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Gleich vier Ruinen, ein Industriedenkmal, Alemannengräber und tolle Ausblicke – der Wanderweg im Waldachtal und auf den Höhen hat einiges zu bieten. Bei guter Luft zum Durchatmen.

Am Rathaus in Pfalzgrafenweiler beginnt der gut 13 Kilometer lange, gut ausgeschilderte Weg. Die erste Sehenswürdigkeit ist die frisch renovierte Nördlinger Hütte. Ein Kleinod auf einer Anhöhe über dem Waldachtal.

Schmuckstück Nördlinger Hütte

Im Jahr 1898 wurde der Schwarzwaldverein Pfalzgrafenweiler gegründet. Eines der ersten Zeugnisse seiner Arbeit ist die Nördlinger Hütte, die im Jahr 1906 auf einem alten Turmgemäuer der Burgruine Vörbach gebaut wurde. Benannt ist sie nach dem Gründer des Vereins, dem königlichen Oberförster Julius Nördlinger, der 1906 während des Baus der Hütte gestorben ist. Sie ist heute Vereinsheim des Schwarzwaldvereins Pfalzgrafenweiler.

Treffpunkt für Verliebte

Die romantisch im Wald gelegene Hütte war schon immer ein Treffpunkt für jung Verliebte. Einige Ehen haben hier ihren Anfang genommen, berichten Frieder Haug und Willi Bosch vom Schwarzwaldverein.  Nach einem Abstecher ins Tal, in dem die Waldach sanft plätschert, geht es hoch zum Turm der Ruine Mandelberg.

Steiler Aufstieg – mit Belohnung  

30 Meter hoch ist der Turm, den man über eine innen gelegene Stahltreppe besteigen kann. 120 Stufen führen hinauf. Aber der Rundumblick entschädigt für den anstrengenden Aufstieg: Ein bunt gefärbter Herbstwald, die Spitzen von mächtigen Fichten und Tannen, die sonnigen Wiesen der gegenüberliegenden Siedlungen Haiterbach und Neu-Nuifra. Und unten im Tal schlängelt sich die Waldach, die ein paar Kilometer weiter bei Iselshausen in die Nagold mündet.

Unterwegs auf dem Vier-Burgen-Weg

Wegzeichen mit Pfalzgrafenweiler Wappen und Turm der Ruine Mandelberg (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Wegzeichen mit Pfalzgrafenweiler Wappen und Turm der Ruine Mandelberg Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Die Nördlinger Hütte Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Vor der Nördlinger Hütte: Der Wegewart Willi Bosch und der Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Pfalzgrafenweiler, Frieder Haug - mit dem Foto des Namensgebers Julius Nördlinger. Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Die Hütte von innen Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Die Ruine Mandelberg mit ihrem 30 Meter hohen Turm. Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Blick von der Ruine Mandelberg übers Waldachtal Richtung Neu-Nuifra Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Das Industriedenkmal Bösinger Wasserhäusle Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen
Manfred Kreuzer vom Bösinger Wasserhäusleteam Markus Beschorner Bild in Detailansicht öffnen

Industriedenkmal mit Charme

Nach einer kleinen Vesperpause in der Burgruine geht’s wieder runter ins Tal zu einem anderen idyllischen Ziel: Das 1893 errichtete Bösinger Wasserhäusle. Ein Industriedenkmal, das Ehrenamtliche vor dem Abriss bewahrt haben. Ein großes Wasserrad treibt dort eine über 120 Jahre alte Doppelhubpumpe an; sie befördert Quellwasser auf die Höhe. Manfred Kreuzer gehört zum "Wasserhäusleteam" und schaut, dass die alten Kolben immer gut geölt und gefettet werden.

Ein Rätsel bleibt zum Schluss

Eine abwechslungsreiche Tour, die nur eine Frage offenlässt. Es ist bis heute rätselhaft, warum in diesem kleinen Seitental der Nagold, das kein Handelsweg war und in dem auch keine Grenze verlief, so viele Burgen so nah beieinander standen. 

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