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Florence Brokowski-Shekete hat nigerianische Wurzeln, ist in Norddeutschland geboren und lebt seit 30 Jahren in der Kurpfalz.

Überall, wo Florence Brokowski-Shekete auftaucht, richten sich interessierte Blicke auf sie. Mit ihrem hinreißenden Lächeln, ihrer kunstvoll gezwirbelten Lockenfrisur und ihrer dunklen Hautfarbe fällt sie einfach auf. Das war auch 1990 so, als sie zum Studium nach Heidelberg kam. Und dennoch fühlte sie sich in der Stadt am Neckar gleich wohl. Heute denkt sie bei dem Wörtchen "daheim" sofort an Heidelberg.

Dauer

Anders zu sein als die meisten Menschen in ihrer Umgebung zieht sich durch das ganze Leben von Florence Brokowski-Shekete. In den 1960er Jahren kamen ihre Eltern aus Nigeria zum Studium nach Deutschland, Florence wurde in Hamburg geboren. Sie wuchs in Buxtehude bei einer Pflegemutter auf, ihrer Mama, wie sie ganz liebevoll sagt. Mit neun Jahren musste sie dann mit ihren Eltern zurück nach Nigeria. Ein schlimmes Erlebnis, so sagt sie heute, aber auch das ganz ohne Groll. Denn auch in Nigeria war sie anders: Sie wurde mit dem Schulbus in die deutsche Schule gefahren und die einheimischen Kinder riefen ihr Worte hinterher, mit denen sie Weiße bezeichnen.

Florence Brokowski-Shekete (Foto: SWR)

Mit dreizehn Jahren konnte sie zurück nach Deutschland, zu ihrer Mama. Sie machte Abitur, studierte und wurde Hauptschullehrerin, später Rektorin einer Schwetzinger Werkrealschule. Dann wechselte sie zum Schulamt. Ihre Hautfarbe ist bis heute ein Thema. Jetzt hat die Schulamtsdirektorin ihre spannende Lebensgeschichte in dem Buch "Mist, die versteht mich ja!" niedergeschrieben.

SWR Redakteurin Doris Steinbeißer hat sich mit Florence Brokowski-Shekete unterhalten.

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