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Streifzug in Veringenstadt Ein Höhlenweg zur Menschheitsgeschichte

Der Streifzug führt uns diesmal nach Veringenstadt, einem verträumten Städtchen an der Lauchert auf der Alb im Kreis Sigmaringen. Ein Höhlenweg verspricht eine Reise in die Menschheitsgeschichte.

Blick auf die Göpfelsteinhöhle. Im Vordergrund die Figur eines Neandertalers

Die Figur eines Neandertalers weist auf die frühe Besiedlung Veringenstadts hin.

Mehr als 40 Kalksteinhöhlen gibt es rund um Veringenstadt. Ein 4,5 Kilometer langer Höhlenrundweg verbindet zehn davon. Nach dem Start am Rathaus ist auf der Lauchertbrücke schon die erste Höhle in Sicht. In der Mühlberghöhle weisen Infotafeln darauf hin, dass dort vor 100.000 Jahren Neandertaler lebten. Später kam der frühe moderne Mensch. 

Nikolaushöhle 

Nicht weit davon entfernt liegt die Nikolaushöhle, allerdings fast 30 Meter über dem Talgrund. Sie ist mit ihren gut 38 Metern Durchmesser und fünf Metern Höhe die größte Höhle. Auch dort haben Archäologen Spuren aus der Steinzeit gefunden. Die Nikolaushöhle ist nach Norden ausgerichtet und hat deshalb kaum Sonne. Im Winter wachsen dort Eisblumen.

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Der Höhlenwanderweg bei Veringenstadt

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Der Höhlenweg startet in der Mühlberghöhle. Dort gibt es ein kleines Infozentrum, sagt Stadtführer Manfred Saible. Der hintere Teil der Höhle ist wegen der Fledermäuse gesperrt.

Der Höhlenweg startet in der Mühlberghöhle. Dort gibt es ein kleines Infozentrum, sagt Stadtführer Manfred Saible. Der hintere Teil der Höhle ist wegen der Fledermäuse gesperrt.

Die Nikolaushöhle ist ein schattiges Loch, der Aufstieg beschwerlich.

Vom Mühlberg hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. Die Göpfelsteinhöhle auf der anderen Talseite ist nicht zu übersehen.

Der Rundweg ist nicht überall so gut ausgeschildert. Besser ist es, sich am Startpunkt im Rathaus den kostenlosen Flyer zu holen.

Auch die Hagentorhöhlen liegen am Hang, aber bei weitem nicht so hoch wie die anderen Höhlen. Dort wollen die Veringenstädter im nächsten Jahr beim Stadtfest ein Theaterstück über die Neandertaler aufführen.

Wasser hat den Kalk in der Göpfelsteinhöhle so ausgewaschen, dass sie sogar zweistöckig ist. Den "Balkon" nutzen Kinder bei Führungen gern zum Klettern.

Der Weg zur Annakapellenhöhle ist etwas beschwerlich, weil er noch nicht ausgebaut wurde. Der Name kommt von einem Kirchlein, das früher in der Nähe gestanden hat.

Blick über Veringenstadt in der Lauchertschleife – Burgruine, Peterskapelle und Nikolauskirche.

Auf dem sieben Kilometer langen Historienweg kommt man auch an der Rekonstruktion einer Bohnerzgrube vorbei.

Blick vom Mühlberg 

Stadtführer Manfred Saible hat den Weg vor drei Jahren mit Studenten neu angelegt und verbreitert. Vom Mühlberg mit dem herrlichen Blick auf die Stadt - Reste der Stadtmauer, Burgruine, Peterskapelle mit einzigartigen Wandmalereien der Künstlerfamilie Strüb aus dem 16. Jahrhundert - geht es die andere Seite hinunter ins Tal, über die Bundesstraße und die Bahnlinie, zu weiteren Höhlen. 

Hagentorhöhlen und Göpfelsteinhöhle 

Die Hagentorhöhlen haben die Veringerstädter genutzt, um Vorräte wie Kartoffeln zu lagern. Laut Stadtführer Saible ist die Göpfelsteinhöhle die schönste Höhle. Sie hat eine Sonnenterrasse mit hervorragendem Blick über das Laucherttal und wurde von Neandertalern und frühen modernen Menschen bewohnt. 

Annakapellenhöhle 

Zum Wohnen weniger geeignet war hingegen die Annakapellenhöhle auf der anderen Hangseite im Norden. Wahrscheinlich war es ein Ansitz für die Eiszeitjäger. Sie blickten über das Tal mit den Tundraflächen und wenigen Bäumen. Ihre Jagdbeute, Wildpferde und Mammuts, waren schon in der Ferne zu entdecken.

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