Schachtelhalm (Foto: SWR)

SWR4 Gartentipp Schachtelhalmbrühe selbst herstellen

Schädlinge bekämpfen und Pflanzen stärken - wie geht das ohne chemische Spritzmittel? Gartenexperte Volker Kugel empfiehlt eine Brühe aus Schachtelhalmen. Hier ist seine Anleitung.

SWR4 Gartentipp Schachtelhalmbrühe

Schachtelhalm (Foto: SWR)
Für die Brühe ungefähr 1–1,3 kg Ackerschachtelhalm ernten. Dieser hat blattlose grüne Stängel und wächst auf Brachflächen. Bild in Detailansicht öffnen
Das Schachtelhalmkraut in 5–10 cm lange Stücke schneiden ... Bild in Detailansicht öffnen
... und anschließend für 24 Stunden in 5 Liter Wasser einweichen. Bild in Detailansicht öffnen
Dannach etwa 45 Minuten lang aufkochen und anschließend zugedeckt abkühlen lassen. Bild in Detailansicht öffnen
Zuletzt das Gemisch durch ein altes Geschirrtuch in einen Eimer sieben. Bild in Detailansicht öffnen
Fertig sind etwa 5 Liter klare, dunkle Schachtelhalmbrühe. Bild in Detailansicht öffnen
Die Konzentrat vor dem Spritzen noch im Verhältnis von 1:5 mit Wasser verdünnen ... Bild in Detailansicht öffnen
... und die Pflanzen - möglichst am Abend - tropfnass einsprühen. Bild in Detailansicht öffnen

Im Privatgarten kann man weitgehend auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Denn selbst hergestellte Brühen können Pflanzen widerstandsfähig machen gegen Angriffe von Pilzkrankheiten wie der Braunfäule bei der Tomate oder dem Sternrußtau bei Rosen. Oder sie können vorbeugend eingesetzt werden gegen Schädlinge wie beispielsweise Blattläuse.

Pflanzenbrühen sind nicht Pflanzenjauchen

Pflanzenbrühen sind Spritzmittel, die aus abgeernteten Pflanzenteilen hergestellt werden, z.B. aus Brennnesseln, Schachtelhalm oder Knoblauch.

Für die Brühen werden die Pflanzenteile in Wasser eingeweicht, kurz gekocht und danach abgesiebt. Das ergibt ein fast geruchloses Konzentrat zum Verdünnen und Spritzen!

Pflanzenjauchen hingegen werden in einer Tonne angesetzt. Darin gären sie mehrere Wochen lang. Der dabei entstehende Geruch ist nichts für empfindliche Nasen. In Wohngebieten kann es Probleme mit den Nachbarn geben.

Schritt für Schritt zur Ackerschachtelhalmbrühe

  1. Zuerst ernten wir ungefähr 1– 1,3 kg Ackerschachtelhalm. Der hat blattlose grüne Stängel und wächst auf Brachflächen.
  2. Dann wird das Schachtelhalmkraut in 5 – 10 cm lange Stücke geschnitten und in 5 l Wasser 24 Stunden lang eingeweicht.
  3. Das Ganze wird etwa 45 Minuten lang aufgekocht. Danach lässt man die Brühe zugedeckt abkühlen.
  4. Zuletzt sieben wir das Gemisch durch, indem wir es durch ein altes Geschirrtuch laufen lassen.

So entstehen etwa 5 Liter klare, dunkle Schachtelhalmbrühe, die wir in einen Kanister abfüllen können. Bitte diesen gut beschriften, damit es keine Verwechslungen gibt!

Die 5 l Konzentrat können wir beim Spritzen 1:5 verdünnen mit Wasser, das bedeutet wir erhalten insgesamt 25 l Spritzbrühe.

Übrigens: Auch wenn es z.B. im Internet anders lautende Angaben gibt, ist diese Brühe nach meiner Erfahrung locker ein Jahr haltbar, wenn sie kühl und dunkel aufbewahrt wird.

Gut gegen Pilzsporen und Blattläuse

Die Wirkung der Schachtelhalmbrühe beruht auf dem hohen Anteil an Kieselsäure. Diese sog. Silikate machen es den Pilzsporen sehr schwer, z.B. auf dem Blatt einer Rose Fuß zu fassen. Das Blatt wird außerdem quasi gedüngt und damit allgemein gekräftigt und gestärkt. Blattläuse haben dann Probleme, das Blatt anzuknabbern. Diese Wirkungen sind durch wissenschaftliche Versuche belegt.

Eines muss man aber klar sagen: Probleme mit Pilzkrankheiten und Läusen können mit den Brühen auf ein vertretbares Maß zurückgedrängt werden, aber wir können sie höchstwahrscheinlich nicht ganz beseitigen. Das gilt natürlich nicht nur für die Schachtelhalmbrühe, sondern genauso für Brennnessel, Knoblauch, Basilikum und andere Brühen.

Regelmäßig tropfnass sprühen

Die Pflanzen werden tropfnass gespritzt, und zwar möglichst am Abend - also nicht in der Zeit, in der die Sonne noch mit Kraft scheint.

Einen Haken hat diese Methode allerdings: Wir müssen ab Anfang Mai immer wieder spitzen, und zwar mindestens alle 2 Wochen und auch nach jedem starken Regen! Da muss man gegenüber dem chemischen Pflanzenschutz deutlich umdenken. Aber das sollte es uns wert sein.

Der besondere Tipp

Obwohl das selber Herstellen viel Spaß macht: Auch fertig vorbereitete Ackerschachtelhalmbrühe tut ihre Dienste. Man bekommt sie üblicherweise im Gartencenter an der Pflanzschutz-Beratungstheke.