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Streifzug bei Dettingen an der Erms Der verlorene Pfad

Bis vor Kurzem war der steile Pfad, der sich in Serpentinen vom Ermstal hoch zum Gelben Fels schlängelt, auf den Karten des Schwäbischen Albvereins als Wanderweg verzeichnet. Weil er bei Forstarbeiten arg gelitten hat, ist er aus dem Wegenetz rausgeflogen.

Streifzug, Dettingen an der Erms, Der verlorene Pfad, Peter Binder, SWR4 Radio Tübingen, Kreis Reutlingen

Diesen Hang führt er hoch: Man muss schon genau hinschauen, um den Pfad zu erkennen.

Blick zum Hohenneuffen

Der Albverein hält ihn für verzichtbar. Man kommt auch anders zum Gelben Fels, um dort die Aussicht über das Ermstal zu genießen.
Zum Beispiel auf die Ruine Hohenneuffen, die direkt auf dem Höhenzug gegenüber zu stehen scheint, tatsächlich aber noch ein weiteres Tal vom Wanderer entfernt auf ihrem Hügel thront.

Kein Spaziergang

Auch ein breiterer Fahrweg führt den Wanderer nach oben. So braucht er zwar länger, läuft dafür aber nicht Gefahr unterwegs abzurutschen. Denn der Forst hat den Weg zwar wieder herrichten lassen, aber ein Spazierweg ist er deshalb noch lange nicht, sondern ein schmaler, matschiger Pfad.

Betreten immer auf eigene Gefahr

Gerhard Stolz, Hauptwegmeister beim Albverein, hält auch nichts von Schildern, die ein Betreten auf eigene Gefahr erlauben und damit als Warnung dienen. In der freien Natur bewege sich jeder auf eigene Gefahr. Der Albverein könne Wege zwar ausschildern und pflegen, Unfälle verhindern könnten seine ehrenamtlichen Mitglieder aber auch nicht.

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Der verlorene Pfad bei Dettingen an der Erms

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Ein herrlicher Ausblick in Richtung Hohenneuffen.

Ein herrlicher Ausblick in Richtung Hohenneuffen.

Hier verliert sich der Pfad fast unter den gefällten Bäumen.

Diese Ausblicke sind wirklich zu jeder Jahreszeit ein Genuss.

Herausforderung für die Mitglieder des Albvereins: Dieser Baum soll gefällt werden. Dann verschwindet auch das Wegzeichen.

Im Sonnenschein, aber nur scheinbar direkt gegenüber: Der Hohenneuffen.

Diesen Hang führt der Pfad hoch: Hier kann man den Weg gerade noch erkennen zwischen gefällten Bäumen.

Kontrolle und Pflege

Die hätten genug zu tun: Manch ein Wegewart betreut ein Netz von 70 Kilometern Wanderstrecke. Insgesamt hat der Albverein 24.000 Wanderwege. Da fallen die 300 Meter der steilen Abkürzung zum Gelben Fels nicht weiter ins Gewicht.

Ein Wegewart läuft seine Wege mindestens zwei Mal im Jahr ab. Dabei schneidet er sie frei, wenn sie zuzuwachsen drohen, und er achtet darauf, dass man sich nicht verirren kann. Wenn beispielsweise Bäume gefällt wurden, an denen Markierungen befestigt sind, kümmert er sich um Ersatz.

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