SWR4 Gartentipp So verschwinden Baumstümpfe wie von selbst

Ein Baum wird gefällt - und zurück bleibt ein Baumstumpf, der die neue Pflanzstelle "blockiert". Was tun? SWR4-Gartenexperte Volker Kugel weiß Rat.

Damit wir zügig nachpflanzen können, muss der Baumstumpf mit den dicken Seitenwurzeln so schnell wie möglich weg! Das Heraushacken mit der Axt oder das Zerstören mit der der Motorsäge ist praktisch unmöglich. Außerdem wäre es extrem anstrengend und würde die Motorsäge ganz stark abnutzen.

Ein Baumstumpf (Foto: SWR)
Ein Baumstumpf

Möglichkeit 1: Die richtige Technik zu Hilfe nehmen

Wenn der Garten mit einer kleinen Maschine befahrbar ist, also nicht zu steil ist oder zu viele Treppen hat, dann ist eine sog. Stubben– oder Stumpenfräse, die man sich leihen kann, das ideale Gerät. Entweder radgetrieben oder mit Kettenantrieb besitzt sie eine Fräse, die mit Hartmetallzacken bestückt ist.

Diese Fräse rotiert und „stückelt“ so den Baumstumpf und die oben liegenden dicken Wurzeln bis zu 40 cm restlos heraus. Das geht schnell (dauert nur wenige Minuten!) und das Gerät kostet etwa 50 – 75 € Leihgebühr pro Tag. Natürlich haben auch Landschaftsgärtner so eine Stubbenfräse und können diese Aufgabe erledigen.

Möglichkeit 2: Technik und Natur zu Hilfe nehmen

In eher unzugänglichen Gärten können wir der Natur ein bisschen nachhelfen, den Baumrest möglichst schnell zu zersetzen. Wenn wir nämlich der Natur allein die Regie zu überlassen würden, dann würde der Zersetzungsvorgang zwischen 5 und 10 Jahre dauern!

So können Sie nachhelfen:

Baumstumpf mit eingefrästem Muster (Foto: SWR, Stefanie Czaja)
Baumstumpf mit eingefrästem Muster Stefanie Czaja

Nehmen Sie eine Motorsäge mit einer alten Sägekette (oder einer, die sowieso geschärft werden muss) und schneiden Sie damit ein „Muster“ von 5 bis 7 cm tiefen Schnitten, im Abstand von jeweils 5 cm, in den Baumstumpf. Bitte unbedingt Schutzkleidung und Helm tragen!!!

Oder – das ist die andere Variante – Sie nehmen eine Bohrmaschine mit Holzbohrer und bohren 15 bis 20 mm große, jeweils 8 bis 10 cm tiefe Löcher im Abstand von 5 cm in den Stumpf.

Auf die Stamm-Fläche kommt dann eine Schicht von 5 cm mit handelsüblichem Kompostbeschleuniger und darauf eine 5–10 cm Schicht Kompost plus 80 bis 100 Gramm Hornspäne. Das Ganze muss regelmäßig feucht gehalten werden, denn so starten Sie quasi einen „Bio-Turbo“:

Die Pilzkulturen und Mikroorganismen im Kompostbeschleuniger legen los und beginnen mit dem Abbau des Baumstumpfes. Nach einem Jahr sollten Sie dieses Vorgehen im Frühjahr nochmals wiederholen.

Mit dieser „Behandlung“ ist nach zwei, spätestens drei Jahren das Holz so mürbe, dass es sich ganz einfach mit dem Spaten entfernen lässt!

Der besondere Tipp:

Wer keine Lust hat, einen Baumstumpf überhaupt zu entfernen, dem empfehle ich eine andere Strategie: Lassen Sie von dem Baum oder Großstrauch ein bis drei Stämme von etwa 2,5 m Höhe stehen und nutzen Sie diese Stammstütze einfach als Halt für dekorative Kletterpflanzen wie Clematis, Geißblatt oder Efeu. So ist der eigentliche unansehnliche Stumpf die Grundlage für neues Grün!