STAND
AUTOR/IN

Das Radio verbindet: Menschen, die sich nicht kennen und sich trotzdem gerne helfen wollen. Eine rührende Geschichte über Masken, Solidarität und Zusammenhalt in Corona-Zeiten.

Es sind besondere Zeiten, die wir gerade durchleben: Ein Virus wütet weltweit und stellt unser tägliches Leben auf eine harte Probe. Und viele Menschen hier im Land stellen sich dieser Herausforderung – mit guten Ideen und Tatkraft. Das bekommen wir hier bei SWR4 jeden Tag mit. Und in dieser Woche auf ganz besondere Weise:

Nähen für die Feuerwehr

Am Montag meldet sich eine Hörerin aus Müllheim im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald bei uns, die eine gute Idee in die Tat umsetzt: Edeltraut Schröer fertigt Behelfs-Mund-Nasen-Schutz-Masken für die Freiwillige Feuerwehr im Ort an. 500 sollen es insgesamt werden. Eine Anleitung hat sie sich von der Homepage der Stadt Essen heruntergeladen und etwas abgewandelt. Die Anleitung auf der Seite der Stadt Essen finden Sie hier.

So näht eine SWR4 Hörerin Schutzmasken

Bildergalerie Behelfs-Mund-Nasen-Schutz zum Nachmachen

Die Anleitung wie Stoffmasken selbst genäht werden können (Foto: SWR)
Eine selbstgenähte Schutzmaske von Edeltraut Schröer. Bild in Detailansicht öffnen
Die Nähmaschine... Bild in Detailansicht öffnen
... ist im Dauereinsatz. Bild in Detailansicht öffnen
Das Bügeleisen auch. Bild in Detailansicht öffnen
Das Ergebnis der Fleißarbeit. Bild in Detailansicht öffnen
Eine fertige Behelf-Mund-Nasen-Schutz-Maske. Bild in Detailansicht öffnen

HINWEIS: Selbstgenähte Schutzmasken schützen den Träger nicht!

Schutzmasken nähen ist Familienarbeit

Auch wenn die Masken den Träger nicht schützen, der Einsatz ist beachtlich. Edeltraut Ströer spannt alle ein bei ihrem Unternehmen.

"Die ganze Familie ist beteiligt. Mein Schwiegersohn muss die Drähte biegen, mein Mann schneidet zu, die Enkelkinder schneiden die Streifen für die Einfassbänder zu und meine Tochter und ich bügeln, falten und nähen. Unser Anliegen ist es, zu helfen!"

Edeltraut Schröer - Näherin & SWR4 Hörerin

Allerdings: Demnächst gehe ihr wohl das nötige Material für die vielen Behelfs-Mund-Nasen-Schutz-Masken aus, sagt sie zu uns

"Wir haben Stoff für Sie!"

Am nächsten Morgen erreicht uns eine Mail aus Bietigheim-Bissingen: Eine Firma, die Industrie-Nähanlagen herstellt, bietet ihre Hilfe an. Der Geschäftsführer Christian Folger will der fleißigen Nähfamilie sein Mustermaterial spenden: Stoffe, Einfassbänder, Baumwollstoffe und vieles mehr. In einem Telefonat im Radio bringen wir die beiden zusammen. Christian Folger ist begeistert von Edeltraut Schröers Engagement.

"Das ist eine ganz tolle Idee, was sie da in Müllheim machen! Das zeigt so viel Solidarität. Und unsere Helfer müssen einfach unterstützt werden. Das ist ein Thema, das uns alle angeht und da müssen wir einfach zusammenhalten."

Christian Folger, Geschäftsführer der Firma NÄHTEC

Durch Zusammenhalt klappt's

Die Freude ist groß: So werden die 500 Masken auf jeden Fall zustande kommen, meint die Näherin - und bestimmt noch viele mehr.

"Das wäre ganz toll und würde uns riesig weiterhelfen! Denn wir sind mittlerweile schon angesprochen worden, ob wir auch niedergelassene Ärzte mit dem Behelfsschutz versorgen können."

Edeltraut Schröer - Näherin & SWR4 Hörerin

Kostenloser Transport und noch mehr Stoff

Nur wenige Minuten später meldet sich ein Unternehmer aus Vaihingen/Enz bei uns. Er hat das Telefonat im Radio gehört und will ebenfalls helfen: Er bietet an, das Material kostenlos von Bietigheim-Bissingen ins Markgräflerland zu transportieren. Im Laufe des Tages landen etliche weitere Mails von Hörerinnen und Hörern bei uns. Viele wollen Stoffe und anderes Material spenden. Andere wollen gerne mitnähen und fragen, ob die Näherin nicht eine Anleitung für Behelf-Mund-Nasen-Schutz-Masken bereitstellen kann.

Wir von SWR4 Baden-Württemberg freuen uns darüber, dass wir so entgegenkommende und solidarische Hörerinnen und Hörer haben, die so spontan ihre Hilfe anbieten. #zusammenhalten

ACHTUNG! Selbstgenähte Schutzmasken schützen den Träger nicht!

Behelfs-Mund-Nasen-Schutz zum Nachmachen

Experte erklärt, warum selbstgenähte Masken nicht schützen

Ein selbstgemachter Behelfs-Mund-Nasen-Schutz schützt nicht vor einer Infektion mit dem Corona-Virus! Er ist weder geprüft noch zertifiziert. Er kann aber helfen, das Risiko zu reduzieren, dass der Träger der Schutzmaske andere ansteckt.

Dauer

Wer selbst hustet oder niest, hält mit dem Schutz große, grobe Tröpfchen auf, sagen Experten wie zum Beispiel der Virolge Christian Drosten. Trotzdem können sich andere Menschen immer noch über kleine Tröpfchen anstecken.

Selbstverständlich. Masken sind knapp, das ist doch lange bekannt. Genau deshalb müssen sie für Berufe mit Patientenkontakt reserviert sein: denn dort wirken sie. In der Öffentlichkeit wirken Masken für den Fremdschutz. Also: selbst bauen oder durch Stoff ersetzen. https://t.co/xdMak6iG1L

STAND
AUTOR/IN