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Mehr als ein Stück Rundfunkgeschichte

In der ersten Ausbaustufe befanden sich zwei 100 Meter hohe Holzmasten in einem Abstand von 195 Meter zu einander auf dem trapezförmigen Sendergelände. Zwischen den beiden Masten war ein Drahtseil aufgehängt, in dessen Mitte die Hochfrequenz eingespeist wurde.

November 1929
Standortbestimmung durch das Reichspostministerium.

29.5.1930
Richtfest

21.11.1930, 19.45 Uhr
Eröffnung mit einem Weihespruch und der Übertragung eines Opernkonzerts aus der Stuttgarter Liederhalle.

20.10.1933-15.1.1934
Stillegung wegen Verstärkungsarbeiten. An die Stelle der beiden Holzmasten tritt eine 190 Meter hohe Einmastantenne (aus Holz). Der Sender wird auf 100 kW verstärkt.

März 1940
Ein zweiter Mittelwellensender mit 100 kW wird in Betrieb genommen.

5.4.1945, 23.00 Uhr
Letzte Durchsage des Reichssenders Stuttgart. Um 4.00 Uhr früh am nächsten Tag wird der Sender von einem SS-Kommando gesprengt.

13.4.1945
Eine amerikanische Spezialeinheit beginnt zusammen mit deutschen Technikern mit dem Wiederaufbau.

3.6.1945
Erste Sendung "Radio Stuttgart" über eine 52 Meter selbststrahlende Stahlgitterantenne.

28.11.1945
Ein zweiter Sender strahlt das AFN-Programm für die US-Streitkräfte aus.

14.9.1947
Erster Kurzwellensender wird in Betrieb genommen.

März 1948
Ein 110 Meter hoher selbststrahlender Rundstahlmast wird in Betrieb genommen.

3.10.1950
Erster UKW-Sender in Betrieb.

1.11.1950
Ein 260 Meter hoher Stahlrohrmast mit UKW-Sender wird in Betrieb genommen.

21.4.1954
Richtantenne aus 273 Meter und 130 Meter hohe Rohrmasten im Abstand von 240 Meter beginnt zu arbeiten. Senkrecht in den Himmel ragt das 273 Meter lange Eisenrohr, das 12 Abspannseile vor dem Umfallen bewahren.

18.11.1959
Ein neuer Mittelwellensender strahlt mit 150 kW.

29.7.1964
Die Leistung des Mittelwellensenders wird auf 250 kW erhöht.

22.4.1966
Das Mittelwellenprogramm wird jetzt mit 300 kW ausgestrahlt.

23.11.1978
Mit Inkrafttreten des Genfer Wellenplans wurde die Frequenz von 575 auf 576 kHz angepasst. Zu den leistungsverstärkten alten Mitbenutzern kam noch ein Großsender in Bulgarien. Dementsprechend wurde die Mittelwellenantenne durch einen 80-m-Mast modifiziert.

1983-1997
arbeitete in Mühlacker ein 300-kW-Sender von Telefunken. Es war einer der ersten PDM-Sender, der in Betrieb ging, und die Technik wurde von Telefunken und SDR-Mitarbeitenden gemeinsam weiterentwickelt. In den 80-er Jahren experimentierte man zum Stromsparen mit verringerten Sendeleistungen, aber ohne durchschlagenden finanziellen Erfolg. Mittlerweile haben sich die Bedingungen stark gewandelt. Zum Schutz von Herzschrittmachern in den umliegenden Neubaugebieten sind die vollen 300 kW des Wellenplans nicht mehr gestattet, und man arbeitete nur noch mit 150 kW.

Seit 1997
ist in Mühlacker ein neuer 100 kW-Sender in Betrieb, und der Vorgänger wurde Reservesender. Wie der SDR Stuttgart in seiner Hauszeitschrift Juli-August 1997 mitteilte, hörten immer noch 12 Prozent der potentiellen Hörerschaft und 19 Prozent der älteren Bevölkerung den Süddeutschen Rundfunk über die Mittelwelle Mühlacker, obwohl das erste Programm in Baden Württemberg fast flächendeckend auf UKW zu empfangen war.

1994
wurde ein erneuerungsbedürftiger 110-m-Mast gesprengt und auf eine reine Rundstrahlung des 270- m-Mastes umgestellt.

1.5.1998
Die SDR-Ausländerredaktion beginnt mit einem deutschsprachigen Programmangebot.

1.1.2003
Der Südwestrundfunk beendet die Gemeinschaftsaufgabe der früheren "Gastarbeiterprogramme" und damit die Ausstrahlung über den Sender Mühlacker.

21.11.2005
Der Sender Mühlacker wird 75.

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