Zentimeter Höhe zu verwenden. So lässt sich der Kompost klar begrenzen.
  • Ganz wichtig ist, dass der Kompost auf dem gewachsenen Boden steht und nicht auf Beton. Nur so kann er möglichst schnell von Mikroorganismen besiedelt werden.

Das darf auf den Kompost

  • Pflanzliche Küchenabfälle wie Kartoffel- und Gemüseschalen
  • Laub
  • Pflanzenreste und Schnittabfälle aus dem Garten
  • Rosenschnitt (er muss aber gesund sein – von Mehltau oder Rosenrost befallene Blätter bitte im Hausmüll entsorgen)
  • Die Pflanzenreste und das Schnittgut sollten im Idealfall vorher mit einem Häcksler zerkleinert werden.
  • Bitte nicht alles dick aufeinanderhäufen! Es sollten immer Schichten von maximal 20 Zentimeter Höhe eingefüllt werden
  • Wechseln Sie eher trockene Materialien wie gehäckselte Zweige ab mit eher feuchten, also z.B. Rasenschnitt oder Fallobst.

Das darf nicht auf den Kompost

  • Bestandteile tierischen Ursprungs - also niemals Knochen oder Fleischreste
  • Speiseabfälle – das würde ungeliebte Nagetiere anlocken!
  • Wurzelunkräuter oder Samenunkräuter wie Quecke, Giersch, Winde, Distel oder Vogelmiere. Sie gehören in die "braune Tonne" oder in den Restmüll, sonst wird unser Kompost später zur "Unkrautschleuder".

Gut zu wissen

Ein Kompost sollte, bevor er nach etwa einem Jahr fertig zum Verteilen im Garten ist, mindestens einmal, besser noch zweimal umgeschichtet werden. So wird gewährleistet, dass die Pflanzenteile gleichmäßig verrotten und dass trotz vorsichtiger Befüllung evtl. vorhandene Pilzsporen und Unkrautsamen bei Rottetemperaturen über 65°C abgetötet werden.

Viel diskutiert: Orangenschalen, Kaffeesatz und Holzasche

  • Wer Orangen- oder Zitrusschalen in haushaltsüblichen Mengen hat, kann sie kompostieren. Idealerweise schneidet man sie mit der Gartenschere klein und verteilt sie gleichmäßig auf den Kompost.
  • Kaffeesatz kann problemlos kompostiert werden
  • Mit Holzasche in großen Mengen sollte man vorsichtig sein, denn die Asche kann den Kompostierungsvorgang behindern

Der besondere Tipp:

Wenn im Frühjahr und Sommer zu viel Rasenschnitt in kurzer Zeit anfällt, dann wird dieser für einige Wochen neben dem Kompost zwischengelagert und dann nach und nach eingefüllt.
Wer nicht warten will oder zu wenig Platz hat für eine Zwischenlagerung, der kann einen einfachen Trick anwenden: Den Grasschnitt etwa 20 Zentimeter hoch einfüllen und darauf ungefähr 100 Gramm Gartenkalk pro Quadratmeter streuen. Der Kalk fördert die Arbeit der Mikroorganismen im Kompost und so schaffen diese es schneller, das Gras zu kompostieren.