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Alt und Jung unter einem Dach: Großeltern, Eltern, Kinder. In der modernen Zeit ist das selten geworden. In Öhringen leben seit rund neun Jahren Ältere und Jüngere in einem Haus.

Dauer

Der Kontakt im Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Öhringen ist eng. Derzeit nicht ganz so eng, der Corona-Krise geschuldet, aber es gibt trotzdem Positives zu berichten, meint Ideengeber Ernst Pfisterer. Alle fühlten sich sehr wohl im Haus.

"Alle, die damals hier eingezogen sind, wohnen noch hier. Außer sie mussten aus beruflichen oder Altersgründen ausziehen."

Ernst Pfisterer, Vorstand des Vereins "Mittendrin"

Grundidee hat nicht ganz funktioniert

Der Grundgedanke des Öhringer Vereins "Mittendrin", dass junge Familien mit Kindern und Senioren in einer großen Hausgemeinschaft zusammenleben, hat sich nicht ganz erfüllt. Der jüngste Bewohner ist 34, der Älteste 82 Jahre alt. Der Bedarf sei im eher ländlichen geprägten Öhringen wohl nicht da, sagt Ernst Pfisterer. Man sei aber weiterhin offen und hoffe auf eine junge Familie mit Kindern.

Vielen Menschen sitzen in einem Raum an Tischen, essen und unterhalten sich (Foto: Verein Mittendrin)
Feier im Gemeinschaftsraum vor der Corona-Krise Verein Mittendrin

"Es sind immer wieder Enkel zu Besuch und das freut uns alle. Aber Kinder leben hier keine im Haus - noch nicht."

Ernst Pfisterer, Vorstand des Vereins "Mittendrin"

Gutes Verhältnis mit der Nachbarschaft

Auch der Kontakt nach außen zu anderen Nachbarn wird im Mehrgenerationen-Wohnprojekt gepflegt. Einmal im Jahr gibt es ein Nachbarschaftsfest, das sehr beliebt ist. Und aktuell kaufen Nachbarn für Bewohner des Hauses ein.

In der Hausgemeinschaft selbst wird sonst oft gemeinsam gekocht und gefrühstückt, im Gemeinschaftsraum - bei schönem Wetter wird auf der großen Terrasse gegrillt.

Kontakt mit Abstand

Trotz der Corona-Krise haben die Bewohner Kontakt miteinander, sagt Ernst Pfisterer. Es gibt eine hausinterne WhatsApp-Gruppe und wenn man sich im Treppenhaus oder auf der Terrasse trifft, wird natürlich geredet - mit dem nötigen Zwei-Meter-Abstand.

Die Bewohner im Mehrgenerationen-Wohnprojekt sind guten Mutes, Corona-Krise hin oder her. Ernst Pfisterer hat trotzdem Wünsche: Dass alle munter und fröhlich bleiben und doch noch jüngere Menschen dazu kommen.

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